UFC

Kann Weidman den Drachen abwehren?

Von Oliver Copp
Chris Weidman (l.) will gegen Lyoto Machida ein Zeichen setzen
© getty

Am Samstag steigt der amtierende Mittelgewichtsmeister der Ultimate Fighting Championship, Chris Weidman, im Mandalay Bay Events Center in Las Vegas bei UFC 175 gegen den früheren Halbschwergewichtsmeister Lyoto "The Dragon" Machida ins Octagon. Kann er das Rätsel "Machida" knacken?

Chris Weidman ist es inzwischen gewohnt, Kritiker zum Schweigen zu bringen. Als er Anderson Silva vor einem Jahr um die Mittelgewichtsmeisterschaft der UFC herausforderte, war die landläufige Meinung, Silva werde ihn zerpflücken. Der brasilianische Langzeitchampion nahm Weidman nicht ernst, spielte den Benommenen und kassierte die Quittung dafür, als der Amerikaner ihn K.o. schlug.

Den Rückkampf werde Anderson Silva jedoch sicherlich gewinnen, da er Chris Weidman nun ernst nehme, so die Experten. Überhaupt sei der Titelwechsel lediglich Glück gewesen und eine Wiederholung ausgeschlossen. Tatsächlich sicherte sich Weidman gleich in der ersten Runde einen Takedown und dominierte den Ex-Champ am Boden, bevor Silva sich später beim Kickversuch das Bein brach. Obwohl die erste Runde glasklar an den neuen Weltmeister ging, blieben die Stimmen laut, die Weidman als "Glückspilz, der den Titel nicht verdient hatte" ausriefen.

Nun trifft Weidman am Samstag auf einen der beeindruckendsten Kämpfer der jüngeren UFC-Geschichte, den brasilianischen Karateka Lyoto Machida. Der "Drache" hat die unangenehme Eigenschaft, der Meister des Ausweichens zu sein. Ihn zu treffen ist extrem schwierig, wodurch oft sehr taktisch geführte Kämpfe entstehen, bei denen Machida zweieinhalb Runden um den Gegner herumtänzelt und ihn einlullt, bevor er plötzlich aufdreht und mit einer spektakulären Aktion den Kampf für sich entscheidet.

Machida statt Belfort

Eigentlich hätte Weidman seinen Titel gegen Vitor Belfort verteidigen sollen, mit Lyoto Machida als Gegner wird es nun ungleich schwieriger. Belfort hatte zwar in den letzten beiden Jahren einen furiosen Lauf, doch wie er nach dem plötzlichen Ende seiner Testosteron-Behandlung kämpft, kann niemand abschätzen. Bei Machida gibt es keine Ausflüchte - wenn Weidman ihn so dominiert wie Anderson Silva, wird er auch den letzten Kritiker zum Schweigen bringen.

Im zweiten Hauptkampf verteidigt die amtierende Bantamgewichtsmeisterin der UFC, Ronda Rousey, ihren Titel gegen die Kanadierin Alexis Davis. Bislang hat man erstaunlich wenig über den Kampf gehört. Obwohl Rousey immer wieder in der Öffentlichkeit betont hat, wie gefährlich Davis sei, stellt man sich unweigerlich die Frage, ob sie gegen die Weltmeisterin überhaupt aus der ersten Runde kommen wird.

Dass man im MMA-Sport nie von einer sicheren Sache sprechen kann, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber der Blitz schlägt eben nicht jedes Mal ein, wenn ein dominanter Weltmeister auf einen auf dem Papier nicht gleichwertigen Herausforderer trifft. Davis wirkt mehr als Platzhalter, solange größere Namen wie Cat Zingano, Cyborg oder Gina Carano nicht verfügbar sind.

Während Weidman mit der Motivation in seine Titelverteidigung geht, einen dritten dominanten Sieg einzufahren, um endlich Respekt zu bekommen, hat Rousey alle Hände voll zu tun, die Fans davon zu überzeugen, dass ihr Kampf kein Selbstläufer ist.

Außerdem bei UFC 175:

  • Der Niederländer Stefan Struve feiert seine Rückkehr in die UFC gegen Matt Mitrione. Der sympathische Riese kurierte im letzten Jahr eine schwere Herzkrankheit aus, die seine Karriere fast beendet hätte. Er will beweisen, dass man noch lange mit ihm rechnen muss.
  • Der Ultimate Fighter-Finalist Uriah Hall bekommt gegen Thiago Santos seine letzte Chance. Glaubte man während seiner Staffel, dass man mit ihm einen künftigen Mittelgewichtsmeister gefunden habe, entwickelte sich seine UFC-Karriere bisher zum Rohrkrepierer.
  • Urijah Faber nimmt einen weiteren Anlauf auf die Weltmeisterschaft im Bantamgewicht. Doch um einen Titelkampf gegen seinen Teamkollegen TJ Dillashaw zu bekommen, muss er erst einmal an Alex Caceres alias "Bruce Leroy" vorbei.

Den Fans wird am Samstag und Sonntag der Höhepunkt der International Fight Week geboten. Auf UFC 175: Weidman vs. Machida folgt am Sonntag das Ultimate Fighter Finale mit dem Hauptkampf zwischen BJ Penn und Frankie Edgar.

UFC 175: Weidman vs. Machida wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab 4 Uhr auf UFC.tv übertragen. Die Vorkämpfe starten um 00:30 Uhr auf exklusiv bei UFC Fight Pass auf UFC.tv.

Alle Champions der UFC im Überblick

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