Samstag, 29.12.2007

Ski alpin

Erster Saisonsieg für Miller bei Abfahrt in Bormio

Bormio/Italien - Draufgänger Bode Miller hat mit ungewohnter taktischer Finesse die berüchtigte Stelvio-Abfahrt gemeistert und in Bormio seinen ersten Weltcup-Sieg des Winters gefeiert.

Bode, Miller
© Getty

"Das war heute ein Sieg der Ausgeglichenheit zwischen Taktieren und Riskieren", sagte der sonst für seinen bisweilen halsbrecherischen Fahrstil bekannte US-Skistar nach seinem insgesamt 26. Weltcup-Erfolg.

Zweiter wurde mit einem Rückstand von 0,45 Sekunden der Österreicher Andreas Buder vor dem Kanadier Jan Hudec. Der Ebinger Stephan Keppler holte als 28. bereits zum dritten Mal in diesem Winter Weltcup-Punkte. Johannes Stehle aus Obermaiselstein belegte den 38. Platz.

"Das war wirklich ein Wunder" 

Miller war bei seinem ersten Sieg, seit er nach der Trennung vom US-Verband mit einem eigenen Team unterwegs ist, besonders stolz auf seine Renneinteilung auf dem mit 3,27 Kilometern zweitlängsten Abfahrtskurs im Weltcup-Kalender.

"Das ist wirklich ein Wunder", sagte der 30-Jährige nach seiner eindrucksvollen Fahrt. "Wenn du es hier bist unten schaffen willst, musst du es in manchen Kurven locker angehen. Wenn du zu viel riskierst, zahlt sich das nicht aus."

Diese Erfahrung machte Michael Walchhofer, der als Spitzenreiter im Abfahrts-Weltcup und zweifacher Saisonsieger als Favorit ins Rennen gegangen war. Nach zwei Erfolgen im Vorjahr verpasste der Österreicher nach einem groben Fahrfehler als 19. seinen angepeilten Bormio-Hattrick deutlich.

Dennoch verteidigte der 32-Jährige mit nun 230 Punkten seine Führung in der Disziplinwertung. Zweiter ist hier der Schweizer Didier Cuche (204 Punkte), der als Vierter knapp am Podest vorbeifuhr, vor Miller (183).

Deutsche erfüllen Erwartungen nicht 

Die beiden Fahrer des Deutschen Skiverbands (DSV) konnten auf der sehr eisigen Piste die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Zählbares sprang nur für Keppler heraus.

"Ich wollte eigentlich noch weiter nach vorne fahren, um meinen Startplatz für die Rennen in Wengen zu verbessern", sagte der 24-Jährige. DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier fand aber nach der dritten Top-30-Platzierung des Winters versöhnliche Worte.

"Es war eine ziemlich schwere Abfahrt. Immer wenn er sich unter den ersten 30 bewegt, ist es gut", sagte Maier, fügte aber hinzu: "Aber bei ihm ist der Anspruch eigentlich etwas höher als nur 28. zu werden."


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