Bronze! DVV schreibt Geschichte

Von Sebastian Hahn
Sonntag, 21.09.2014 | 18:21 Uhr
Deutschland hat die erste Medaille bei einer WM seit 1970 gewonnen
© getty

Es ist vollbracht! Die deutsche Nationalmannschaft holt sich in einem packenden Spiel um Platz drei die Bronzemedaille. Die Mannschaft von Vital Heynen bleibt gegen Frankreich bis zum Ende konzentriert und gewinnt mit 3:0 (25:21, 26:24, 25:23). Ein Video-Beweis sorgt kurz vor Schluss für einen Eklat. Den Weltmeistertitel im eigenen Land sicherte sich indes sensationell Polen.

Den größten Anteil am Titel hatte am Ende vielleich Vital Heynen. Wie von der Tarantel gestochen sprang der Trainer der deutschen im dritten Satz auf, als der zweite Schiedsrichter Rolando Hugo Cholakian trotz des geforderten Video-Beweises auf den Punkt für Frankreich entschied.

Folgendes war passiert: Mory Sibide hatte bei einem Blockversuch mit der Nase die Netzkante touchiert, der argentinische Schiedsrichter entschied beim Stand von 22:21 aus Sicht des DVV aber dennoch pro Frankreich. Heynens heftiger Protest veranlasste Cholakain, der immerhin schon 25 Jahre für den FIVB pfeift, noch einmal nachzuschauen.

Er revidierte seine Entscheidung vollkommen zurecht, der Punkt ging an Deutschland. Der Weg zur Bronze-Medaille war endgültig geebnet.

Hammer-Schorsch überragt

Zuvor hatte die deutsche Mannschaft all das korrigiert, was man im Halbfinale gegen Polen noch falsch gemacht hatte. Die DVV-Auswahl agierte konsequenter und kauft den Franzosen den Schneid ab.

Die Partie begann direkt mit einer Entwarnung für alle deutschen Fans. Georg Grozer konnte, trotz eines bandagierten Oberschenkels, auflaufen. Wie wichtig der Deutsch-Ungar für den Erfolg war, beweisen seine 17 Punkte in den drei Sätzen.

Neben Grozer überzeugten von Beginn an auch die beiden Außen Sebastian Schwarz und Denis Kaliberda, der erste Satz war vor knapp 10.000 Zuschauern in Kattowitz schnell eingetütet.

Starke Aufschläge der Franzosen

Dann wurden die Deutschen allerdings schmerzhaft daran erinnert, dass das Duell mit Frankreich alles andere als ein Spaziergang wird. Kevin Le Roux und Earvin Ngapeth sorgten mit ihren Hammern dafür, dass Frankreich zu großen Teilen im zweiten Durchgang führte und bei 19:21 schon auf den Satzausgleich spekulierte.

Deutschland fightete sich aber zurück, vor allem Libero Markus Steuerwald kratzte etliche Bälle und sorgte so für einige deutsche Chancen im Angriff. Nach drei Fehlaufschlägen in Folge, zwei von den Franzosen, einer von Grozer, machte Kaliberda schließlich den zweiten Satz zu.

Der dritte Durchgang entwickelte sich dann zu einem Krimi. Mit 21:17 schien Deutschland schon so gut wie durch zu sein, dann kämpfte sich die Franzosen aber wieder heran, der Video-Beweis brachte schließlich die Entscheidung. Deutschland hatte beim 24:22 zwei Matchbälle. Grozer schlug den ersten noch ins Aus, bevor Kaliberda die historische Medaille klarmachte.

Wegweisend für die Zukunft

Mit dem Erfolg im Spiel um Platz drei sicherte man sich nicht nur die erste Medaille seit dem Titelgewinn der DDR 1970, sondern auch die Olympia-Qualifikation 2016. Brasilien ist als Ausrichter schon qualifiziert, neben Polen steht der DVV schon als Teilnehmer fest.

"Ich traue uns zu, dass wir auch bei Olympia 2016 ebenfalls um diese Plätze mitspielen können", sagte Heynen nach der Partie. Bisher wurde der Belgier, seit 2012 im Amt, jeweils Fünfter bei der EM 2013 und bei den Olympischen Spielen in London vor zwei Jahren.

Heynen besitzt noch einen Vertrag bis zur EM 2015, dort will er die nächste Medaille holen. Das Turnier steigt in Bulgarien und Italien - Edelmetall nicht ausgeschlossen.

Der Weg zur Medaille im Re-Live

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