UFC 141 in Las Vegas

Kampf der Kolosse

Von Oliver Copp
Freitag, 30.12.2011 | 10:53 Uhr
Brock Lesnar (l.) trifft im Duell der Schwergewichte in Las Vegas auf Alistair Overeem
© ufc
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In der Nacht von Freitag auf Samstag (4 Uhr im LIVESTREAM) treffen sich bei UFC 141 die beiden Schwergewichts-Kolosse Brock Lesnar und Strikeforce-Champion Alistair Overeem aufeinander.

Es gibt wenige Athleten, die in mehreren Sportarten brillieren. Gründe gibt es dafür viele, aber im Wesentlichen läuft es fast immer auf eines heraus: Der Muskelapparat muss so auf die Bewegungsabläufe einer Sportart trainiert werden, dass die Bewegungen ohne überlegen zu müssen ausgeführt werden.

Brock Lesnar ist einer dieser Sportler, der so unglaubliches athletisches Talent hat, dass er neben dem Amateurringen, einem Abstecher zum Profiwrestling und dem American Football auch im hochkomplexen Mixed-Martial-Arts-Sport zu Weltmeisterehren kam. Dabei bestehen seine Kritiker bis heute darauf, dass Lesnar höchst einseitig kämpft und auf Gedeih und Verderb auf sein Ringen angewiesen ist.

Bestätigt sehen sie sich dadurch, dass sowohl Shane Carwin wie auch Cain Velasquez durch ihr überlegenes Striking Lesnar an den Rand einer Niederlage brachten bzw. in Velasquez' Fall sogar schlugen. Lesnar wird nicht gern getroffen. Er verfällt nach harten Treffern in Panik und weiß nicht mehr, was er machen soll.

Experten: Overeem wird Lesnar überrennen

Und genau deswegen wird der ungeschlagene Schwergewichtsmeister von Strikeforce, Alistair Overeem, Lesnar in der Nacht von Freitag auf Samstag bei UFC 141 ihrer Meinung nach alt aussehen lassen. Overeem hat seit 2007 keinen Kampf mehr verloren und musste danach sogar nur einmal über die zweite Runde hinausgehen.

Er ist der Prototyp des perfekten Strikers - ein niederländischer Kickbox- und Muay Thai-Champion, ein früherer K-1 Grand Prix-Gewinner und spielt mit 1,98 Metern Körpergröße und 120 kg Masse auch körperlich in derselben Liga wie der US-Hüne Lesnar.

Darmentzündung hätte Lesnar fast getötet

Soweit kann man auch wenig entgegenhalten - Lesnar hat in der Tat in der Vergangenheit nicht mit guter Strikingdefensive geglänzt. Er hat tatsächlich seine Gegner ringerisch überrannt und mit seiner Masse auf dem Boden gehalten. All das ist korrekt.

Doch wenn man etwas unter die Oberfläche geht und nicht nur das nachbetet, was im Internet geschrieben steht, zeichnet sich ein anderes, differenzierteres Bild. Mindestens seit drei Jahren, also seit seinem zweiten Kampf in der UFC, schleppte Brock Lesnar eine schwere Darmentzündung mit sich herum, die seinem Körper Kraft raubte und so schwer war, dass er daran an zwei Punkten fast verstorben wäre.

Nur seine Zähigkeit und sein unbedingter Wille, zum besten Kämpfer des MMA-Sports zu werden, hielten ihn überhaupt im Rennen. Er fegte Rekordmeister Randy Couture aus dem Weg und fügte Frank Mir eine der bösesten Niederlagen seiner Karriere zu.

Lesnar verliert gegen Velasquez

Lesnar bewies nach seiner ersten Krankheitspause im Kampf gegen Shane Carwin unglaubliche Nehmerqualitäten. Ja - er wurde erwischt und wusste nicht so recht, wie er damit umgehen sollte. Aber er nahm über einen Zeitraum von zwei Minuten mindestens ein Dutzend Bomben von Carwin, der nach Meinung vieler Experten noch härter zuschlägt als Alistair Overeem. Lesnar gelang es zum Ende der Runde sogar, wieder auf die Beine zu kommen und sie dort zu beenden.

Auch im Kampf gegen Cain Velasquez war Lesnar alles andere als fit. Zum einen meldete sich zwei Wochen vor dem Fight seine Darmentzündung wieder, und zum anderen fügte ihm Trainingspartner Pat Barry nur eine Woche vor dem Kampf aus Versehen ein geplatztes Trommelfell zu, als Lesnar sich direkt in einen Kick von Barry hineindrehte.

Lesnar wusste, dass er nur eine Chance hat: Velasquez zu überrennen. Das erklärt die für Lesnar so untypische Eröffnung mit einem Flying Knee und den darauffolgenden Takedown gegen den Herausforderer.

Bild von Lesnar verzerrt

Brock Lesnar ist nicht der Typ Mensch, der sich Ausreden bedient, wenn es einmal nicht so läuft, wie er es sich wünscht. Deswegen hat er immer wieder betont, dass Velasquez an jenem Abend einfach der bessere Kämpfer war.

Trotzdem muss man diese Fakten kennen und in die Bewertung einbeziehen, wenn man ein einigermaßen klares Bild der Auseinandersetzung zeichnen will, die uns in der Nacht auf den Samstag erwartet.

Klassiker: Grappler vs. Striker

Lesnar gegen Overeem ist das klassische Aufeinandertreffen zwischen Grappler und Striker, aus dem heraus die Idee der Ultimate Fighting Championship vor inzwischen 18 Jahren geboren wurde.

Jede Runde startet auf den Beinen, und das favorisiert den Striker. Dem Grappler muss es gelingen, den Schlägen auszuweichen und seinen Gegner auf die Matte zu befördern, um dort seine Vorteile auszuspielen. Doch heute ist es nicht mehr so einfach. Jeder Kämpfer trainiert alle Disziplinen, sonst kann er in der Königsklasse des Kampfsports nicht überleben.

Overeem hat unglaubliches Potential

Für die Liga ist der Kampf eine Win-Win-Situation. Gewinnt Lesnar, bekommt er die Chance, seine Weltmeisterschaft zurückzuerobern - gegen den Mann, gegen den er im letzten Juni sowieso hätte antreten sollen, Junior Dos Santos.

Im Falle eines Overeem-Siegs wird es der UFC gelingen, die Werbetrommel zu rühren und mit dem Kampf der beiden Superstriker Dos Santos und Overeem den wohl größten Fight der Geschichte der Liga zu veranstalten. Der sympathische Niederländer hat das Potential, zu einem der beliebtesten Kämpfer der UFC zu werden.

Sieger? Werft eine Münze!

Wer gewinnen wird? Werft eine Münze - so eng ist das Ganze. Viele Experten, darunter Frank Mir und Junior Dos Santos, sind der Meinung, dass Overeem am Ende nicht dazu in der Lage sein wird, Brock Lesnars Takedowns aufzuhalten und dann am Boden schnell verlieren wird.

Doch in diesem Sport ist alles möglich - von einem schnellen K.o.-Sieg für Alistair Overeem bis hin zu einem K.o.-Sieg für Brock Lesnar. Wie gut Alistair Overeems Kinn ist, ist nämlich auch noch mit einem dicken Fragezeichen versehen.

UFC 141: Lesnar vs Overeem wird in der Nacht von Freitag auf Samstag ab 4 Uhr auf SPOX.com und UFC.tv übertragen. Die Vorkämpfe starten um 1 Uhr auf facebook.com/UFC und um 3 Uhr dann parallel auf SPOX.com und UFC.tv.

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