Georg Grozer junior im Porträt

Der Hammerschorsch des Grauens

Von Robin Küffner
Mittwoch, 23.09.2015 | 16:37 Uhr
Georg Grozer greift mit Deutschland bei der Volleyball-EM nach einer Medaille
© getty
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Früher sorgte Georg Grozer senior in Deutschlands Volleyball-Hallen für bange Blicke und schmerzende Arme. Heute übernimmt diese Rolle sein Sohn. Georg Grozer junior ist der größte Volleyballer der Bundesrepublik und hat hohe Ziele bei der Europameisterschaft. Die erste deutsche Medaille soll her.

Grozer junior hat in den letzten Jahren seine To-Do-Liste weitestgehend abgehakt. Sein Traum von Olympia ging 2012 in London in Erfüllung und die Titel Champions League und Klub-WM holte er 2014 mit seinem Verein Lokomotiv-Belogorje aus Russland, mit dem er im Jahr zuvor auch das Double holte.

Auch bei seiner vorigen Station, dem polnischen Verein Resovia Rzeszow, lief es für den gebürtigen Ungarn gut. Als herausragender Spieler schmetterte er seine Farben zur Meisterschaft und wurde nach der Saison als erster ausländischer Spieler überhaupt zum MVP der polnischen Liga gewählt - übrigens einstimmig.

"Eine Naturgewalt"

Der Hammerschorsch steht für Superlative. Auf der Welt gehört er wohl zu den Top drei der härtesten Aufschläger im Volleyball, im DVV-Team toppt er die Listen der maximalen Angriffshöhe mit 347 cm und der maximalen Blockhöhe mit 345 cm - das sind jeweils mehr als 20 cm höher als der Mannschaftsdurchschnitt.

Für Bundestrainer Vital Heynen ist Grozer nicht nur deshalb der wichtigste Spieler: "Georg nimmt die Mannschaft mit, hat viel Energie und ist immer richtig heiß dabei. Er leitet die Mannschaft, das ist das Wichtigste", sagte er bei laola1.tv über Grozer, der seinen Spielstil selbst als "aggressiv und mutig" beschreibt.

Viele sprechen beim 30-Jährigen von einer "Naturgewalt", andere finden ähnliche Umschreibungen und Adjektive für den Diagonalspieler. DVV-Physio Georg Waller wird auf der Homepage des Verbands zitiert, er habe "noch nie so einen athletischen Körper in seinen Händen gehabt". Nicht verwunderlich, denn irgendwo muss die "Naturgewalt" ja herkommen.

Gereift unter Grozer senior

Mit 18 Jahren wagte Grozer, wie sein Vater vor ihm, den Schritt nach Deutschland - zum Moerser SC. Den Namen, den der Senior ihm machte, bestätigte er schnell durch gute Leistungen, allen voran mit seinem wuchtigen Aufschlagspiel und seiner körperlichen Präsenz.

Im Jahr 2006 wurde Grozer senior Trainer in Moers. Der Junior sollte "für die Zeit des Trainings vergessen dass er sein Sohn sei", sagte er damals der FAZ. Ein weiteres Zeichen für den hohen Stellenwert des Sports in der Familie, die ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlagert hat.

Klassische Volleyballer-Familie

Grozer senior wurde 1992 zum deutschen Volleyballer des Jahres gewählt. Mit Moers gewann er die deutsche Meisterschaft, den DVV-Pokal sowie den CEV-Cup. Seine Schwester spielte ebenso Volleyball wie seine Frau Timea, die außerdem das Moerser Team als Physiotherapeutin betreute.

Die weiteren Kinder, Hammerschorsch juniors Geschwister (Tom, Dora und Tim), spielen ebenfalls in den hohen deutschen Spielklassen. Das hat ihm geholfen, er sieht es aber gelassen: "Ich bin einfach da reingekommen und es hat mir genau so viel Spaß gemacht." Und der Spaß machte ihn zum besten deutschen Spieler der jüngeren Vergangenheit.

Der Beste aller Zeiten?

Fünfmal hintereinander (2010-2014) wurde er zum Volleyballer des Jahres gewählt, das schaffte vor ihm nur Mr. Volleyball Burkhard Sude (1980-1984). Diese Serie kann er mit guter Leistung bei der anstehenden Europameisterschaft in Bulgarien und Italien weiter ausbauen und den Titel als erster Spieler zum sechsten Mal erringen.

Auch ohne Grozer holte die deutsche Nationalmannschaft im Juni Gold bei den ersten Europaspielen in Baku und will dem Jahr 2015 mit einer gelungenen Europameisterschaft die Krone aufsetzen. Als Topfavorit geht das DVV-Team zwar nicht ins Rennen, eine gute Platzierung ist nach dem dritten Platz bei der WM 2014 und dem Sieg beim Vier-Nationen-Turnier in Ludwigsburg im September aber durchaus realistisch.

"Wollen ins Finale"

Mit viel Selbstvertrauen geht es also nach Bulgarien und Italien. Für Grozer steht außer Frage, dass es eine Medaille für die Deutschen geben wird: "Weil wir bereit sind. Weil wir eine der besten Mannschaften sind."

Grozer und sein Trainer wollen aber noch mehr. Nach dem überzeugenden 3:1 gegen Olympiasieger Russland und dem denkbar knappen 2:3 am Tag darauf ist man zuversichtlich im deutschen Lager: "Wir können und wollen ins Finale, ein anderes Ziel kann es nicht geben", sagt Grozer. Warum? Heynen: "Weil wir noch einen Schritt nach vorne gemacht haben."

Am Freitag starten die deutschen Volleyballer in Sofia gegen Co-Gastgeber Bulgarien in die EM - der Weltranglistenachte wurde zuletzt im Finale von Baku mit 3:1 besiegt. Samstag und Sonntag warten mit den Niederlanden und Tschechien die nächsten Gegenr auf Grozer und seinen Hammer.

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