UFC 148 aus Las Vegas

Silva und Sonnen ziehen wieder in die Schlacht

Von Oliver Copp
Samstag, 07.07.2012 | 12:26 Uhr
Wenn Blicke töten könnten: Anderson Silva und Chael Sonnen treffen bei UFC 148 aufeinander
© ufc
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Zwei Jahre sind vergangen, seit UFC Mittelgewichtsmeister Anderson Silva gegen Chael Sonnen um ein Haar sein Waterloo erlebt hätte. In der Nacht auf Sonntag kommt es zum wohl größten Rückkampf der UFC-Geschichte (So., 4 Uhr im LIVESTREAM) - und er ist gespickt mit reichlich bösem Blut.

Chael Sonnen war viele Jahre ein mittelmäßiger MMA-Kämpfer im Halbschwergewicht - der frühere Ringer war unspektakulär, hatte einen Kampfrekord, der keine Jubelarien provozierte, und offensichtlich echte Lücken in der Aufgabegriffdefensive. Der Wechsel zur UFC brachte ihm in erster Linie eines ein: eine peinliche Niederlage in der ersten Runde gegen das Jiu-Jitsu-As Demian Maia.

Dieses persönliche Desaster entfachte eine neue Flamme in Sonnen. Er schoss zunächst Topherausforderer Yushin Okami über drei Runden aus dem Rennen - ein Sieg, dem Sonnen niemand zugetraut hatte, einschließlich der UFC.

Auch der zweite Prüfstein Nate Marquardt konnte dem Mann aus Oregon nichts entgegensetzen und bekam eine Packung verpasst, an der er noch lang zu zehren hatte. Gleichzeitig begann Sonnen damit, in Interviews schlecht über Weltmeister Anderson Silva zu sprechen und ihn herauszufordern.

White erhört Sonnen

Als Silva in Abu Dhabi gegen Demian Maia eine der peinlichsten Titelverteidigungen seiner Karriere hinlegte, wurde Sonnen deutlicher - und von UFC-Präsident Dana White erhört. Silva hatte über drei Runden mit seinem hoffnungslos unterlegenen Gegner gespielt, um der Führungsriege zu demonstrieren, warum er keinerlei Interesse an jener Titelverteidigung hatte.

Dann ging ihm die Puste aus, und während Maia in den letzten beiden Runden aufdrehte und den Kampf herumriss, blieben es am Ende fünf schreckliche Runden und ein schwarzer Fleck auf der Weste von Anderson Silva.

Chael Sonnen garantierte der Welt, dass er Silva dazu zwingen werde, zu kämpfen. Er würde es nicht zulassen, dass der Champion seine Sperenzchen aufführt. Es folgten vier Monate lang markige Worte des frisch gebackenen Herausforderers, doch die Fachpresse lachte sich über viele seiner Aussagen kaputt. Gegen einen Kämpfer dieses Kalibers könne Sonnen nur schleunigst untergehen, hieß es. Silva würde ihn vorführen und noch in den ersten beiden Runden abfertigen, so die einhellige Meinung der Medienwelt.

Ein perfekter Kampf...fast!

Doch es kam völlig anders. Chael Sonnen zeigte den Kampf seines Lebens und dominierte viereinhalb Runden. Silva bekam kein Bein auf den Boden, fand sich dafür aber regelmäßig auf dem Rücken wieder und war völlig außer Stande, Sonnen wieder abzuschütteln.

Sonnen lieferte den perfekten Kampf ab - bis er in der letzten Runde unvorsichtig wurde und nicht merkte, dass Anderson Silva ein Handgelenk unter seine Kontrolle brachte. Der folgende Triangle Choke beendete Sonnens Titelaspirationen und machte Anderson Silva zur Legende.

Obwohl die UFC angesichts des Kampfverlaufs einen sofortigen Rückkampf ansetzen wollte, dauerte es nun aufgrund einer Dopingsperre von Sonnen zwei Jahre, bis die beiden die Chance für den zweiten Tanz bekamen. Wäre es nach Weltmeister Anderson Silva gegangen, wäre es nie so weit gekommen.

Silva hält Sonnen für einen Kriminellen

Er ist der festen Ansicht, dass Sonnen keinen Rückkampf bekommen sollte. Silva hält ihn für einen Kriminellen, ein schlechtes Vorbild und einen miesen Menschen. Dabei muss man ehrlich zugestehen, dass Sonnen ihm für solche Aussagen genug Futter geliert hat im Laufe der letzten beiden Jahre.

Was Silva jedoch bis heute nicht in seinen Schädel bekommen hat, ist, dass Sonnen in erster Linie einen Kampf aufgebaut hat. Natürlich mag Chael Sonnen den Brasilianer nicht sonderlich und hat immer wieder über sein Heimatland gelästert, seine Trainingspartner und Mentoren bloßgestellt und sogar von Silvas Familie keinen Halt gemacht.

Aber es hat sich für den Weltmeister finanziell ausgezahlt. Am Hinkampf hat Anderson Silva gute drei Millionen Dollar verdient, und für den Rückkampf wird er Insiderkreisen zufolge sogar sieben Millionen Dollar bekommen.

The Spider droht mit Knochenbrüchen

Silva geht es inzwischen jedoch um die Ehre. Er explodierte in einer telefonischen Pressekonferenz förmlich und versprach Sonnen, dass er ihm im Rückkampf jeden Knochen seines Körpers brechen werde. Er werde Schmerzen spüren, die er in seinem Leben so noch nie gespürt habe. Silva sagte, Sonnen sei ein "dummer Esel" und gehöre aus dem Verkehrt gezogen.

Doch was hat das alles für den Kampf an sich zu bedeuten? Es ist wahrscheinlich, dass Silva anders kämpfen wird, als man es von ihm kennt. Er wird vermutlich viel aggressiver rangehen und Sonnen zu bestrafen versuchen. Ob diese Taktik sinnvoll oder auch ratsam ist, ist dabei eine ganz andere Frage.

Dass - wie oft kolportiert - Silva seinen Herausforderer ausknocken wird, ist unwahrscheinlich, da Sonnen in über vierzehn Jahren noch nie k.o. ging und in der ganzen Zeit auch nur dreimal angeklingelt wurde.

Sonnen: Der Grinder

Endet der Kampf früh, muss man Silva per Aufgabe vorn sehen. Je länger er dauert, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es einen neuen Weltmeister geben wird. Chael Sonnen ist stilistisch der Alptraumgegner schlechthin für jemanden wie Anderson Silva.

Gleichzeitig ist Sonnen aber ein so genannter "Grinder", also jemand, der über die volle Distanz geht und Punktsiege herausarbeitet. Damit wird er dem Champion aber viele Chancen geben, Aufgabegriffe anzusetzen.

Chael Sonnen ist bei den Buchmachern mit 2,5:1 der Außenseiter im Weltmeisterschaftskampf, und diese Quote ist verdient. Aber man kann nicht ausschließen, dass der Blitz zum zweiten Mal im Octagon einschlagen wird... nur dass Sonnen diesmal bewusst ist, was er gegen die "Spinne" nicht tun darf. Vielleicht führt in der zweite Versuch zu Titelgold - man kann es ihm nur wünschen. Eine erneute Niederlage würde ihn nämlich vor ernsthafte Perspektivenprobleme stellen.

Außerdem bei UFC 148:

 

  • Der frühere UFC Weltmeister im Halbschwergewicht Tito Ortiz, der wenige Stunden vor seinem Kampf gegen Forrest Griffin in die Ruhmeshalle der UFC aufgenommen werden wird, wird in der MGM Grand Garden Arena in sein letztes Gefecht ziehen. Ortiz wird - unabhängig vom Kampfausgang - zum letzten Mal ins Octagon steigen.
  • Ortiz' Gegner von UFC 50, Patrick Cote, wird gegen Cung Le zur UFC zurückkehren. Die Wetten laufen auf den sympathischen Kanadier.
  • Demian Maia wird gegen Dong Hyun Kim sein Debüt im Weltergewicht geben. Ob er seine BJJ-Fähigkeiten wiederentdecken wird? Oder meint er immer noch, dass er Muhammad Ali ist?
  • Cody McKenzie wechselt eine Gewichtsklasse nach unten und will gegen den früheren Titelherausforderer Chad Mendes zeigen, dass niemand der McKenzietine auskommt. Die Wette wird er verlieren.

 

UFC 148: Silva vs. Sonnen II wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab 4 Uhr auf SPOX.com und UFC.tv übertragen. Die Vorkämpfe starten um 1:30 Uhr auf facebook.com/UFC und um 2 Uhr dann parallel auf SPOX.com und UFC.tv.

UFC: Alle Champions im Überblick

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