Dennis Siver schreibt bei SPOX

"Der MMA-Sport ist mit nichts zu vergleichen"

SID
Dienstag, 09.11.2010 | 11:01 Uhr
Dennis Siver (oben) greift bei UFC 122 in Oberhausen nach seinem fünften Sieg
© SPOX
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Am 13. November steigt Dennis Siver bei UFC 122 in Oberhausen gegen Andre Winner ins Octagon. Exklusiv für SPOX schreibt der in Omsk (Weißrussland) geborene Deutsch-Russe über Trainingsmethoden, seine Kampfstrategie und den holprigen Start in der bekannten Mixed-Martial-Arts-Liga.

Ich bekomme oft die Frage gestellt, wie es so ist, sich auf einen Kampf vorzubereiten. Auf den Punkt gebracht: Es ist anstrengend. Der Mixed-Martial-Arts-Sport ist mit keinem anderen Sport zu vergleichen, denn man muss sehr vielseitig trainieren, um überhaupt mithalten zu können.

Ich war früher lange Zeit Kickboxer, und natürlich fühle ich mich in dem Bereich am meisten heimisch. Aber würde ich mich in meinen Kämpfen allein auf mein Kickboxen verlassen, hätte ich wenig Chancen gegen meine Gegner. Deswegen trainieren wir morgens und nachmittags höchst unterschiedliche Disziplinen.

Diszipliniert und fokussiert

Morgens arbeiten wir vielleicht an meiner Technik oder arbeiten Strategien aus. Vielleicht gehen wir auch an die Pratzen oder drehen ein paar Runden im Park. Am Nachmittag steht dazu im Gegensatz Grappling auf dem Programm, also beispielsweise der Bodenkampf. Dazu kommt Ringen, Konditionstraining und auch regelmäßig eine Sparringseinlage.

Andre Winner, mein Gegner in Oberhausen, ist auch ein Standkämpfer. Er mag es - genau wie ich - in den Schlagabtausch zu gehen und auf den Beinen zu kämpfen. Nur kann ich mich nicht darauf verlassen, dass er diese Strategie wählen wird - denn es wäre zu offensichtlich.

Außerdem hat sich inzwischen auch zu meinen Gegnern herumgesprochen, dass ich ein sehr disziplinierter Kämpfer bin und auch unter Druck mein Ziel nicht aus den Augen verliere.

Gezieltes Training

Genau aus dem Grund ist es für mich so wichtig, an meinen Fähigkeiten im Ringen und im Bodenkampf weiter zu feilen, denn für viele Kämpfer ist es keine gute Strategie, mit mir im Stand zu kämpfen. Es ist also nahe liegend, dass sie versuchen werden, mich auf die Matte zu bringen, wo meine größte Stärke - das Kickboxen - neutralisiert wird.

In erster Linie ist es für mich also wichtig, Ringen defensiv zu trainieren. Wenn ein Gegner versucht, mir die Beine wegzuziehen und mich mit einem Takedown auf die Matte zu bringen, muss ich die Beine von ihm weg bewegen, um den Kampf im Stand zu halten.

Gleichzeitig kann es aber auch für mich vorteilhaft sein, den Kampf aktiv auf die Matte zu verlagern, weswegen ich auch offensiv Takedowns trainiere, sei es aus dem Stand oder aus dem Clinch heraus.

"Man muss vorausahnen, was der Gegner versuchen wird"

Für den Fall, dass es einem Gegner doch einmal gelingt, mich zu Boden zu bringen, muss ich natürlich auch den Bodenkampf trainieren. Als reiner Kickboxer tut man sich schwer, den Kampf zu drehen, wenn man auf dem Rücken liegt und der Gegner sich auf einem befindet.

Ich kann beispielsweise versuchen, mich unter meinem Kontrahenten herauszuwinden. Genauso kann ich daran arbeiten, das Blatt zu wenden und selbst in die Oberlage zu kommen. Oder ich kann aus der Unterlage Aufgabegriffe versuchen, beispielsweise Armhebel oder Würgegriffe.

Die Situationen dort sind mannigfaltig, und man muss oft in Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung treffen und vorausahnen, was der Gegner versuchen wird.

Aller Anfang ist schwer

Ich hatte seinerzeit einen schweren Start in der UFC und konnte nur einen von vier Kämpfen gewinnen. Natürlich hatte ich auch zuvor schon alle Aspekte des MMA-Sports trainiert, aber mir wurde gezeigt, dass ich noch nicht dort angekommen war, wo ich sein musste, um auf dem Weltniveau mithalten zu können.

Ich stellte mein Training um, erhöhte den Anteil des Ringertrainings deutlich, machte viel mehr Techniktraining und wechselte runter ins Leichtgewicht.

Die UFC holte mich im Januar 2009 zurück, um in Dublin gegen Nate Mohr anzutreten. Der Kampf war hart, und ich musste auch einiges einstecken, aber während meiner vierzehn Minuten im Octagon fiel der Groschen. Zwar hatte ich auch zuvor nie an mir gezweifelt, aber an diesem Abend wurde mir bewusst, dass ich nach wie vor mithalten kann und das Potential habe, interessante Kämpfe abzuliefern und diese am Ende auch zu gewinnen.

Der Spinning Back Kick zu den Rippen, mit dem ich den Kampf beendete, brachte mir nicht nur den wichtigsten Sieg meiner Karriere ein, sondern auch noch einen fünfstelligen Bonus für den schönsten Knockout des Abends. Seitdem habe ich bis auf eine knappe Punktniederlage alle meine Kämpfe gewonnen - und in Oberhausen will ich meine Siegesserie in Europa fortsetzen.

UFC kehrt nach Deutschland zurück

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