Sonntag, 20.01.2008

Weltcup in Klingenthal

Deutsche Kombinierer weiter erstklassig

Klingenthal - Zwei Siege innerhalb von drei Stunden: Die deutschen Kombinierer bestimmen in dieser Saison wie selten zuvor die Weltspitze.

Ackermann, frenzel
© DPA

Nachdem der Oberwiesenthaler Eric Frenzel am Vormittag beim vom Vortag verlegten Massenstart-Springen seinen ersten Weltcup-Sieg vor Ronny Ackermann gefeiert und anschließend auch das Springen für den Sprint-Wettbewerb gewonnen hatte, drehte der viermalige Weltmeister Ackermann (im Bild links) beim 7,5-km-Lauf den Spieß um und verwies den 19-Jährigen auf Platz zwei.

Damit baute Ackermann seine Führung im Gesamtweltcup auf 190 Punkte aus und hat beste Aussichten auf den dritten Gewinn der Großen Kristallkugel.

Bundestrainer freut sich mit Frenzel 

"Es war ein Riesenerlebnis hier in Klingenthal für uns und natürlich besonders für Eric. Er hat verdient gewonnen und Platz zwei belegt. Ich hatte ihm für sein Heimspiel mit auf den Weg gegeben: Entweder es klappt oder eben nicht. Genieße die Stimmung und nimm sie als Motivation für die Zukunft in dich auf", erzählte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Trotz komplizierter Windbedingungen zeigte der Sachse, warum er als das größte deutsche Kombinierer-Talent gehandelt wird. Er blieb locker und unbeschwert und segelte nicht nur beim ersten Springen des Sonntags zum Erfolg im Massenstart-Wettbewerb.

Nur zwei Stunden später stand er mit 141 m auch die größte Weite im Sprint-Wettkampf und durfte vor den Augen seiner Freundin Laura und des einjährigen Sohnes Philipp als Erster in die Loipe gehen.

Nur Geburt des Sohnes schöner 

"Der Sieg war der zweitschönste Moment in meinem Leben nach der Geburt meines Sohnes", sagte Frenzel.

Beim Sprint-Wettbewerb wechselte er sich mit Ackermann zwei Runden lang in Radsport-Manier ab, ehe ihn die Kräfte verließen. "Dann haben mir die Körner gefehlt, um mitzugehen. Aber es wäre ja schlimm, wenn ich das auch noch gekonnt hätte", meinte der Junioren-Weltmeister, der zuvor noch nie im Weltcup auf dem Siegerpodest gestanden hatte, dreimal als Vierter aber dicht davor stand.

Ackermann einfach nur happy 

Ackermann strahlte nach seinem dritten Saisonerfolg, dem 27. seiner Karriere.

"Es war das erfolgreichste Wochenende in diesem Winter trotz der schwierigen Wetterbedingungen. Ich hatte meine besten Sprünge im Wettkampf, obwohl ich nicht den besten Wind hatte. Die Laufstrecke ist vom Profil her schon zu schwer für uns. Am Sonntag bin ich mit den Ski von Sebastian Haseney gelaufen, die haben mir den Sieg gebracht, nachdem es am Samstag vom Material her nicht so gut lief", meinte der Thüringer.

Organisatoren leisten Schwerstarbeit 

Das größte Kompliment in Klingenthal hatten sich die Organisatoren und freiwilligen Helfer verdient. Nachdem am Samstag wegen des Wärmeeinbruchs die Anlaufspur gebrochen und daher kein Springen möglich gewesen war, werkelten am Sonntag rund 60 Menschen ab 3 Uhr in der Nacht an der Präparierung der Anlaufspur. Rat holten sie sich vom Streckenchef der Kitzbüheler Streif.

Der Lohn für die Anstrengungen waren tolle Sprünge und eine Superstimmung unter den 15.000 Zuschauern an beiden Tagen beim ersten Weltcup nach 20 Jahren in der Vogtland-Arena.


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