Donnerstag, 21.02.2008

Skispringen

DSV-Springer träumen von Team-Medaille

Oberstdorf - Deutschlands Weitenjäger wollen bei den Skiflug-Weltmeisterschaften vor heimischer Kulisse allen Unkenrufen zum Trotz das Tal der Tränen verlassen und sich im Team-Wettbewerb den unerreichbar scheinenden Medaillen-Traum erfüllen.

Skifliegen, Oberstdorf
© DPA

In der Qualifikation für die Einzel-Entscheidung überzeugte das DSV-Quartett mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und nahm komplett die erste Hürde. "Ich bin zufrieden mit der Qualifikation. Die Einstellung hat von Anfang an gestimmt. Wir sind auf einem guten Weg", lobte Bundestrainer Peter Rohwein seine Schützlinge.

Vor allem die Vorstellung von Michael Uhrmann und Martin Schmitt machte Mut. Bei strömendem Regen war Uhrmann mit 195 Metern bester DSV-Springer und landete in der Ausscheidung auf Rang zwei hinter dem Österreicher Martin Koch (201).

Schmitt stark verbessert

Allerdings sprangen vier der zehn für den Wettkampf gesetzten Top-Springer mit Weltrekordler Björn Einar Romören (Norwegen/207) an der Spitze weiter als Uhrmann. "Ich bin richtig zufrieden. Ich denke, ich kann das erreichen, was ich mir vorgenommen habe", sagte der Bayer.

Auch Schmitt präsentierte sich mit 192 Metern stark verbessert. "Ich habe ein gutes Gefühl. Es macht wieder riesigen Spaß, nachdem die letzten Wochen ja nicht so gut gelaufen sind. Das war wichtig für mein Selbstvertrauen. Ich bin wieder gut dabei", frohlockte der 30 Jahre alte Vize-Weltmeister von 2002, der auf seiner Heimschanze in Hinterzarten noch ein Sondertraining absolviert hatte. "Das Gefühl stimmt wieder", sagte Schmitt.

Schon vor dem Auftakt des Flugspektakels hatte Rohwein an das Team appelliert: "Wenn alle euphorisch an die Aufgabe herangehen, können sie auch über sich hinauswachsen und vielleicht eine Überraschung wie bei der Vierschanzentournee schaffen", sagte Bundestrainer Peter Rohwein vor dem Auftakt des Flugspektakels in Oberstdorf.

Nach dem glänzenden Tournee-Ergebnis mit Platz drei für Michael Neumayer und Rang acht für Martin Schmitt sind die deutschen Springer im Mittelmaß versunkenen. Jetzt hofft Rohwein auf eine deutliche Steigerung.

Aussprache war nötig 

"Jeder hat das Potenzial, unter die ersten Zehn zu springen. Im Team bedarf es acht guter Sprünge und einer Portion Glück. Es sind viele Mosaiksteine, die zusammen passen müssen", erklärte Rohwein. Mit einer Brandrede nach der verpatzten Generalprobe beim Weltcup in Willingen hatte er versucht, die Mannschaft aufzurütteln. "Ich wollte einen Weg aufzeigen, wie die WM funktionieren kann. Jeder kann viel, viel mehr", sagte Rohwein.

Die eindringlichen Worte sind offenbar angekommen. "Wir sind wachgerüttelt worden. So kann es nicht weitergehen. Wir werden uns bei der WM anders präsentieren", sagte Georg Späth. Und Michael Neumayer meinte: "Die Aussprache war nötig und hatte den Effekt, dass jeder darüber nachgedacht hat, was zuletzt nicht gut gelaufen ist."

Der Berchtesgadener will schon im Einzel zeigen, was in ihm steckt. "Ich erwarte, dass ich unter die Top Ten komme. Und natürlich träumen wir von einer Mannschafts-Medaille. Es ist möglich, wenn jeder das bringt, was er drauf hat, und einer der Favoriten patzt. In diesem Fall würden wir gerne auf dem Podest einspringen", sagte Neumayer.

Späths YouTube-Erinnerungen  

Er verkörpert momentan allerdings als Einziger im deutschen Team internationales Format. Lokalmatador Späth ist weit von seinen Glanztagen anno 2004 entfernt, als er bei der Skiflug-WM in Planica nach dem ersten Tag führte und am Ende als Vierter nur knapp eine Medaille verpasste.

"Die schönen Flüge von damals habe ich mir mehrfach im Internet auf "YouTube" angeguckt. Jetzt freue ich mich auf die WM vor der Haustür", erklärte der Oberstdorfer.

Michael Uhrmann, dem nach seinem im Vorjahr erlittenen Trümmerbruch im Fuß noch die nötige Konstanz und Fitness fehlt, hofft ebenfalls auf den Durchbruch. "Ich möchte eine Serie guter Sprünge abliefern. Oberstdorf eröffnet mir die Möglichkeit, die Saison zu einem positiven Abschluss zu bringen", sagte der Bayer. Ähnliches gilt für Martin Schmitt: "Ich möchte ein einstelliges Ergebnis erreichen und mit dem Team um eine Medaille springen. Dafür werden wir alles geben."


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