Deutsche Asse demontieren Weltelite

SID
Sonntag, 16.12.2007 | 14:55 Uhr
kircheisen, wintersport, nordische kombination, ramsau
© DPA
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Ramsau - Mit dem ersten Dreifach-Erfolg des Winters haben sich die deutschen nordischen Kombinierer in die Weltcup-Weihnachtspause verabschiedet.

20 Stunden nach seinem Erfolg beim Massenstart erkämpfte sich der vom Fieber genesene Björn Kircheisen aus Johanngeorgenstadt am Sonntag auch den Sieg im Hurricane-Sprint und baute die Führung im Weltcup auf 63 Punkte vor Ronny Ackermann (Dermbach) aus. Als Tagesdritter feierte Tino Edelmann (Zella-Mehlis) hinter Weltmeister Ackermann das beste Weltcup-Resultat seiner Laufbahn.

Trotz des Triumphes war Bundestrainer Hermann Weinbuch nicht ganz glücklich. "Die Rivalität zwischen Björn und Ronny ist schon so etwas wie eine tickende Zeitbombe im Team", sagte er.

Kircheisen taktisch bärenstark

Nach einem Sprung sowie dem 7,5 Kilometer langen Lauf hatte Kircheisen im Ziel 3,1 Sekunden Vorsprung vor Ackermann, dem er bereits am Vortag das Gelbe Trikot abgenommen hatte. Bei der "Demontage" der gesamten Weltelite imponierte der Sachse, der somit drei der bisher sechs Weltcuprennen des Winters gewonnen hat, mit taktisch ausgebufften Läufen.

Am Sonntag hatte er gemeinsam mit Ackermann zuerst die knapp 100 Meter Rückstand beim Start zum österreichischen Sprunglaufsieger Bernhard Gruber aufgeholt, ehe nach Stehversuchen die Verfolger wieder aufschließen konnten.

"War mir sicher, dass sie nicht kontern können"

"In der Phase habe ich mich etwas ausgeruht und dann am Berg eine Attacke gesetzt, als die Verfolger aufgeschlossen hatten. Ich war mir sicher, dass sie nicht kontern können", erzählte Kircheisen - und lobte die medizinische Abteilung. "Die zwei Siege waren schon etwas überraschend, denn ich musste fast die gesamte Woche pausieren", erzählte der Sachse.

Als Zugabe zum Gelben Trikot kassierte er am Fuße des Dachstein-Gletschers insgesamt 24.000 Schweizer Franken (ca. 14.400 Euro) vorweihnachtliches Preisgeld.

Ackermann hadert mit der Jury

Dagegen haderte Ackermann mit der Jury, die ihm beim zweiten Sprung im Einzel vier Punkte wegen schlechter Landung abgezogen hatte, und tags darauf mit Kircheisens Taktik.

"Ich musste allein die Führungsarbeit machen, stand lange im Wind und habe dabei viele Körner gelassen. Doch ich musste nach dem Stehversuch wieder Tempo machen, sonst wäre es überhaupt nichts mit dem Podestplatz geworden", klagte der Thüringer und bekannte, dass es ein "Stockerlplatz" mit ein bissel Wehmut war. "Ein zweiter Platz im Weltcup ist natürlich immer ein prima Ergebnis", sagte er. "Schöner wäre es aber gewesen, wenn sich Björn mit mir in der Führung abgewechselt hätte", ergänzte der Dreifach-Weltmeister- und gratulierte leicht angesäuert seinem Team-Kontrahenten.

Weinbuch zeigt Verständnis

Weinbuch zeigte dagegen Verständnis für das taktischen Spielchen seines Weltcup-Spitzenreiters.

"Wir wissen ja, dass sich Björn und Ronny schwer dabei tun, sich gegenseitig zu unterstützen. Es geht für beide um viel, um die Weltcupführung. Da wird mit harten Bandagen gekämpft", bewertete er das Duell. "Nur gut, dass es einen guten Ausgang genommen hat und am Ende auch noch Tino Edelmann von der zwischenzeitlichen Tempoverschleppung profitieren und zur Spitzengruppe aufschließen konnte. Zudem haben wir die Führung im Nationencup auf jetzt über 300 Punkte vor Gastgeber Österreich weiter ausgebaut", stellte Weinbuch zufrieden fest.

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