Das Jets-Maskottchen

Von Bastian Strobl
Mittwoch, 26.10.2011 | 13:37 Uhr
Sixpack vs. Onepack: Nicht nur körperlich hat Frankie Edgar Jets-Coach Rex Ryan einiges voraus
© ufc
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Frankie Edgar hilft bei den New York Jets als Motivator aus und macht Rex Ryan entbehrlich. Während Nick Diaz dagegen eine Allergie gegen Presse-Termine hat, wirft Chael Sonnen mal wieder die Trash-Talk-Maschinerie an. Sein bevorzugtes Ziel: Anderson Silva, der sich allerdings lieber mit Justin Bieber vergnügt. Außerdem: Der kroatische Dieter Bohlen und Tito Ortiz' Suche nach dem richtigen Spitznamen. It's time for the Octagon-Eight!

Der Ryan-Nachfolger

So richtig rund läuft es für die New York Jets in der NFL noch nicht. Als Mitfavorit um den Titel gestartet hatte die Gang Green so ihre liebe Mühe und Not, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Die Lösung von Head Coach Rex Ryan: Man holt sich Hilfe von einem Edelfan. Wie "MMA Fighting" berichtet, besuchte UFC-Lightweight-Champion Frankie Edgar vor der Partie gegen die Miami Dolphins das Jets-Team.

Und seine Ansprache war offenbar motivierender als so manche Taktik-Analyse von Sexy Rexy. Denn die Jets behielten nicht nur gegen die Dolphins die Oberhand, sondern auch in der Woche drauf gegen San Diego.

Schon ein Jahr zuvor bewies Edgar Maskottchen-Qualitäten, als er die Jets vor dem Erfolg über Houston auf seine Art und Weise inspirierte. Damals zeigte sich auch New Yorks Quarterback Mark Sanchez bei der Pressekonferenz nach dem Spiel von Edgar beeindruckt: "Dieser Kerl ist kaum größer als dieses Podest hier, und trotzdem hat er beispielsweise BJ Penn geschlagen und wurde Champion." Die Ryan-Nachfolge bei den Jets scheint also bereits geklärt zu sein.

Und täglich grüßt der Diaz

Dana White dürfte froh sein, wenn UFC 137 am Samstag endlich über die Bühne geht. Selten musste der UFC-Präsident so viel an der Matchcard herumschrauben wie dieses Mal. Neben der Verletzung von Georges St. Piere darf sich White für dieses Chaos vor allem bei einem Mann bedanken: Nick Diaz. Der ehemalige Strikeforce-Welterweight-Champion sorgte vor einigen Wochen mit seiner Abwesenheit bei den ersten zwei Pressekonferenzen dafür, dass der Main Event abgeändert werden musste.

Doch damit noch nicht genug. Offenbar hat Diaz einen ziemlich ausgeprägten schwarzen Humor und tauchte auch bei einem Presse-Termin in der letzten Woche mit 40-minütiger Verspätung auf. Seine Begründung: "Niemand hat mir in den letzten Tagen Bescheid gegeben. Ich habe geschlafen und mein Handy war aus. Als ich aufgewacht bin, hat mir mein Bruder plötzlich gesagt, dass ich einen Termin habe."

Zur Sicherheit hier noch mal eine kleine Service-Leistung für den kleinen Diaz: 29. Oktober, Mandalay Bay Events Center, Main Event gegen BJ Penn. Der nahm die Verspätung übrigens ziemlich locker hin: "Nick ist nun mal Nick. Er macht, was er für richtig hält."

Der kroatische Dieter Bohlen

Im College Football spricht man ja gerne von Must-Win-Games. In diesem Sinne ist der Kampf gegen Roy Nelson für PRIDE-Legende Mirko Cro Cop ein Must-Win-Fight. Nach zwei Niederlagen in Folge steht der Kroate möglicherweise kurz vor dem Ende seiner UFC-Karriere.

Dementsprechend deutlich sind auch seine Aussagen vor UFC 137: "Ich muss diesen Kampf einfach gewinnen. Ich muss ihn schlagen, und genau das werde ich auch schaffen. Ich habe sechs Monate lang auf diesen Moment gewartet. Den lasse ich mir nicht nehmen."

Mehr Druck geht also nicht. Dabei geht es Cro Cop in erster Linie gar nicht so sehr ums liebe Geld. "Viele Leute haben mich nach den beiden Niederlagen bereits abgeschrieben. Denen will ich es noch mal beweisen. Ich werde wieder auferstehen. Ich will wieder der alte Cro Cop werden. Oder ich sterbe bei dem Versuch", so der 37-Jährige.

Dass er bei aller Verbissenheit aber das Lachen nicht verlernt hat, beweist ein Video von seinem Trainingslager aus seiner Heimat. Zusammen mit UFC-Fighter Pat Berry überrascht er mit seiner Version des Klassikers "California Dreamin'". Vielleicht ist für Cro Cop ja noch ein Plätzchen in der Jury der kroatischen Version von DSDS frei.

Sonnen wie er leibt und lebt

Chael Sonnen ist toll. Chael Sonnen ist der einzige ernsthafte Gegner für Anderson Silva. Chael Sonnen verdient einen Titelkampf. Wer das sagt? Chael Sonnen persönlich, wer auch sonst. Trotz seiner Dopingsperre hat er offensichtlich nichts von seinem Selbstbewusstsein eingebüßt. Und wie schon vor ihrem ersten Kampf greift Sonnen auch jetzt bereits wieder ganz tief in die Trash-Talk-Truhe, um das Silva-Camp zu nerven.

Vor UFC 136 teilte er dem kanadischen Reporter Mauro Ranallo mit: "Du kannst Anderson Silva folgendes von mir ausrichten: 'Ich werde zu ihm kommen, die Hintertür eintreten, seiner Frau einen Klaps auf den Arsch geben und ihr sagen, dass sie mir gefälligst ein Steak braten soll. Aber medium bitte, so wie ich's mag.'"

Das reicht noch nicht? Nachdem Sonnen den UFC-Middleweight-Champion als "überbezahlten und überschätzten" Fighter titulierte, haute der 34-Jährige den nächsten Knaller raus. "Einmal wollte ich ihn mit einer Cola übergießen. Er war genau neben mir, aber dann wurde mir klar: Der Typ ist doch nicht mal die 1,50 Dollar wert, die ich für die Cola gezahlt habe", erzählte Sonnen. Wenn man bedenkt, dass noch lange nicht sicher ist, wer The Spider als nächstes herausfordern darf, kann man noch einiges erwarten, falls das Rematch zwischen den Beiden wirklich zustande kommt.

Schlaf, Bisping, schlaf!

Doch Sonnen ist nicht der Einzige, der sich bereits die Finger nach Silva leckt. Auch Jason Miller streckt schon mal seine Fühler aus, obwohl er beim Ultimate-Fighter-Finale erst mal noch gegen Michael Bisping ran muss. "Silva ist der beste Fighter auf der Welt. Ich will ihm Auge um Auge gegenübertreten und dann schauen wir mal, was passiert", so Mayhem. Starke Worte für jemanden, der in der UFC noch ohne Sieg ist.

Davor soll allerdings erst mal Bisping dran glauben, und Miller weiß auch schon ganz genau wie. "Ich würde den Rear-Naked-Choke bevorzugen, weil er einfach verdammt bedrohlich ausschaut. Du bist hinter deinem Gegner, und kurz vor dem Ende kannst du ihm noch ein kleines Schlummerlied ins Ohr flüstern", so Miller. Vielleicht kann er ja da schon mal für zukünftige Vater-Pflichten üben.

So richtig traditionell war Mayhem schließlich noch nie. Passend dazu die Geschichte zu seinem ersten MMA-Fight: Während seine Schulkameraden zum Abschlussball gingen, prügelte sich Miller für 300 Dollar mit einem Kerl namens Al "Superman" Dill. Mit dabei im Publikum war übrigens auch seine damalige Freundin. Früh übt sich...

Das Bieber-Fieber

Während sich seine möglichen Gegner also langsam in Stellung bringen, vertreibt sich Anderson Silva anderweitig die Zeit. Offenbar wurde The Spider vom Bieber-Fieber infiziert. Denn bei einem Konzert von Justin Bieber in Rio de Janeiro enterte Silva die Bühne und legte eine kleine Tanzeinlage mit dem Popstar hin.

Kurz nach dem Auftritt twitterte Bieber: "It's on! Me vs. Anderson! I am NOT the heavy favorite!" Schade, dass es dazu wohl nicht kommen wird. Trotzdem wird sich wohl vor allem Dana White angesichts der zusätzlichen PR genüsslich die Hände gerieben haben.

Dass der Middleweight-Champion bereits bei den Kämpfen gegen Patrick Cote und Demian Maia seine tänzerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt hatte, dürfte dagegen auch kaum jemanden entgangen sein. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Der People's Champion

So richtig nachvollziehen konnte man die Aktionen von Tito Ortiz ja eigentlich noch nie. Auch beim neuen Spitznamen des einstigen Huntington Beach Bad Boy kann man sich eigentlich nur an den Kopf fassen. Ortiz will neuerdings als People's Champion angekündigt werden.

Das Problem an der Sache: Ortiz trug in den letzten acht Jahren nicht einmal Gold um seine Hüften. Ganz zu schweigen davon, dass er nur einen seiner letzten sieben Kämpfe überhaupt gewinnen konnte.

Eine Erklärung lieferte Ortiz gegenüber "ESPN": "Ich habe mich trotz zahlreicher Verletzungen immer wieder zurückgekämpft und bin gegen die besten Fighter der Welt angetreten. Meine Geschichte soll den Leuten zeigen, dass der Glaube wirklich Berge versetzen kann. Deswegen habe ich meinen Spitznamen geändert. Ich werde immer für die Fans da sein. Und die können dasselbe schaffen, was ich geleistet habe." Vielleicht hat Ortiz aber auch einfach die Schnauze voll, immer wieder als "ehemaliger Champion" angekündigt zu werden.

Der White der Woche: Alistair Overeem

Brock gegen Alistair, Grappler gegen Striker: Selten waren die Rollen bei einem Heavyweight-Fight so eindeutig verteilt wie bei UFC 141. Für Alistair Overeem ist das Schicksal von Brock Lesnar trotzdem schon besiegelt.

"Ich bin sehr zuversichtlich. Es wird einen Knockout geben. Er wird die erste Runde nicht überstehen. So leid es mir tut: Es wird keine zweite Runde geben", so der Demolition Man. Zumindest den White der Woche hat sich der Niederländer damit schon zum zweiten Mal gesichert. Trotzdem darf man gespannt sein, was passiert, falls Lesnar den ehemaligen Strikeforce-Heavyweight-Champion tatsächlich zu Boden befördern sollte.

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