Ein Mix aus Girlie und Frau

Von Interview: Daniel Börlein
Mittwoch, 10.10.2007 | 21:43 Uhr
amelie kober
© Getty
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München - Mit 19 Jahren ist Amelie Kober schon das Aushängeschild des deutschen Snowboard-Teams.

Bei den Olympischen Spielen 2006 gewann sie Silber und wurde nur ein Jahr später Vize-Weltmeisterin.

Im SPOX.com-Interview spricht sie über den Rummel um ihre Person, ihr Gespür für Schnee und die "fabelhafte Welt der Amelie". 

SPOX: Hallo Amelie, Sie sagen, dass Winter und Schnee Ihre große Leidenschaft ist. Der Weltcup beginnt im Snowboard schon Anfang September, fast zwei Monate vor allen anderen Wintersportarten. Sind Sie also Snowboarderin geworden, um so früh wie möglich in den Schnee zu können?

Kober: Der Winter ist einfach eine tolle Jahreszeit. Meine Leidenschaft für Schnee besteht schon immer. Dass mir mein Beruf ermöglicht, so viel Zeit im Schnee zu verbringen, ist natürlich toll.

SPOX: Die Saison geht von September bis März. Was macht man danach? Wie verbringen Sie Ihre Sommer?

Kober: Im Sommer mache ich eine Ausbildung zur Polizei-Meisterin bei der Bundespolizei-Sportschule in Bad Endorf. Es geht fast nahtlos weiter mit Sommertraining. Und wenn noch ein bisschen Zeit übrig bleibt, verreise ich gerne.

SPOX: Auf Ihrer Homepage findet man neben sportlichen Bildern auch einige "weibliche" Fotos. Ist das auch eine Art Imagewechsel: Weg vom Girlie, hin zur Frau?

Kober: Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht, ob ich mehr "Girlie" oder "Frau" bin. Fakt ist, ich bin 19. Ich habe gerne Spaß und bin der Meinung, man sollte nicht alles so schrecklich ernst sehen. Dennoch ist Professionalität in meinem Beruf Voraussetzung. Die Mischung aus beidem macht's.

SPOX: Apropos Image: Snowboarder gelten gemeinhin als "coole" Typen, mit lässigem Outfit, die schräge Musik hören. Identifizieren Sie sich auch mit diesem Image oder sagen Sie: Nein danke, gar nicht meine Welt?

Kober: Für mich steht der Sport im Vordergrund, nicht das persönliche Image.

SPOX: Sie schreiben auf Ihrer Homepage, Sie lieben alles, was gefährlich ist. Welche Gefahren suchen Sie besonders gerne?

Kober: Actionsport in allen Variationen. Besonders Motorsport, Autos faszinieren mich. Aber es gibt auch noch viele andere Dinge, die mich interessieren, wie zum Beispiel Reisen.

SPOX: Und wie "gefährlich" sind Sie selbst?

Kober: Darüber sollen lieber andere Urteilen.

SPOX: Nach Ihren beiden Silbermedaillen bei Olympia und WM wurde in Anlehnung an den Film häufig getitelt: "Die fabelhafte Welt der Amelie". Kennen Sie den Film und gefällt er Ihnen überhaupt?

Kober: Ich liebe diesen Film. Ich finde, es ist eine wunderschöne Geschichte, anders als die meisten anderen Filme. Ungewöhnlich und auch ein bisschen lehrreich - kleine Streiche, die die kleine Welt der fabelhaften Amelie ein bisschen besser machen.

SPOX: Die Amelie im Film ist eher ruhig und zurückhaltend. Sie sagen dagegen, Sie brauchen den Adrenalin-Kick, sind in Rennen eher die Draufgängerin. Wie ist Amelie Kober abseits der Piste?

Kober: Ich brauche ständig Veränderungen. Jedoch lerne ich langsam, dass es auch mindestens genauso wichtig ist, Pausen zu machen, und auch mal ein bisschen zu relaxen. Meine Familie und Freunde helfen mir abzuschalten.

SPOX: Nochmal zurück zu Ihren beiden größten Erfolgen. Damals gab es für kurze Zeit einen Riesen-Hype um Ihre Person und viele Leute, die etwas von Ihnen wollten. Wie viele davon kommen jetzt noch regelmäßig auf Sie zu?

Kober: Mein Freundeskreis ist immer noch derselbe wie vor einigen Jahren. Da der größte Teil entweder auch Sport macht wie ich oder schon mit mir in den Kindergarten gegangen ist, hatte ich nie Schwierigkeiten. Direkt nach Olympia kamen wahnsinnig viele Pressenanfragen. Inzwischen hat sich die Situation wieder einigermaßen normalisiert, und sämtliche Terminfragen regle ich jetzt über meine Agentur. Sobald man verstanden hat, die zunehmenden Termine einigermaßen zu ordnen und zu koordinieren, klappt alles ganz gut.

SPOX: Für kurze Zeit standen Sie im Blickpunkt, nun ist Snowboard wieder eher eine Randsportart. Hätten Sie auf die Menschen, die sich damals für Sie interessiert haben im Nachhinein gut verzichten können oder hat Ihnen der ganze Rummel rückblickend ganz gut gefallen?

Kober: Ich habe viele neue Erfahrungen und Eindrücke gesammelt, davon möchte ich keine einzige missen. Und ich hoffe, dass ich mit meinen Erfolgen ein wenig dazu beitragen kann, meine Sportart etwas mehr in den Fokus zu rücken.

SPOX: Seit Sie 15 sind, sind Sie mit dem Board im Weltcup unterwegs, mussten früh auf eigenen Beinen stehen. Wie hat das Ihre Jugend und Ihr Erwachsenwerden verändert?

Kober: Ich denke, das prägt auf jeden Fall. Und ich bin mir sicher, dass es meine Entwicklung beeinflusst hat und ich früher selbstständig wurde, als andere in meinem Alter. Es war und ist spannend. Aber ... ab wann ist man denn "erwachsen"?

SPOX: Wie sieht die kurz- bis mittelfristige sportliche Planung aus: Wie lauten die Ziele für diese Saison? Was ist mit den nächsten Olympischen Spielen?

Kober: Ziel für diese Saison ist es auf jeden Fall, die vorherige Saison zu toppen und eine gute Platzierung im Gesamtweltcup zu belegen. Die nächsten Olympischen Spiele sind ja noch ein ganzes Stück weit weg...

SPOX: Durch den Radsport wurde im vergangenen Jahr eine Riesen-Lawine in Sachen Doping losgetreten. Auch in anderen Sportarten wird darüber diskutiert. Im Snowboard wurde Ex-Olympiasieger Ross Rebagliati der Konsum von Marihuana nachgewiesen. Wie ist die Situation in Sachen unerlaubter Mittel beim Snowboarden?

Kober: Ich kann nur für mich selbst sprechen und weiß, dass ich nie irgendetwas Verbotenes genommen habe.

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