Bolls "schwarze Serie" und Sorgen um Ovtcharov: Trübe WM-Aussichten

SID
Sonntag, 25.03.2018 | 16:39 Uhr
Ma Long gewann die German Open zum fünften Mal.
© getty
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Timo Boll hat als Nummer eins der Tischtennis-Welt auf der World Tour weiter kein Glück.

Das deutsche Idol konnte bei den German Open in Bremen auch den Heimvorteil nicht zu seinem ersten Tour-Titel als Spitzenreiter der Weltrangliste nutzen und musste seine Hoffnungen auf seinen fünften German-Open-Erfolg seit 2004 schon im Viertelfinale begraben.

Rückenwind durch Heim-WM bleibt bisher aus

Bolls 1:4-Niederlage gegen Chinas Olympiasieger und späteren Turniergewinner Ma Long bedeutete gut einen Monat vor der Team-WM in Halmstad/Schweden (29. April bis 6. Mai) den zweiten Dämpfer für die ambitionierten Herren des Deutschen Tischtennis-Bundes an der Weser. Bereits die Erstrunden-Aufgabe von Titelverteidiger Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) wegen einer weiter schmerzenden Hüftverletzung hatte Bundestrainer Jörg Roßkopf Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. "Das ist bitter und alles andere als ein gutes Vorzeichen", meinte Boll zur derzeitigen Situation.

Auch der überraschende Halbfinaleinzug des Saarbrückers Patrick Franziska (2:4 gegen Doppelweltmeister Xu Xin/China) konnte die Stimmung im DTTB-Lager nur bedingt aufhellen. Insgesamt blieb der erhoffte WM-Rückenwind für die Gastgeber durch das "Heimspiel" aus.

Ma Long alleiniger Rekordsieger der German Open

"Es hat nicht alles gepasst", resümierte Boll nach seiner letztlich klaren Abfuhr durch Weltmeister Ma nüchtern und fügte rund sechs Monate nach seinem Coup gegen den "Dominator" beim Weltcup in Lüttich hinzu: "Ma Long war sehr clever und kreativ."

Mas neunter Erfolg im elften Duell mit dem Düsseldorfer seit 2008 und sein fünfter German-Open-Titel, durch den der 30-Jährige zum alleinigen Rekordsieger des Turniers avancierte, deuteten womöglich eine sich anbahnende Wiederherstellung der zuletzt scheinbar ins Wanken geratenen Kräfteverhältnisse zugunsten der Weltmeister aus dem Reich der Mitte an. Im Vorjahr hatten Ovtcharov und Boll durch eine monatelange Erfolgsserie auch mit Siegen gegen Top-Chinesen Hoffnungen auf einen Machtwechsel bei der WM geschürt.

In Bremen erschienen die Perspektiven von Roßkopfs Team jedoch längst nicht mehr so günstig wie noch vor wenigen Wochen. Boll blieb auch bei seinem zweiten World-Tour-Turnier in Folge nach seinem vierten Sprung an die Weltranglistenspitze seit 2003 zu Monatsbeginn ohne Podestplatz, bescheinigte sich jedoch "einen Fortschritt" im Vergleich zu seinem Achtelfinal-Aus Anfang März bei den Qatar Open: "Das war eine Klasse besser als in Doha, ich bin auf einem guten Weg."

Boll "auf dem Boden der Tatsachen angekommen"

Davon will sich der 37-Jährige, der gegen Ma im Kampf um einen Halbfinalplatz zweimal eine Fünf-Punkte-Führung (9:4 im vierten und 10:5 im fünften Durchgang) ungenutzt ließ, auch nicht durch die Niederlage gegen "den besten Spieler der Welt" (Boll über Ma) nicht abbringen lassen: "Ich brauche solche Matches, um auf mein Level zu kommen."

Wie weit Boll sich allerdings nach seiner Pause im Februar von der Form des vorigen Halbjahres entfernt fühlt, offenbarte der deutsche Meister am Rande des Turniers in einem FAZ-Interview: "Ich brauche momentan viele Tipps. Ich bin auf dem Boden der Tatsachen angekommen."

Bolls schwarze Serie als Weltranglistenerster hält an

Keinerlei Halt für die kommenden Wochen hat Ovtcharov momentan. Wie lange die zu erwartende Zwangspause zur Ausheilung seiner Hüftverletzung dauern wird, vermochte der Weltcupsieger vorerst nicht abzuschätzen. "Am Montag bin ich beim Arzt und lasse Untersuchungen durchführen. Vor Dienstag werde ich nichts wissen", sagte der Weltranglistendritte auf SID-Anfrage.

Für Boll bedeutete Bremen unterdessen vor seiner schon wieder feststehenden Ablösung als Nummer eins durch den in Bremen verletzt fehlenden WM-Zweiten Fan Zhendong (China) die Fortsetzung seiner "schwarzen Serie" als Weltranglistenerster: Auch in seiner vierten "Regentschaft" an der Spitze blieb der frühere WM-Dritte wie schon während seiner drei vorherigen "Amtszeiten" (zweimal 2003 und einmal 2011) bei World-Tour-Turnieren ohne Titelgewinn.

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