UFC

Zwei Rücktritte an einem Abend

Von Oliver Copp
Nick Diaz (l.) beendete unwissentlich bei UFC 137 die Karriere von BJ Penn
© ufc

Am Wochenende gingen bei UFC 137 in Las Vegas scheinbar zwei Karrieren zu Ende - eine wenig überraschend, die andere dafür wie aus dem Nichts. Dennis Siver verlor.

Gegen 22 Uhr Ortszeit im Mandalay Bay Sports and Events Center in Las Vegas, Nevada wurde der Hawaiianer BJ Penn mit frenetischem Applaus aus der Halle verabschiedet. Der frühere zweimalige Weltmeister der UFC im Weltergewicht und Leichtgewicht hatte gerade nach Punkten gegen Strikeforce Weltmeister Nick Diaz verloren und überraschend seinen Rücktritt vom aktiven Geschehen verkündet.

Der Kampf war deutlich klarer an Diaz gegangen, als die Punktwertung es vermuten hätte lassen, denn Penns Gesicht war gezeichnet wie das eines Menschen, der mit Godzilla über zwölf Runden gegangen war.

Der Kalifornier hatte Penn mit seinem erheblichen Reichweitenvorteil auf Distanz gehalten und selbst immer wieder Wirkungstreffer gelandet. Wie Penn die zweite Runde überstanden hatte, wird für immer ein Rätsel bleiben und zeugt von der Zähigkeit des Hawaiianers.

Nelson schickt Cop in Rente

Im zweiten Hauptkampf des Abends besiegte Roy Nelson die kroatische Legende Mirko Cro Cop in der dritten Runde durch technischen Knockout. Die erste Runde des überraschend ausgeglichenen Kampfes ging an den Kroaten, der dort mit dem besseren Striking aufwarten konnte und Nelson seinen Kampf aufzwang.

In Runde zwei übernahm Big Country das Ruder, als er Cro Cop mit einer Rechten traf, die den früheren Kickboxer zu Boden schickte. Doch der Treffer schien in Cro Cop einen Schalter umzulegen. Er stand auf, traf Nelson selbst hart und erwischte seinen Gegner dann mit einer Barrage an Schlägen, die man seit Cro Cops Zeit bei der japanischen Liga PRIDE nicht mehr gesehen hatte.

Der Kampf ging auf allen drei Punktrichterkarten mit 19-19 in die dritte Runde. Eine Rechte von Roy Nelson schickte den Kroaten abermals zu Boden. Big Country versuchte zunächst einen Würgegriff, entschied sich dann aber doch, den Kampf mit einer Salve von Schlägen zu beenden und wurde nach 1:30 Minute der dritten Runde zum Sieger erklärt. Cro Cop erklärte nach dem Kampf seinen Rücktritt, während Nelson den Sieger des kommenden Weltmeisterschaftskampfes zwischen Cain Velasquez und Junior Dos Santos herausforderte.

Bittere Erstrunden-Niederlage für Siver

Für Dennis Siver endete der Abend bereits in der ersten Runde - nur leider am falschen Ende der Entscheidung, denn er musste nach 2:22 Minuten in einem Rear-Naked Choke von Donald "Cowboy" Cerrone aufgeben. Zuvor hatte der Deutsche zwei harte Headkicks einstecken müssen, die ihm offensichtlich den Boden unter den Füssen weggenommen hatten. Cerrone bekommt nun Ende Dezember einen Kampf gegen Nate Diaz, über Sivers nächsten Gegner ist noch nichts bekannt.

Matt Mitrione verlor in einem über weite Strecken langweiligen Kampf nach Punkten gegen den Franzosen Cheick Kongo und musste damit die erste Niederlage seiner MMA-Karriere einstecken. Scott Jorgensen setzte sich einstimmig nach Punkten gegen Jeff Curran durch.

Hioki gewinnt UFC-Debüt umstritten

Der Japaner Hatsu Hioki gewann sein UFC-Debüt knapp durch geteilte Punktrichterentscheidung gegen George Roop. Viele hielten Roop für den wahren Sieger und machten ihrem Ärger durch ein Pfeifkonzert Luft.

Bart Palaszewski besiegte Tyson Griffin in der Überraschung des Abends nach 2:45 Minuten der ersten Runde durch technischen Knockout. Griffin, der am Tag zuvor das vertraglich vereinbarte Gewicht um vier Pfund verfehlte, schien von Anfang an völlig chancenlos.

Brandon Vera gewann einstimmig nach Punkten gegen Eliot Marshall, was Ramsey Nijem gegen Danny Downes ebenfalls gelang. Francis Carmont schlug in seinem UFC-Debüt Chris Camozzi nach Punkten, und im Eröffnungskampf siegte Dustin Jacoby einstimmig gegen Clifford Starks.

Alle Champions der UFC

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung