UFC 136 in Houston

Edgar beendet den Fluch

Von Oliver Copp
Sonntag, 09.10.2011 | 12:32 Uhr
Frankie Edgar (l.) verteidigte seinen Titel gegen Gray Maynard durch Knockout
© ufc
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Frankie Edgar entschied bei UFC 136 aus Houston, Texas die Trilogie gegen Gray Maynard für sich und behält somit seinen Weltmeistertitel. Auch Jose Aldo verteidigte seinen Federgewichtstitel gegen Kenny Florian. Chael Sonnen zementierte seinen Topherausfordererstatus mit einer dominanten Vorstellung.

Im Hauptkampf von UFC 136 aus Houston, Texas verteidigte Weltmeister Frankie Edgar seinen Titel durch Knockout in der vierten Runde gegen Gray Maynard und erlöste sich nach Jahren endlich von dem Fluch, der ihm in Hinblick auf Kämpfe gegen Maynard anzuhängen schien.

Nachdem der Herausforderer in der ersten Runde dasselbe Programm abspulte wie im letzten Aufeinandertreffen der beiden im Januar und Edgar wiederholt mit Schlägen und Kniestößen traktierte und in ernsthafte Bedrängnis brachte, fand Edgar in den Runden zwei und drei immer besser in den Kampf. In der vierten Runde erwischte er Maynard mit einem rechten Aufwärtshaken und setzte mit weiteren Rechten nach, bis sein Herausforderer zu Boden ging.

Dort beendete er den Fight mit Ground and Pound, und Ringrichter Josh Rosenthal ging nach 3:54 Minuten der ersten Runde dazwischen und brach den Kampf ab. Damit hat Frankie Edgar sich für die einzige Niederlage seiner Karriere gerächt und Maynard dessen erste Niederlage im Profi-MMA beschert.

Aldo siegreich, Sonnen dominant

Jose Aldo behielt seine Weltmeisterschaft im Federgewicht mit einem Punktsieg gegen Kenny Florian. Alle drei Punktrichter sahen ihn mit 49-46 Punkten vorn. Florian beeindruckte im Kampf durch eine erhebliche Leistungssteigerung im Vergleich zu seinem letzten Auftritt, aber am Ende reichte es nicht, um Aldo die Meisterschaft abzunehmen.

Chael Sonnen zementierte seinen Status als Topherausforderer auf die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht mit einem Aufgabesieg nach 3:51 Minuten der zweiten Runde gegen Brian Stann. Sonnen ließ dem ehemaligen Marinesoldaten keine Chance und dominierte ihn von der ersten Sekunde an mit seinen ringerischen Fähigkeiten.

Das Ende führte er dann mit einer Arm Triangle aus der Full Mount herbei und forderte Weltmeister Anderson Silva nach dem Kampf für Februar 2012 in Las Vegas zum Rückkampf. Schlägt er Silva, will Sonnen, dass Silva die Gewichtsklasse verlässt. Verliert Sonnen, will er die UFC für immer verlassen.

Garcia mit fragwürdigem Sieg

Bei UFC 69 vor viereinhalb Jahren hier in Houston gaben zwei junge texanische Kämpfer ihr Debüt gegeneinander, Leonard Garcia und Roger Huerta. Die beiden Newcomer gaben über drei Runden alles und schafften es mit ihrem Kampf sogar als erste UFC-Fighter auf das Cover der amerikanischen Sportzeitschrift "Sports Illustrated".

Heute kehrte der verlorene Sohn Leonard Garcia zurück nach Houston und traf auf Nam Phan. Es handelte sich dabei um einen Rückkampf eines Fights, den Garcia nach Punkten gewann, obwohl Phan der Sieger hätte sein sollen. Phan holte sich die erste Runde mit deutlichem Abstand mit seinem Striking, das Garcia auch zu Boden schickte.

In der zweiten Runde holte der mexikanischstämmige Amerikaner auf und lieferte sich mit Phan eine extrem knappe Runde, die für beide hätte gewertet werden können und das Publikum förmlich zum Ausrasten brachte. Runde drei war mit das Spannendste, was man seit längerem im Octagon gesehen hat - kein technisch hochklassiges Striking, dafür aber mit Herz und dem Wunsch, den Kampf noch vorzeitig zu beenden.

Garcia holte sich die dritte und letzte Runde mit einem Knockdown, der Phan an den Rand einer Niederlage brachte. Am Ende gewann Nam Phan einstimmig mit 29-28 Punkten, aber ein Kampf wie dieser kennt keinen Verlierer.

Opener endet nach 47 Sekunden

Joe Lauzon zwang im Eröffnungskampf der Hauptveranstaltung Melvin Guillard nach nur 47 Sekunden mit einem Rear-Naked Choke zur Aufgabe. Lauzon erwischte seinen Gegner mit einem Jab. Guillard war angeklingelt, und Lauzon machte am Boden den Sack zu. Lauzons Sieg war eine Riesensensation und wurde von Publikum frenetisch gefeiert.

Demian Maia setzte sich einstimmig mit 30-27 Punkten gegen Jorge Santiago durch. In der ersten Runde zeigten beide grundsolides Striking. Mit fortschreitender Kampfdauer verlagerten sie sich dann auf ihre Spezialität: den Bodenkampf. Leider neutralisierten sich ihre Fähigkeiten, sodass ein Kampf dabei herauskam, der wenig zu begeistern verstand.

Der frühere WEC Weltmeister im Leichtgewicht, Anthony Showtime Pettis, holte sich eine geteilte Punktentscheidung gegen Jeremy Stephens. Während man sich von diesen beiden einen spannungsgeladenen Kampf auf den Beinen erwartet gehabt hätte, kämpften sie tatsächlich den Großteil der Zeit auf der Matte.

Miocic gewinnt gegen müden Beltran

Stipe Miocic gewann im einzigen Schwergewichtskampf des Abends nach Punkten gegen Joey Beltran. Der kroatischstämmige Kämpfer, der im Vorfeld als eine neue, gefährlichere Version von Mirko Cro Cop gehandelt wurde, konnte jedoch nicht restlos gegen einen bereits zu Beginn der zweiten Runde völlig erschöpften Beltran überzeugen. Es ist eine Sache, wenn den schweren Jungs im hoch gelegenen Denver die Puste ausgeht, aber in Texas sollte das nicht geschehen.

In der ersten Runde punktete Miocic durch Legkicks und Strikes, während sich Beltran auffallend zurückhaltend zeigte. In der zweiten Runde war der Kalifornier wie ausgewechselt und attackierte Miocic in altbekannter Manier auf den Beinen und am Boden, während dieser in der letzten Runde wieder den Ton angab.

Darren Elkins besiegte den chinesischen Kämpfer Tiequan Zhang mit 30-27, 30-27 und 30-26 Punkten. Es war von der ersten Sekunde an offensichtlich, dass Elkins sich sehr gut auf die Verteidigung des Lieblingsaufgabegriff des mongolischen Wolfs, den Guillotine Choke, vorbereitet hatte.

Nur in der dritten Runde gelang es Zhang kurz, den Amerikaner in den Griff zu bekommen, aber den Großteil der drei Runden war er damit beschäftigt, Rear-Naked-Choke-Angriffe von Elkins abzuwehren.

Rückkehrer Schafer früh angeklingelt

Aaron A-Train Simpson holte sich einen einstimmigen Punktsieg mit 30-27 gegen UFC-Rückkehrer Eric Schafer. Schon in der ersten Minute gingen bei Schafer nach einem Aufwärtshaken fast die Lichter aus. Simpson traktierte ihn über drei Runden mit präzisem Striking, während Schafer für sich nur eine ausgesprochene Zähigkeit verbuchen konnte.

Mike Massenzio setzte sich im Eröffnungskampf des Abends mit 29-28, 29-28 und 30-27 Punkten einstimmig gegen Steve Cantwell durch. Cantwell gewann die erste Runde mit sehr gutem Striking, während Massenzio in den Runden zwei und drei strikerisch zu überzeugen wusste.

UFC 136 war im Hauptprogramm eine ausgezeichnete Veranstaltungen mit zwei erstklassigen Weltmeisterschaftskämpfen und einem dominanten Chael Sonnen, der sich nach vierzehn Monaten Pause als Herausforderer für Anderson Silva zurückmeldete.

Bei SPOX geht es in drei Wochen weiter mit UFC 137: St. Pierre vs Condit aus Las Vegas und dem Kampf zwischen Dennis Siver und Donald Cowboy Cerrone.

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