Ski-Hoffnung Hölzl: Podest als Ziel

SID
Mittwoch, 24.10.2007 | 15:00 Uhr
Kathrin Hoelzl, Ski Alpin
© Getty
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Stuttgart/München - Alle Augen richten sich auf Maria Riesch und Felix Neureuther, wenn sich die Skirennfahrer am Wochenende in Sölden zum ersten Rennen der alpinen Weltcup-Saison aus dem Starthäuschen die Piste hinunter stürzen. Im Zielraum könnte das schon anders aussehen.

Denn im Riesenslalom werden weniger der Allrounderin Riesch oder dem Slalom-Spezialisten Neureuther die besten Chancen eingeräumt, sondern vielmehr Teamkollegin Kathrin Hölzl. "Die Kathi ist im Moment das heißeste Eisen, das wir im Feuer haben", sagt Damen-Cheftrainer Mathias Berthold.

Die Konstanz als Hauptziel 

Im Windschatten des Comeback-Jahres der Partenkirchener Vorzeigefahrerin Maria Riesch hatte die hoch talentierte Hölzl in der vergangenen Saison endgültig ihre Nervenschwäche überwunden und in ihrer Spezialdisziplin mit erstklassigen Resultaten den Sprung in die Weltelite geschafft.

Die Krönung einer starken Saison erlebte die 23-Jährige beim Saisonfinale, als sie mit einer technisch herausragenden Fahrt Zweite wurde und sich erstmals auf einem Weltcup-Podium feiern lassen durfte. In der Riesenslalom-Gesamtwertung reichte es zu einem ausgezeichneten fünften Rang.

Blenden lässt sich die zurückhaltende Bischofswiesenerin von dem neu gewonnenen Gefühl, im Rampenlicht zu stehen, aber keinesfalls. "Im Riesenslalom möchte ich das beweisen, was ich in der vergangenen Saison gebracht habe. Ich möchte konstant vorne mitfahren und mich in der Spitze etablieren", sagt sie bescheiden.

Die Gesundheit als Grundstein 

Auch an ihrem Repertoire will Kathrin Hölzl weiter arbeiten: "Im Slalom will ich konstant unter die ersten 30 fahren. Und ich habe viel Speed trainiert, weil ich vielleicht auch Kombination fahren werde." Der wichtigste Wunsch gilt aber nicht Platzierungen und Punkten: "Ich möchte einfach gesund bleiben. Das andere erledigt sich dann von selbst."

Zu präsent sind noch ihre gesundheitlichen Probleme der Vorsaison. "Es ist schon ein Schock, wenn der Arzt einem sagt 'Du hast eine Herzmuskelentzündung und darfst jetzt nicht mehr fahren, die Saison ist gelaufen'", erinnert sich Hölzl, die von der WM in Are wegen einer Steißbeinverletzung vorzeitig abreisen musste. "Gott sei Dank bin ich das letzte Saison-Rennen gefahren und habe den zweiten Platz gemacht."

Ziel: Die besten Drei

Kathrin Hölzl ließ sich nach Saisonende die Mandeln entfernen und beseitigte damit vermutlich die Ursache ihrer Erkrankung. Nun will sie das Selbstbewusstsein aus dem Frühjahr mit in die neue Saison nehmen. "Ich habe mich gut von meinen Krankheiten letztes Jahr erholt", sagt die WM-Sechste. "Ich fühle mich körperlich und seelisch fit und denke, dass ich skifahrerisch wieder auf einem guten Stand bin."

Das hofft auch Wolfgang Maier, der das Ende der Fahnenstange für sein Riesentorlauf-Juwel noch längst nicht erreicht sieht. Wenn sie ihr Potenzial ausschöpfe, könne Hölzl zu den "besten Drei" im Riesenslalom gehören, glaubt der Alpin-Direktor des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Selbst Maria Riesch traut "der Kathi" das beste Resultat der deutschen Damen in Sölden zu. Falls das tatsächlich gelänge, würde sie es ihrer Freundin sicher nicht einmal übel nehmen, wenn diese im Ziel den größeren Medienrummel auf sich ziehen würde.

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