Björn Ferry exklusiv

"Meine Frau würde mir den Arm brechen"

Von Interview: Richard Rother
Donnerstag, 07.02.2008 | 10:54 Uhr
Der Schwede Björn Ferry war im Verfolgungsrennen von Antholz nicht zu schlagen
© Getty
Advertisement
NBA
Live
Hawks @ Nets
NHL
Canucks @ Red Wings
WTA Championship Women Single
WTA Finals Singapur: Tag 2
NBA
Warriors @ Mavericks
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Tag 3
Basketball Champions League
Ludwigsburg -
Neptunas
Basketball Champions League
Bonn -
Nymburk
NHL
Oilers @ Penguins
NBA
Knicks @ Celtics
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Tag 4
Basketball Champions League
Olimpija -
Bayreuth
Basketball Champions League
Oldenburg -
Karsiyaka
NBA
Pacers @ Thunder
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Tag 5
European Championship
European Darts Championship: Tag 1
NBA
Celtics @ Bucks
NHL
Stars @ Oilers
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Viertelfinale
European Championship
European Darts Championship: Tag 2 -
Session 1
European Championship
European Darts Championship: Tag 2 -
Session 2
Pro14
Connacht -
Munster
Premiership
Sale -
Exeter
NBA
Thunder @ Timberwolves
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Halbfinale
European Championship
European Darts Championship: Tag 3
NBA
Cavaliers @ Pelicans
WTA Championship Women Single
WTA Finale Singapur: Finale
European Championship
European Darts Championship: Tag 4 -
Session 1
BSL
Galatasaray -
Fenerbahce
Premiership
Bath – Gloucester
ACB
Valencia -
Gran Canaria
European Championship
European Darts Championship: Tag 4 -
Session 2
NBA
Spurs @ Pacers
NHL
Ducks @ Hurricanes
NHL
Bruins @ Blue Jackets
NBA
Spurs @ Celtics
Basketball Champions League
Aris -
Bonn
Champions Hockey League
Mannheim -
Brynäs
Champions Hockey League
Bern -
München
NBA
Thunder @ Bucks
Basketball Champions League
Ventspils -
Ludwigsburg
Basketball Champions League
Banvit -
Bayreuth
Basketball Champions League
EWE Baskets -
Murcia
NBA
Bulls @ Heat
NBA
Warriors @ Spurs
World Series of Darts
World Series of Darts Finals -
Tag 1
NBA
Cavaliers @ Wizards

 München - Alter Schwede, war das ein Wochenende in Antholz für Björn Ferry.

Der 29-Jährige erkämpfte sich seinen ersten Weltcup-Sieg in der Verfolgung und einen zweiten Platz im Massenstart. Damit avanciert Ferry bei seiner Heim-WM im schwedischen Östersund zum Geheimfavorit.

Bisher stand er meist im Schatten der Dominatoren der Szene, allen voran Ole Einar Björndalen, Michael Greis und die russische Fraktion um Dimitri Iaroschenko.

Bei SPOX.com plaudert der Lappe über das Leben in völliger Abgeschiedenheit, über Schießtraining im Dunkeln und warum er Angst vor seiner Frau hat.

SPOX: Seit wann sind Sie wieder in Schweden, um für die WM zu trainieren?

Björn Ferry: Nach Antholz bin ich gleich hergefahren. Wir haben ein paar Tage mit dem Team verbracht, aber seither bin ich daheim und bereite meine Sachen für Östersund vor.

SPOX: Stimmt es, dass Sie Schlafstörungen nach Ihrem Sieg in Antholz hatten?

Ferry: Ich habe eine Menge Anrufe und einen Haufen SMS bekommen. Außerdem habe ich ewig den Medien Rede und Antwort gestanden und in meinem Kopf ist soviel herum gespukt, dass ich nicht schlafen konnte.

SPOX: Wäre das nicht vor einem Wettkampf normaler?

Ferry: Vielleicht schon, aber der Erfolg und der anschließende Rummel hat mich nicht ganz losgelassen. Aber die Schlafstörungen dauerten auch nur zwei Nächte lang, das war schon okay.

SPOX: Haben Sie irgendwelche Tricks, um sich vor einem Wettkampf abzulenken?

Ferry: Vor einem Rennen ist man immer ein Stück weit aufgeregt. Aber irgendein Ritual oder so was habe ich nicht. Ich versuche, mich voll auf das Geschehen zu konzentrieren. Musik beispielsweise würde mich zu sehr ablenken.

SPOX: Wo trainieren Sie denn normalerweise, in Schweden oder in Österreich oder Deutschland?

Ferry: Mein Coach Wolfgang Pichler wohnt in Ruhpolding. Die Hälfte der Zeit trainiere ich dort zusammen mit der Nationalmannschaft und die andere Hälfte hier in Schweden, genauer gesagt drei Stunden nördlich von Östersund in Lappland. Dort wohne ich.

SPOX: Mögen Sie es, völlig abgeschieden in Lappland zu leben?

Ferry: Ja. Ich liebe die Gegend hier. Von November bis April haben wir jede Menge Schnee. Überall anders ist es zehn Grad wärmer, aber das macht mir gar nichts aus.

SPOX: Macht Ihnen die Dunkelheit was aus?

Ferry: Wir haben nur ein paar Stündchen Tageslicht. Deswegen kann ich auch vor 10 Uhr morgens nicht anfangen, Schießen zu üben. Wer weiß, wo ich sonst hin schießen würde.

SPOX: Sind das insgesamt nicht zu schwierige Trainingsbedingungen?

Ferry: Die 15 Kilometer lange Strecke bei mir daheim ist mit künstlichem Licht ausgeleuchtet. Anders wäre das nicht möglich. Also die Dunkelheit ist eigentlich gar kein Problem, um das Laufen zu trainieren. Was mir eher zu schaffen macht, sind die minus 25 Grad. Das ist beschwerlich, aber einfach normal.

SPOX: Ihre Frau ist fünffache Weltmeisterin - sind Sie ein bisschen neidisch?

Ferry: Ja stimmt. Sie hat fünf Weltmeistertitel in 'Armbrytning' (Armdrücken). Aber einen hausinternen Konkurrenzkampf gibt es nicht.

SPOX: Fordert Ihre Frau Sie manchmal heraus?

Ferry: Nein. Da hätte ich keine Chance. Ihr rechter Arm ist der stärkere und dagegen könnte ich wohl echt nichts ausrichten. Mit links hätte ich schon meine Möglichkeiten gegen sie. Aber wir probieren das lieber nicht, weil ich Angst davor habe, mir den Arm dabei zu brechen.

SPOX: Empfinden Sie die Heim-WM als Vorteil oder übt das eher Druck aus?

Ferry: Ein bisschen was von beidem. Einerseits ist es klasse, vor heimischem Publikum Rennen zu bestreiten und die kreischende Kulisse mitzubekommen. Andererseits wird natürlich auch viel erwartet und das wiederum macht Druck.

SPOX: Werden Sie den Mixed-Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen?

Ferry: Das ist mein primäres Ziel. Darüber hinaus will ich aber unbedingt auch im Einzel eine Medaille erringen, am besten natürlich Gold.

SPOX: Wer werden denn ihre schärfsten Widersacher in Östersund sein?

Ferry: Ole natürlich, Michi Greis und die ganze russische Mannschaft, allen voran Dimitri Iaroschenko und Nikolaj Kruglov. Und ich natürlich. (lacht)

SPOX: Was sagen Sie zu Kajsa Varis' Doping-Vergehen?

Ferry: Das war eine absolute Dummheit. Ich für mich kann nur sagen, dass ich nie dopen würde.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung