Umfrage unter DSV-Topathleten

Das Ende einer Wintersportnation

Von Daniel Börlein / Richard Rother
Samstag, 20.10.2007 | 13:13 Uhr
Neuner, Magdalena
© Getty
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Ingolstadt - Mal ist es Magdalena Neuner, mal Felix Neureuther. Mal auch Tobias Angerer, Maria Riesch oder Ronny Ackermann.

In der Regel vergeht während einer Wintersportsaison kein Wochenende, an dem nicht irgendein Athlet des Deutschen Skiverbandes für positive Schlagzeilen sorgt.

Nun hat die neue Saison noch nicht mal begonnen, die ersten Schlagzeilen über den DSV gibt es allerdings schon. Dieses Mal aber überaus schlechte.

Bislang ist noch nicht geklärt, welcher TV-Sender die kommende Saison überträgt und wer dementsprechend Millionen an den Verband überweist. Rechteinhaber RTL nimmt momentan "eine Blockadehaltung" ein, wie DSV-Präsident Alfons Hörmann erklärte, durch die sogar "die Existenz des Verbandes auf dem Prüfstand steht."

Durch die fehlenden Einnahmen sah sich der DSV zu "Kostensenkungsmaßnahmen" veranlasst, die durchaus weitreichende Folgen haben können. SPOX.com hat sich im Aktivenlager umgehört.

Welche Konsequenzen sind zu befürchten?

"Wir Athleten im A-Kader sind überhaupt nicht betroffen. Wir werden nicht beeinträchtigt", stellt Skispringer Michael Uhrmann klar.

"Am meisten betroffen sind die Nachwuchssportler", sagt Damen-Biathlon-Bundestrainer Uwe Müssiggang. "Die ganzen Lehrgangsmaßnahmen für die B-, C-, D-Kaderathleten wurden gestoppt", ergänzt Langläufer Tobias Angerer.

Die erste Konsequenz ist demnach, dass junge Nachwuchssportler auf einen Teil ihrer Förderung verzichten müssen und einen Großteil der Kosten für Reisen und Material selbst zu tragen haben.

Was bedeutet das?

Die daraus resultierenden Folgen werden sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen: "Für die nächsten zwei, drei Jahre ist noch keine Gefahr da für den Leistungssport. In Zukunft besteht allerdings das Risiko, dass die ohnehin wenigen Talente, die wir haben, wegfallen. Da wird es dann Jahrgänge ohne große Talente geben", so Müssiggang.

Und ewig kann der DSV auch nicht von den Leistungen der Etablierten zehren, "denn irgendwann hören wir auf. Und dann brauchen wir den Nachwuchs", sagt Kati Wilhelm, zweifache Biathlon-Olympiasiegerin.

"Wenn die Basis weg ist, dann ist es schwer, wieder etwas neu aufzubauen", so Uhrmann. "Ohne Nachwuchs wird es irgendwann zu Ende gehen", macht Müssiggang unmissverständlich klar.

Verliert Deutschland den Status als führende Wintersportnation?

"Der Nachwuchs braucht gute Bedingungen. Die anderen Nationen haben die Möglichkeit, professionell zu trainieren", sagt Wilhelm. "Wenn wir das nicht mehr bieten können, werden wir den Anschluss verlieren."

"Wie wichtig die frühzeitige Förderung ist, hat man doch bei Magdalena Neuner gesehen. Das war nur durch die gute Arbeit im Nachwuchs möglich. Und die kann wiederum nur geleistet werden, wenn gewisse finanzielle Mittel da sind", sagt Müssiggang.

Wie geht es weiter?

Neuner erklärt stellvertretend für alle Spitzenathleten, den Nachwuchs finanziell unterstützen zu wollen: "Wir verdienen eine ganze Menge. Da sollte schon ein bisschen was übrig sein."

Skispringer Martin Schmitt: "Konkret ist noch nichts geredet worden, ob es um letztjährige oder zukünftige Prämien geht. Grundsätzlich geht es darum, dass, wenn es zu Engpässen kommt, jeder auch die Bereitschaft hat, selbst Einsparungen hinzunehmen."

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