Der Primat gegen den Mr. T Wannabe

Von Bastian Strobl
Freitag, 23.09.2011 | 10:44 Uhr
Rampage Jackson lässt im Vorfeld zum Fight gegen Jon Jones verbal die Muskeln spielen
© Getty
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Rampage Jackson hat einen neuen Primaten-Freund im Zoo gefunden, der ihn an Jon Jones erinnert. Der Light-Heavyweight-Champion macht sich dagegen über eine Filmrolle seines Gegners lustig. Während Triple H von Dana White einen Einlauf bekommt, wird UFC 137 zur Lotterie. Außerdem: Echte Männerfreundschaften und ein Party-Albtraum. It's time for the Octagon-Eight!

Ein Affe namens Jon

Wenn da mal jemand seinem Spitznamen nicht alle Ehre gemacht hat. Quinton Jackson gab zuletzt einen kleinen Einblick in seine Taktik gegen Jon Jones in einer Art und Weise, wie es nun mal nur Rampage machen kann.

"Ich mache mir keine Sorgen wegen seiner Schläge und Tritte. Ich werde ihn einfach überrollen", erklärte Jackson. Auch in Sachen Power sollte der ehemalige Light-Heavyweight-Champion im Vergleich zu Jones Vorteile haben, oder um es im Rampage-Stil auszudrücken: "Der Typ kann ja nicht mal eine Grapefruit ausdrücken."

Ganz im Gegensatz zum 33-Jährigen, der nach seinem Trainingslager in Denver gut vorbereitet zu sein scheint. Und sogar noch auf einen besonderen Freund zählen kann: In der Mile-High City besuchte er einen Zoo und machte die Bekanntschaft eines Affen, der nach seiner Aussage eine verblüffende Ähnlichkeit mit Jon Jones hatte.

Das A-Team lässt grüßen

Gleichberechtigung wird bei den Octagon-Eight groß geschrieben. Deswegen bekommt nun auch Jon Jones seine Bühne serviert, um zu zeigen, dass er vieles ist... aber sicherlich nicht eingeschüchtert von seinem Gegner bei UFC 135.

Der Grund: Die Promo-Tour der letzten Wochen, bei der Jones und Rampage sich fast täglich über den Weg gelaufen sind. "Je mehr ich mit ihm zu tun habe, desto mehr erkenne ich, dass er eigentlich nur ein Mr. T Wannabe ist. Und eben nicht der Typ mit der tiefen Stimme, der dir den Kopf abschlagen will", so der Light-Heavyweight-Champion gegenüber "MMA Fightung". Na dann: Hals- und Beinbruch!

Das ewig junge Duell

Dass der PPV-Markt in den USA hart umgekämpft ist, stellt keine Überraschung dar. Da fährt man schon mal die Krallen aus. So wie Paul Levesque, der den meisten wohl eher als Triple H bekannt sein wird. WWE vs. UFC, die 1385. Runde.

Für den Schwiegersohn von WWE-Oberhaupt Vince McMahon stellt die UFC offenbar keine Gefahr dar, obwohl die PPV-Verkäufe für das MMA-Unternehmen in den letzten Jahren stetig angestiegen sind. "Ich glaube nicht, dass wir es sind, die sich weiterentwickeln müssen. In der UFC gibt es manchmal langwierige und langweilige Kämpfe. Die Leute liegen nur am Boden herum. Oder der Fight ist nach fünf Sekunden vorbei. (...) Wir liefern dagegen immer eine gute Show ab", wird Levesque von "MMA Fighting" zitiert.

Starke Worte von The Game, die - nicht gerade überraschend - zu einem Konter aus dem Octagon führten. Während Jon Jones bei der Pressekonferenz für UFC 135 die Aussagen als "lächerlich" abstempelte, schmunzelte Dana White: "Vince McMahon lässt endlich Triple H sprechen. Er wird bald lernen, dass man solche dummen Aussagen vermeiden sollte." Ouch! Im Wrestling würde man wohl von einem klassischen Low Blow sprechen.

Wie im Lotto

Bevor die erste Ringglocke überhaupt ertönt ist, hat UFC 137 seinen Platz in den Geschichtsbüchern schon sicher. Nie zuvor wurden wohl so kurz vor einem Kampfabend der Main und Co-Main Event einfach über den Haufen geworfen.

Eigentlich sollte Nick Diaz bei seiner UFC-Rückkehr gegen Welterweight-Champion Georges St. Pierre antreten. Eigentlich nicht. Denn der Stockton Bad Boy trat einfach bei zwei Pressekonferenzen nicht auf.

Dementsprechend bedient zeigte sich auch Dana White, der Diaz aus dem Hauptkampf strich: "Der Kerl taucht erst in Vegas und dann in Toronto nicht auf. Was kommt als nächstes? Lässt er den Kampf vielleicht auch sausen? Das kann ich nicht riskieren."

Die Konsequenz: Diaz kämpft nun gegen BJ Penn, und im Main Event gibt's das Duell zwischen GSP und Carlos Condit. Diese Angaben sind wie immer ohne Gewähr.

Ein verletzter Sieger

Die Legende von Anderson Silva bekommt ein weiteres Kapitel hinzu. Nein, The Spider hat seit UFC 134 keinen weiteren Gegner via Steven-Seagal-Kick in die ewigen Jagdgründe geschickt.

Allerdings war Silva zum Zeitpunkt seines Kampfes gegen Yushin Okami in Rio verletzt. "Einen Monat vor dem Fight habe ich mich beim Training mit Junior dos Santos an der Schulter verletzt. In Rio waren die Schmerzen dann kaum auszuhalten, so dass ich Medizin nehmen musste", so der Middleweight-Champion gegenüber "Tatame.com".

Umso beeindruckender war Silvas Erfolg über den Japaner Okami. Oder besser gesagt: Umso furchteinflößender. Denn wenn selbst eine Verletzung den Brasilianer nicht aufhalten kann, was oder wer schafft dieses Kunststück dann?

Party mit Nightmare

Die UFC-Karriere von Diego Sanchez gleicht einer Achterbahnfahrt. Als Gewinner der ersten Ultimate-Fighter-Staffel mit großen Vorschusslorbeeren gestartet, konnte er die Erwartungen nicht immer erfüllen.

Trotzdem erhielt er bei UFC 107 einen Titelkampf gegen BJ Penn, an dem The Nightmare nicht nur wegen der Niederlage fast zerbrochen wäre. "Ich habe total die Kontrolle über mein Leben verloren. Ich hatte den größten Zahltag meiner Karriere, war aber einfach nur frustriert wegen der eindeutigen Niederlage", so Sanchez gegenüber "MMA Weekly".

Zu allem Überfluss kam auch noch eine böse Überraschung um die Ecke: "Ich wurde von einem guten Freund um 170.000 Dollar betrogen. Er hat mich richtig aufs Kreuz gelegt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich einfach nur noch gefeiert, getrunken und gekifft. Meine Leistungen im Octagon waren mir total egal."

Echte Männerfreundschaften
Da haben sich wohl zwei gesucht und gefunden. Über den Sommer standen Michael Bisping und Jason Miller als Coaches für die neue Ultimate-Fighter-Staffel vor der Kamera. Und die beiden haben es offenbar ordentlich krachen lassen.

Bisping gab gegenüber dem Podcast "The MMA Hour" zu, dass es während der Show zu einigen eindeutigen "Begegnungen" gekommen sei. "Sein Mundwerk ist größer als sein Hirn", so Bisping vielsagend. Ganz zu schweigen davon, dass der Brite die blondierten Haare von Miller als einen Mix aus "Josh Koscheck und einer Klobürste" bezeichnet hatte.

Dass solche Aussagen auf Gegenliebe besonderer Art stoßen, dürfte offensichtlich sein. "Am Anfang der Staffel habe ich ihn gehasst. Dann war er mir schlichtweg egal. Und jetzt hat er es wieder auf meine Hass-Liste geschafft", erklärte Mayhem Miller die Beziehung der Beiden.

Der White der Woche: Dana White

Ein Mayweather-Kampf ohne einen Kommentar von Dana White? Unvorstellbar! Überraschenderweise bekam aber nicht der Pretty Boy für seinen diskussionswürdigen Sieg gegen Victor Ortiz sein Fett weg, sondern "HBO"-Kommentatorenlegende Larry Merchant, der nach dem Kampf von Mayweather beleidigt wurde.

"Nach jedem Kampf springt Merchant in den Ring und stellt diese total komischen, sinnlosen und verdammt rüpelhaften Fragen. Ein Interview mit Larry Merchant ist vermutlich schlimmer als das Abnehmen vor einem Fight", so der UFC-Präsident.

White, eigentlich ein Pacquiao-Fan der ersten Stunde, verteidigte sogar Mayweather, der die Entlassung Merchants gefordert hatte. "Es war so peinlich für ‚HBO'. Der Kerl ist senil und vollkommen geistesgestört. Er beschimpft Floyd, und der soll einfach dastehen und nichts machen?"

Die kommenden UFC-Termine

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