Eisschnelllauf

Inzell-Bahn wird überdacht

SID
Montag, 07.01.2008 | 12:06 Uhr
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Inzell - Als zweite Sportnation nach den Niederlanden könnte Deutschland in absehbarer Zeit über eine dritte Eisschnelllauf-Halle verfügen.

Nach dem Willen von Landes- und Gemeinde-Politikern sowie der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) soll die 1965 eröffnete Inzeller Eisbahn vor der prächtigen Alpen-Kulisse nun eine Überdachung erhalten und zum dritten deutschen Standort nach Berlin und Erfurt mit einer modernen Eisschnelllaufhalle ausgebaut werden.

"Die Entscheidung soll bis spätestens Ende dieses Quartals fallen", sagte Eisbahnchef Hubert Graf. "Die Finanzierungszusage vorausgesetzt, werden wir das Hallenprojekt als Anlage unserer Bewerbung für die Einzelstrecken-Weltmeisterschaften 2011 anfügen."

Keine Rede von Eislaufen 

Bei einem Zuschlag durch den Weltverband ISU wären es die zehnten Eisschnelllauf-Welttitelkämpfe im Ludwig-Schwabl-Eisstadion, der bislang schnellsten Freiluftbahn der Welt. Die ISU hatte zuvor klargestellt, dass künftig Weltmeisterschaften nur noch an Orte mit Hallen vergeben werden. Somit geht die WM von 2005 in Inzell als die letzte Freiluft-WM in die Eisschnelllauf-Geschichte ein.

Bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende bestätigte sich abermals die Richtigkeit dieser ISU-Entscheidung. An den ersten beiden Tagen hatten die Athleten bei Sonnenschein nur mit Gegenwind auf der Zielgeraden zu kämpfen. Am Sonntag machte den Athleten strömender Regen zu schaffen. "Von Eislaufen konnte nicht mehr die Rede sein", sagte Mehrkampf-Meister Tobias Schneider.

76 Weltrekorde in Inzell 

Am Rande der Meisterschaften führten der CDU/CSU-Fraktionsvize im Bundestag, Peter Ramsauer, sowie der auch für Sport zuständige bayerische Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) Gespräche mit Vertretern der Gemeinde und der DESG in Inzell. Sie wollten sich zu konkreten Ergebnissen zu dem 30-Millionen-Euro-Projekt nicht äußern, bestätigten aber, dass es "sehr gute Gespräche" gewesen seien. Die DESG steht den Inzeller Plänen ebenfalls positiv gegenüber.

Bis zum Beginn der Hallen-Ära 1988 wurden in Inzell 76 Weltrekorde aufgestellt. Alle derzeit von der ISU anerkannten aktuellen Weltrekorde stammen aus den Hallen in Calgary und Salt Lake City, die von ihrer Höhenlage profitieren. Das 700 Meter hoch gelegene Inzell könnte diesen Vorteil künftig ebenfalls in die Waagschale werfen.

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