Sonntag, 24.02.2008

Im Einzel ohne Chance

Müde Langläufer im Team stark

Falun - Müde im Einzel, stark in der Staffel: Die Deutschen sehnen den Saisonschluss herbei. Nach enttäuschenden Einzel-Ergebnissen beim Weltcup im schwedischen Falun mobilisierten die acht angereisten Athleten aber noch einmal die Kräfte.

Wintersport, Langlauf, Evi Sachenbacher
© DPA

Die Frauen holten hinter Norwegen und Finnland Platz drei, die Männer wurden Vierte. Hier siegte Norwegen II vor Norwegen I und Tschechien. In der eigentlichen deutschen Paradedisziplin, der Doppelverfolgung, hatte nur René Sommerfeldt überzeugt. Der Oberwiesenthaler kam beim Sieg des in einer anderen Liga laufenden Tschechen Lukas Bauer auf Platz fünf und festigte damit seinen zweiten Rang im Gesamtweltcup.

Die anderen Läufer blieben unter ihren Möglichkeiten, Axel Teichmann (Bad Lobenstein) wurde von Bundestrainer Jochen Behle sogar aus dem Rennen genommen. Bei den Frauen hatten Claudia Nystad (Oberwiesenthal) und Evi Sachenbacher- Stehle (Reit im Winkl) die Plätze 13 und 14 belegt. Mit ihrem dritten Saisonsieg rückte die Norwegerin Astrid Jacobsen dichter an die Weltcup-Führende Virpi Kuitunen (Finnland) heran.

Die Spritzigkeit fehlte 

"Ich habe mich gut gefühlt und mich deshalb auch ständig vorn aufgehalten", erklärte Sommerfeldt sein Rennen. Am Ende hatte er bei der Attacke von Anders Södergren (Schweden) nicht die Kraft zu folgen. "Ein Platz auf dem Podest hatte ich mir schon ausgerechnet", gab Sommerfeldt zu. Das war auch in der Staffel geplant. Doch im Endspurt hatte der lange Führungsarbeit leistende Tobias Angerer (Vachendorf) nicht die erforderliche Spritzigkeit.

Zuvor hatten seine Teamkollegen ein starkes Rennen abgeliefert. Teichmann, erstmals als Startläufer nominiert, ließ kein großes Loch klaffen. Jens Filbrich (Frankenhain) hielt gegen Bauer lange Zeit dagegen und wechselte als Zweiter auf Sommerfeldt, der erneut seine starke Form demonstrierte. Auch Angerer lief besser als zuletzt, ehe ihm im Sprint die Konkurrenten das Nachsehen gaben.

Müder und müder 

"Wir sind nur ein Vier-Frauen-Team und jeder muss immer antreten. Deswegen werden wir müder und müder. Wir haben nicht den Mut, einmal auszulassen", kritisierte Claudia Nystad, die im Staffel-Rennen am schweren "Moerderbakken" genau die Probleme wie im Einzel offenbarte. Da schien der erhoffte Podestplatz in weite Ferne zu rücken, zumal auch Steffi Böhler (Ibach) und Katrin Zeller (Oberstdorf) diesen auf der Klassikrunde nicht erreicht hatten.

Doch Sachenbacher-Stehle wuchs einmal mehr über sich hinaus und griff an. "Ich wollte so schnell wie möglich an die Schwedin heranlaufen. Das ist mir gelungen. Dann war ich doch ziemlich platt, aber am letzten Berg fiel mir das Attackieren leicht", meinte die Bayerin.


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