UFC 138 in Birmingham

Die Nacht der Würgegriffe

Von Oliver Copp
Dienstag, 08.11.2011 | 10:39 Uhr
Eine Platzwunde über dem linken Auge beendete Chris Lebens Auftritt gegen Mark Munoz
© Getty
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Der Hauptkampf bei UFC 138 begann viel versprechend, endete aber jäh: Chris Leben konnte gegen Mark Munoz nach einer Platzwunde nicht weitermachen, die Zuschauer wurden enttäuscht. Ansonsten gab es jede Menge Würgegriffe.

Der erste über fünf Runden angesetzte Hauptkampf der UFC-Geschichte zwischen Chris Leben und Mark Munoz endete für die rund 10.000 Zuschauer bei UFC 138 im englischen Birmingham unbefriedigend.

Zwischen der zweiten und dritten Runde wurde der Kampf durch den Ringarzt abgebrochen, nachdem sich Leben eine Platzwunde am linken Auge zugezogen hatte und den Ringrichter darauf hinwies, dass er wegen der Wunde nicht mehr richtig sehe.

Bis zu diesem Zeitpunkt war der Fight wie zu erwarten sehr unterhaltsam gewesen. Leben und Munoz hatten einen Schlagabtausch hingelegt, der keinen Zweifel daran aufkommen ließ, dass einer der beiden noch vor der fünften Runde auf die Bretter gehen würde.

Leben und Munoz in jeder Hinsicht ebenbürtig

Auf dem Papier war davon auszugehen, dass Leben im Stand die besseren Chancen haben würde und Munoz dafür im Clinch und am Boden, doch tatsächlich waren sich die beiden in den zehn Minuten Kampfzeit überall ebenbürtig.

So enttäuscht die Fans vom Kampfabbruch waren, handelte es sich dabei aber um die richtige Entscheidung.

Die Gesundheit der Kämpfer steht an erster Stelle, und während man meinen könnte, dass es sich auch mit einem Auge noch gut kämpft, ist es doch so, dass man ohne funktionierende Tiefenwahrnehmung ein leichtes Opfer für einen technisch versierten Gegner ist.

Pickett wehrlos gegen Barao

Im zweiten Hauptkampf des Abends setzte sich der Brasilianer Renan Barao gegen den Lokalmatador Brad "One Punch" Pickett durch. Barao, der seit 2005 ganze 28 Kämpfe am Stück gewonnen hat, gab von der ersten Sekunde den Ton an und traf Pickett mit harten Legkicks und Haken.

Obwohl der Brite für sein Granitkinn bekannt ist, musste man sich mehr als nur einmal die Frage stellen, warum er nicht einmal ansatzweise versuchte, Baraos Schlägen auszuweichen.

Nach einem Kniestoß zum Kopf und einer harten Rechten ging Pickett zu Boden, erholte sich dort zwar augenscheinlich recht schnell, konnte aber Baraos Rear-Naked Choke nicht mehr abwehren und musste abklopfen.

Abedi: Guter Auftritt gegen Alves

Der Wahlschwede Papy Abedi hatte sich mit dem früheren Weltmeisterschaftsherausforderer Thiago Alves wahrlich keinen leichten Gegner für sein UFC-Debüt ausgesucht. Zwar hatte der Brasilianer drei seiner letzten vier Kämpfe verloren, aber er ging trotzdem als haushoher Favorit ins Rennen.

Abedi zeigte keinerlei Respekt vor Alves' gefürchtetem Striking und ging sofort mit ihm in den Standkampf. Überraschenderweise machte er dabei sogar eine gute Figur, bis Alves ihn mit einem harten linken Haken zu Boden schickte und dort den Kampf mit einem Rear-Naked Choke beendete.

Abedi mag zwar in der ersten Runde verloren haben, aber seine Leistung gegen den routinierten Brasilianer war respektabel.

Perrosh überrascht gegen Diabate

Mindestens ebensoviel Respekt verdiente der Australier Anthony Perrosh für seinen Sieg gegen Cyrille Diabate aus Frankreich. Schon zu Beginn war klar, dass Perroshs einziger Hoffnungsschimmer war, seinen im Stand brandgefährlichen Gegner wie auch immer auf die Matte zu bekommen und dort von seinem um Klassen besseren Grappling zu profitieren.

Dass es ihm gelingen könnte, wollte keiner so recht glauben. Als Perrosh dann zu Beginn der zweiten Runde aus einem Konter heraus tatsächlich der Takedown gelang, war die Überraschung natürlich groß.

Nach einem erfolglosen Rear-Naked Choke, einem ebenso wenig hilfreichen Side Choke und einer gelungenen Ground-and-Pound Sequenz aus dem Full Mount heraus sicherte sich Perrosh im zweiten Anlauf den Rear-Naked Choke und damit einen ebenso überraschenden wie verdienten Sieg.

Publikumsliebling Etim siegt

Im Eröffnungskampf der TV-Übertragung kehrte Fanliebling Terry Etim aus Liverpool nach langer Verletzungspause in die UFC zurück und machte nach nur zwanzig Sekunden mit dem Amerikaner Eddie Faaloloto kurzen Prozess.

Faaloloto versuchte einen Takedown, fing sich als Konter einen Guillotine Choke ein, und als Etim ihn zu Boden zog, war das Ende bereits klar.

John Maguire setzte sich nach Punkten gegen Justin Edwards durch. Philip DeFries holte sich im schwächsten Kampf des Abends einen einstimmigen Punktsieg gegen Rob Broughton.

Michihiro Omigawa besiegte Jason Young nach Punkten. Che Mills besiegte Chris Cope dank zweier Kniestöße nach nur neunzig Sekunden durch Knockout, und Chris Cariaso gewann im ersten Kampf des Abends nach Punkten gegen Vaughan Lee.

UFC: Die aktuellen Champions im Überblick

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