"Entscheidung des ISU unverständlich"

SID
Montag, 18.02.2008 | 12:38 Uhr
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Inzell - Anni Friesinger ist stinksauer auf den Weltverband ISU. Grund ist die ISU-Entscheidung, den Team-Wettbewerb bei den Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften in Nagano nicht auf den Schlusstag zu legen.

"Dass die ISU diesem Antrag nicht zugestimmt hat, ist bitter und unverständlich. Und das nicht nur für mich. Es betrifft ja alle Top-Nationen, die Niederländer und die Kanadier beispielsweise ebenso", sagte sich die Team-Olympiasiegerin von Turin am Rande des Weltcups in Inzell, bei dem sie mit ihren Saisonsiegen neun und zehn zugleich den Gesamt-Weltcup über 1000 Meter erkämpft hatte.

"Das Ergebnis wird sein, dass bei der Team-Verfolgung nicht die besten Athleten am Start sein werden, und dieses Problem ist hausgemacht. So wird es für die betroffenen Nationen ein Pokerspiel", kritisierte die 31-Jährige, wollte ihren Start in Nagano aber noch nicht ganz ausschließen: "Es gibt noch ein kleines Hintertürchen."

"Eine schwierige Entscheidung"

Laut Damen-Bundestrainer Markus Eicher kann dieses Hintertürchen darin bestehen, dass Anni Friesinger zum WM-Auftakt die 1500 Meter gewinnt und davon beflügelt dann ihren Team-Boykott zurücknimmt, obwohl am Schlusstag für sie mit den 1000 Metern noch die wichtigste Strecke wartet.

Auf dieser Distanz ist sie Top-Kandidatin auf Gold, nachdem sie in Inzell die Konkurrenz gleich um 1,5 Sekunden abgehängt hatte.

"Für die DESG wird es nun erst recht eine schwierige Entscheidung, denn nicht nur ich habe am Schlusstag ein wichtiges Rennen, sondern auch Claudia Pechstein und Daniela Anschütz haben über 5000 Meter Medaillenchancen", meinte die Bayerin.

"Und die Förderung unserer Sportart hängt maßgeblich von erzielten Medaillen und Plätzen ab. Da kann man nicht alles dem Team-Rennen unterordnen, so schön es auch wäre, wenn alle Asse zusammen am Start wären", ergänzte sie.

Generalprobe am Wochenende 

Die WM-Generalprobe steigt am Wochenende beim Weltcup-Finale in Heerenveen, wo erstmals auch in der Team-Verfolgung die besten vier Teams die Kräfte messen.

Eicher lässt dabei das Team mit den Olympiasiegerinnen Pechstein und Anschütz auf das Eis und hofft, dass sich die Berlinerin Katrin Mattscherodt dort in das WM-Trio hineinläuft.

"Ihre jüngsten Leistungen war sehr erfreulich. Ich denke, auch mit Matschi können wir eine WM-Medaille holen, wenn nicht sogar Gold", meinte Eicher.

Der Inzeller baut darauf, dass auch die favorisierten Teams wie Kanada und die Niederlande, angesichts des für die Athleten unfreundlichen Zeitplans wegen der Doppel- und Dreifach-Belastungen Probleme bekommen werden.

"Überrascht über die Ablehnung"

"Wir sind alle davon ausgegangen, dass wir mit unserem Antrag, den die fünf wichtigsten Nationen unterstützten, eine gute Lösung für die Damen finden. Umso überraschter waren wir über die Ablehnung. Ich kann das nicht nachvollziehen", meinte Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), verärgert.

Die ISU hatte Befürchtungen, mit der Zustimmung ein Exempel zu statuieren, da solche Änderungen nach ihren Regularien nur der Kongress fällen darf, der aber erst wieder im Juni in Monaco tagt. "Zudem gab es Befürchtungen, dass es Ärger mit dem Fernsehen geben könnte", ergänzte Heinze.

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