Freitag, 15.02.2008

Lange unter Druck

Für ihn zählt nur der WM-Titel

Altenberg - Es ist angerichtet, doch der Druck auf Titelverteidiger André Lange auf seiner Lieblingsbahn in Altenberg ist enorm.

Bob, WM, Männer
© DPA

Zwar gibt sich der dreimalige Olympiasieger, der vor seinem dritten Zweierbob-WM-Titel nach 2003 und 2007 steht, betont locker, aber nach dem erstmaligen Gewinn des Gesamt-Weltcups im kleinen Schlitten und der Absage des Zweier-Spezialisten Pierre Lueders (Kanada) wäre alles andere als der Titel eine Enttäuschung für ihn.

"Für mich zählt nur die WM. Altenberg ist immerhin meine Lieblingsbahn, hier begann alles. Also werde ich alles daran setzen, hier ganz nach vorne zu fahren", meinte der Oberhofer Lange, der nach dem neunten Platz bei der WM-Generalprobe in Winterberg schelmisch in die Kamera lächelte. Immerhin hätte ihm ein 28. Platz zum Gesamtsieg gereicht.

Gefahr aus dem deutschen Lager

"André ist ein Siegfahrer, der genau weiß, auf was es ankommt. Die größte Gefahr kommt aus dem deutschen Lager von Thomas Florschütz und Matthias Höpfner sowie dem Russen Alexander Subkow. Mehr Piloten können die anspruchsvolle Bahn kaum sauber ohne Fehler herunter fahren", sagte der Olympiasieger von 2002, Christoph Langen, der immerhin fünf WM-Titel im Zweierbob gewonnen hat.

Bei der WM 2000 in Altenberg schnappte Langen Lange den Titel im kleinen Schlitten weg. Im Viererbob konnte Lange den Spieß umdrehen und seinen ersten großen Erfolg verbuchen. Seitdem gewann der Thüringer ein Dutzend WM-Medaillen und fuhr 2003 in Lake Placid und bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin sogar das Double ein.

Genau dies ist auch bei der Heim-WM das Ziel: Dafür ging er im Viererbob ein Wagnis ein und wechselte vom bislang erfolgreichen Schlitten aus der Forschungs- und Entwicklungsstelle von Sportgeräten (FES) in Berlin zum Konkurrenz-Produkt Singer aus Rosenheim. "Wenn die Heim-WM nicht gewesen wäre, hätte er es wahrscheinlich nicht gemacht. Doch die Leistungen in Königssee und Winterberg im Viererbob gaben ihm letztendlich recht", meinte Langes Heim-Trainer Matthias Trübner.

Florschütz in Lauerstellung

Trübner hat mit Lokalmatador Matthias Höpfner, der auf dieser Bahn den deutschen Meistertitel einfuhr, noch einen weiteren Medaillen-Kandidaten im Rennen. "Er hat sich im zweiten Saison-Abschnitt endlich mal auf den Bobsport konzentriert und gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist", betonte Trübner.

Aber auch Thomas Florschütz (Riesa) meldet im kleinen Schlitten Ansprüche an und unterstrich diese mit den jeweils drittbesten Zeiten im Abschlusstraining: "Das ist meine Heim-WM, da muss alles klappen. Wir hatten in dieser Saison, die so glänzend begann, genug Pech. Jetzt sollen sich die anderen mal warm anziehen", sagte Florschütz, der laut Langen "eine absolut saubere Linie fährt".


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