UFC 123 in Detroit

B.A. Baracus schlägt zu

Von Oliver Copp
Montag, 22.11.2010 | 12:16 Uhr
Quinton Jackson spielte im Film "A-Team" an der Seite von Liam Neeson und Jessica Biel
© Getty
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Am 23. November kehrte die UFC zum ersten Mal seit 1996 nach Detroit zurück. Vor 16.404 Zuschauern besiegte Quinton "Rampage" Jackson Lyoto Machida umstritten nach Punkten.

In Detroit kämpfte der frühere Weltmeister im Weltergewicht und Leichtgewicht, BJ Penn, nach zwei Niederlagen in Folge darum, in der UFC noch relevant zu bleiben. Im eigentlichen Hauptkampf stiegen die früheren Halbschwergewichtsmeister Quinton "Rampage" Jackson und Lyoto "The Dragon" Machida miteinander ins Octagon - zwei Männer, die stilistisch unterschiedlicher nicht sein könnten.

Der Amerikaner Jackson, der zuletzt im Sommer im Film "A-Team" als B.A. Baracus im Kino zu sehen war, ist berühmt für seine harten und schnellen Knockouts und gleichzeitig berüchtigt dafür, wild und unbesonnen zu kämpfen. Der japanischstämmige Brasilianer Machida dagegen gilt als das Musterbeispiel eines taktisch kämpfenden Karatekas.

Jackson kontrolliert die ersten beiden Runden

Diskutiert wurden also zwei Szenarien: Entweder würde es Jackson gelingen, Machida zu überrennen und schnell auszuknocken - oder das Blatt würde sich im Laufe der Zeit für Machida wenden, der beispielsweise noch nie eine Punktentscheidung verlor.

Wenig überraschend war es, dass der Brasilianer von Beginn an sehr defensiv kämpfte. Dass Jackson aber nicht wie angekündigt sofort den Schlagabtausch suchte, durfte dagegen als erhebliche Überraschung gewertet werden. In den ersten beiden Runden geschah wenig, doch Jackson war stets derjenige, der den Kampf zu machen versuchte. Machida wich großartig aus, aber von ihm kam in dieser Zeit wenig.

Machida dreht in der dritten Runde auf

Erst in der dritten Runde explodierte der Karateka wie aus dem Nichts und traktierte Rampage mit schönen Schlag- und Kniekombinationen. Jackson feuerte zurück, doch bevor er Schaden anrichten konnte, brachte ihn Machida mit einem Takedown zu Boden und erkämpfte sich dort kurz darauf die Full Mount.

Er saß also auf Jackson, beide Beine über der Hüftlinie seines Gegners - eine der besten Positionen, die es im Bodenkampf überhaupt gibt. Machida hatte zudem noch 3:15 Minuten verbleibende Rundenzeit, um etwas daraus zu machen. Der "Drache" setzte nach einiger Zeit zu einem Armhebel an, den Jackson zu kontern versuchte, indem er wieder aufstand.

Einer der am meisten gespielten Videoclips der MMA-Geschichte entstand aus einer ähnlichen Situation. Jackson stand gebeugt, Ricardo Arona hatte ihn aus der Unterlage mit einem Aufgabegriff fixiert. Jackson hob ihn aus und knallte ihn aus gut 1,80 Metern Höhe mit einem Slam auf die Matte - sofortiger K.o..

Jackson gewinnt, Machida war der Bessere

Die Fans waren also aus dem Häuschen, als er Machida hochzuheben begann. Doch daraus wurde nichts, denn der Brasilianer roch den Braten und gab Jacksons Arm frei. Kurz darauf endete die Runde und damit der Kampf. Als geneigter Zuschauer hatte man das Bauchgefühl, dass Lyoto Machida den Kampf gewonnen hatte. Doch im MMA-Sport nach den Universal Rules wird jede Runde für sich gewertet - zehn Punkte für den Sieger und neun Punkte oder weniger für den Unterlegenen der Runde. Acht Punkte vergeben die Punktrichter in der Regel nur dann, wenn der Kampf kurz vor dem Abbruch war.

Wertet man also die ersten beiden Runden für Jackson, weil dieser aktiver war und das Positionsspiel im Octagon beherrschte, und die dritte Runde für Machida, landet man bei einem Punktsieg für den Amerikaner mit 29-28 Punkten. Genau so werteten auch zwei der drei Punktrichter - der dritte Punktrichter sah Machida noch in einer der anderen Runden vorn.

Es ist offensichtlich, dass hier zwar nach den Regeln der richtige Kämpfer gewann, dass der Kampf aber von seinem Gegner gewonnen wurde. An dieser Stelle muss dringend nachgebessert werden, denn während es im Boxen kein Problem ist, einmal die eine oder andere Runde zu verlieren, sind zwei knapp vergebene Runden im MMA-Sport meist das vorgezogene Urteil, weil es in Nicht-Titelkämpfen nur drei Runden gibt.

Duell der Legenden Hughes und Penn

Punkte waren im zweiten Hauptkampf dagegen überhaupt kein Thema. Matt Hughes, der zweimalige Weltmeister im Mittelgewicht und Rekordhalter in der UFC für die meisten zusammenhängenden Titelverteidigungen, traf im dritten und entscheidenden Kampf ihrer Serie auf den Mann, der ihm seine erste Weltmeisterschaft abgenommen hatte, das hawaiianische Wunder BJ Penn.

Hughes und Penn, zwei der wichtigsten Stars des Aufstiegs der UFC, trafen in den Jahren 2004 und 2006 bereits zweimal aufeinander, wobei Penn den ersten Kampf gewann und Hughes den zweiten. Hughes ist mit 37 Jahren schon in den letzten Zügen seiner Karriere, kam jedoch mit drei Siegen in Folge in diesen Kampf, während der 31-jährige Penn zuletzt seine Weltmeisterschaft im Leichtgewicht und einen Rückkampf um dieselbe verloren hatte.

Penn haut Hughes nach nur 21 Sekunden um

Nach nur wenigen Sekunden erwischte Penn Hughes mit einem rechten Haken direkt am Kinnwinkel, und Hughes ging zu Boden. Penn war sofort mit weiteren Schlägen am Boden zur Stelle, und der Ringrichter ging nach 21 Sekunden Kampfzeit dazwischen und erklärte Penn zum Sieger.

Im Interview nach dem Kampf war Hughes sichtlich schockiert über dieses schnelle Ende, aber bei einem Fight auf diesem Niveau kann es jeden einmal erwischen. Einen Rückschluss auf ein baldiges Karriereende sollte man daraus nicht ziehen. Anders wäre es gewesen, wenn Penn Hughes über drei Runden hinweg vorgeführt hätte.

"Mr. Wonderful" feiert unorthodoxen Sieg

Gerald Harris unterlag im schlechtesten Kampf des Abends dem debütierenden Brasilianer Maiquel Falcao nach Punkten. Harris respektierte Falcaos Fähigkeiten am Boden zu sehr und war übervorsichtig, während Falcao nach zwei gemütlich gewonnen Runden keine Notwendigkeit mehr verspürte, noch etwas zu riskieren und somit die letzte Runde nur noch im Rückwärtsgang war. UFC-Matchmaker Joe Silva war nach dem Kampf so wütend, dass er nicht einmal ins Octagon kam, um den Sieger zu beglückwünschen.

Der frühere NCAA-Meister im Ringen, Phil "Mr. Wonderful" Davis, baute seinen Kampfrekord mit einem Kantersieg gegen Tim Boetsch auf 8-0 aus und seinen UFC-Rekord auf 4-0. Davis startete als reiner Ringer, arbeitet nun aber seit einem Jahr an seinen Grapplingfähigkeiten.

Das Ergebnis sah man hier, denn nach 2:55 Minuten der zweiten Runde musste Boetsch in einem modifizierten Kimura-Armhebel aufgeben, den man so noch nie gesehen hatte und der auch kaum mit Worten beschreibbar ist. Davis taufte den Griff "Mr. Wonderful", und so geht er auch in die Geschichtsbücher der UFC ein.

Sotiropoulos im Februar gegen Siver

Der Australier George Sotiropoulos setzte sich nach 2:43 Minuten der zweiten Runde mit einem Kimura-Armhebel gegen Joe Lauzon durch. Der Amerikaner brachte den ungeschlagenen Aussie in der ersten Runde mit ausgezeichnetem Striking und guter Takedownverteidigung massiv in Schwierigkeiten, doch dann ging ihm die Puste aus. Sotiropoulos trifft nun am 27. Februar in Sydney vor Heimatpublikum auf den deutschen UFC-Star Dennis Siver.

Brian Foster zwang Matt Brown nach 2:11 Minuten der zweiten Runde mit einem Rear-Naked Choke zur Aufgabe. Mark Munoz setzte sich nach Punkten gegen Aaron Simpson durch. Dennis Hallman beendete nach 1:47 Minuten der ersten Runde das Comeback des früheren Judo-Asses Karo Parisyan. Edson Barboza besiegte Mike Lullo nach 26 Sekunden der dritten Runde, als dieser nach gefühlten einhundert Leg Kicks nicht mehr weitermachen konnte.

Der Engländer Paul Kelly setzte sich nach 3:16 Minuten der zweiten Runde durch technischen Knockout gegen T.J. O'Brien durch. Nik Lentz gewann den Eröffnungskampf gegen Tyson Griffin durch eine umstrittene Punktrichterentscheidung - ein Punktrichter gab alle drei Runden an Griffin, die anderen beiden zwei der drei an Lentz. Ausnahmslos alle befragten Experten schlossen sich dem einen Punktrichter an.

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