Lange vor zweitem WM-Double

SID
Freitag, 22.02.2008 | 10:23 Uhr
Bob, schlitten
© DPA
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Altenberg - Das "Goldköpfchen" ist frisiert, der geleaste Schlitten getunt: Vor der Viererbob-WM zweifelt kaum ein Experte an den erneuten Goldgewinn von Andre Lange im Erzgebirge. Zu souverän war sein Erfolg im Zweierbob, zu groß seine Dominanz in den Trainingsläufen.

"Es ist ja kein Geheimnis, dass diese Piste hier in Altenberg meine Lieblingsbahn ist. Hier rutsche ich halt am liebsten den Berg runter", sagte der dreimalige Olympiasieger aus Thüringen, dessen WM-Chronik in Altenberg mit dem Gewinn des Viererbob-Titels 2000 begann. Nun strebt er das zweite WM-Double nach 2003 in Lake Placid an.

Seitdem fuhr der Oberhofer, der traditionell zum Jahreshöhepunkt sein Haar goldgelb färbt, viermal WM-Gold im großen Gefährt ein und dazu noch zwei Olympiasiege.

Subkow als größter Gegner 

Zuletzt war der einstige Vierer-Spezialist jedoch eher im Zweierbob eine Bank, da die Leistungsdichte im Viererbob enorm zugenommen hat und sein früherer Vorsprung an Material und Kufen von der Konkurrenz kompensiert werden konnte.

"Sechs bis acht Teams können vorn reinfahren, das haben wir doch im Weltcup gesehen", betonte Cheftrainer Raimund Bethge, der vor allem den Russen Alexander Subkow auf der Rechnung hat.

Daher verteidigt der Chefstratege des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) auch die Verbandspolitik im Vorfeld, keine gegnerischen Topteams freiwillig auf die Bahn zu lassen.

Konkurrenz aus dem eigenen Lager 

"Was habe ich davon, wenn Subkow hier zusätzlich trainieren kann und uns dann vor eigenen Publikum vorführt, das ist hier Leistungssport. Jede andere Nation macht dies auf ihren Bahnen genauso", meinte Bethge.

Neben Subkow ist vor allem Europameister Janis Minins aus Lettland sowie der Amerikaner Steven Holcomb zu beachten. Zudem könnte auch Titelverteidiger Ivo Rüegg aus der Schweiz ein gewichtiges Wort mitreden.

Doch wie schon im kleinen Schlitten kommt für Lange auch aus dem eigenen Lager Konkurrenz. Denn der Riesaer Thomas Florschütz unterstrich mit rasanten Trainingsfahrten seine Ambitionen, auch wenn er den letzten Durchgang wegen einer Verletzung am rechten Fuß auslassen musste.

Höpfner voll auf Angriff 

"Alles nur eine Vorsichtsmaßnahme, wir wollen nichts riskieren", sagte Riesas Trainer Gerd Leopold. 

Voll auf Angriff wird auch Lokalmatador Matthias Höpfner fahren, nachdem er im Zweierbob die Bronzemedaille nur um 8/100 Sekunden hinter Subkow verpasste. Da konnte ihn auch das Gold als Starter im Teamwettbewerb nicht trösten.

"Es war schön, mit dem Team zu gewinnen, doch am Wochenende will ich es noch einmal wissen. Noch eine WM auf meiner Heimbahn werde ich wohl nicht mehr erleben", sagte Höpfner, der wie Lange auch einen Singer-Bob aus Rosenheim fährt.

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