Biathlon

Birnbacher hofft auf die WM

SID
Donnerstag, 10.01.2008 | 11:55 Uhr
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Ruhpolding - Andreas Birnbacher bemühte sich spürbar, seinem Frust über die Nichtberücksichtigung für das Staffelrennen beim Weltcup in Ruhpolding keinen freien Lauf zu lassen.

Der WM-Zweite des Vorjahres im Massenstart setzte vielmehr ein spitzbübisches Lächeln auf und erklärte: "Darüber war ich schon ein bisserl überrascht. Ich wäre gern beim Heimrennen gelaufen. Aber ich durfte ja vorige Woche in Oberhof ran. Die Entscheidung trifft aber Bundestrainer Frank Ullrich." Der wollte die Denkpause für Birnbacher ausgerechnet vor heimischem Publikum keinesfalls als Bestrafung gewertet wissen.

"Vielmehr soll er sich in den Einzelrennen bestens präsentieren. Dafür kann 'Birnei' den zusätzlichen wettkampffreien Tag nutzen", sagte Ullrich - und fand zumindest Verständnis beim Schlechinger, der in Ullrichs Plänen für das Staffelrennen bei den Weltmeisterschaften im Februar in Östersund (Schweden) auch wegen seiner bekannten Stärke im Stehendschießen eine feste Größe zu sein scheint.

"Beim Massenstart in Oberhof habe ich mein letztes Schießen versaut. Ich muss schauen, dass ich es wieder stabilisiere. Dann ergibt sich alles andere von selbst", schätzte der blonde Bayer ein.

Schneller Regeneration nach Bänderriss

Mit dem zweiten Platz hinter Michael Greis beim WM-Massenstart im vergangenen Februar in Antholz (Italien) feierte der 26 Jahre alte Sportsoldat sein bisher wertvollstes Ergebnis. "Bei der WM in Östersund möchte ich möglichst in allen Rennen dabei sein, auf jeden Fall aber erstmals bei einer WM zur deutschen Staffel gehören", legte sich der viermalige Junioren-Weltmeister Birnbacher fest.

Dabei schien Ende November des vergangenen Jahres die WM-Teilnahme des Sunnyboys blitzartig gefährdet zu sein. Er knickte auf der heimischen Treppe um. Dabei rissen drei Bänder im rechten Fuß.

"Ich bin die Treppe runtergelaufen. Plötzlich gab's einen lauten Knall, mir wurde schwindelig", erinnerte er sich an die Schrecksekunde. Birnbacher humpelte zum Kühlschrank, kühlte den Fuß und holte sich sofort telefonische Anweisungen von Mannschaftsarzt Dr. Bernd Wolfarth. "Die ganze Hax'n war ziemlich dick angeschwollen", berichtete er.

Gute Erinnerung an Antholz

Dank der schnellen Behandlung ohne Operation kehrte er bereits knapp zwei Wochen später in den Weltcup zurück. Mit einem getapten Fuß im Spezialschuh schaffte Birnbacher, der während der Saisonvorbereitung stets zu den Besten im Training gehörte, in Hochfilzen mit Platz acht im Sprint sowie sechs in der Verfolgung auf Anhieb die WM-Norm.

Bei den noch anstehenden Sprint- und Verfolgungsrennen in Ruhpolding am Samstag und Sonntag sowie den drei Wettkämpfen in Antholz will er versuchen, seine Position in der internen deutschen Rangliste auszubauen und sich damit die WM-Starts zu sichern.

"An Antholz habe ich wegen der Silbermedaille eine ganz besonders schöne Erinnerung", gibt Birnbacher zu. Vielleicht klappt es im Südtiroler Biathlon-Mekka ja auch mit dem ersten Weltcupsieg seiner Laufbahn. "Doch das kann derzeit außer Ole Einar Björndalen wohl niemand planen", schätzte er ein und ergänzte: "Dazu brauche ich einen Glückstag mit perfektem Laufen und Schießen."

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