Biathlon

WM abgehakt: Michael Greis will wieder siegen

SID
Montag, 18.02.2008 | 15:03 Uhr
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Östersund - WM abgehakt, neue Ziele im Visier - und ein Anti-Doping-Schwur: Der dreimalige Biathlon-Olympiasieger Michael Greis hat erneut bekräftigt, genau wie seine Teamkollegen seine sportlichen Leistungen ohne Doping zu vollbringen.

"Bei uns kommt nichts und wird nichts kommen", erklärte der 31-Jährige. Nach seinem durchwachsenen Abschneiden bei den Titelkämpfen in Östersund will der Biathlon-Star in den letzten Weltcup-Rennen in Südkorea, Russland und Norwegen noch einmal angreifen.

"Ich will in jedem Einzelrennen versuchen, Punkte für den Gesamtweltcup zu sammeln. Es wäre schön, wenn ich noch mal einen Sieg zusammenkriegen würde."

"Ein bisschen traurig" 

Obwohl der Allgäuer nach den Erfolgen mit den Staffeln in den Einzel-Wettbewerben bei den zu Ende gegangenen Weltmeisterschaften in Schweden ohne Medaille blieb, beurteilte er seine Bilanz positiv.

"Bei der WM wird letztendlich nach Medaillen abgerechnet. Und da habe ich eine Bronzene und eine Goldene in der Tasche. Vom dem her war das eigentlich schon eine ganz gute WM."

Allerdings sei er über sein Abschneiden in den Einzel- Wettbewerben, der 31-Jährige war als Titelverteidiger im Massenstart angereist, "ein bisschen traurig".

Immer wieder Vorwürfe 

Greis machte die Doping-Enthüllungen im Radsport dafür verantwortlich, dass auch die Biathleten immer wieder mit Vorwürfen leben müssen. Dadurch sei auch den Skijägern "jegliche Glaubwürdigkeit entzogen" worden.

Der Biathlet aus Nesselwang, der sich gegen anonym erfolgte Doping-Vorwürfe wie das gesamte deutsche Team mit einer Eidesstattlichen Erklärung zur Wehr gesetzt hat, stellte fest: "Im Endeffekt muss ich mich rechtfertigen für etwas, wofür ich nichts kann. Da leben wir in einem komischen System, ich muss Eidestattliche Versicherungen abgeben, damit man etwas machen kann gegen die Leute, die die Gerüchte streuen. Es ist schwierig, wenn ein Sport so kaputt gemacht wird. Das ist Rufmord uns gegenüber, und es ist einfach nicht fair."

"Warum passiert dem denn nichts"

Sollte sich herausstellen, dass die Eidesstattlichen Erklärungen, in denen die deutschen Biathleten versichert haben, nicht zu dopen oder gedopt zu haben, nicht der Wahrheit entsprechen, droht eine bis zu dreijährige Gefängnisstrafe. 

"Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Das habe ich selber nicht gewusst. Und irgendso ein Vollheinz kann mit einer anonymen Anzeige Gerüchte in die Welt setzen, weil er selber nicht den Hintern in der Hose hat. Da muss ich mich fragen, warum passiert denn dem nichts? Für jeden Namen auf der Liste, müsste der ein halbes Jahr ins Gefängnis", forderte Greis.

Durch die ständigen Gerüchte bestehe auch die Gefahr, dass Geldgeber abspringen. "Was kann ich machen, wenn mir Sponsoren abspringen, wenn mir nicht mehr geglaubt wird? Weil letztendlich nur Parallelen gezogen werden zum Radsport."

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