Tischtennis

DTTB-Herren im Halbfinale gegen Japan

SID
Dimitrij Ovtcharov trug seinen Teil zum Viertelfinal-Erfolg bei
© getty

Die deutschen Tischtennis-Herren haben bei der Mannschafts-WM in Tokio das Halbfinale erreicht und damit eine Medaille bereits sicher. Die EM-Seriensieger und Vizeweltmeister wiederholten im Viertelfinale gegen Singapur ihren 3:0-Vorrundenerfolg und treffen am Sonntag auf WM-Gastgeber Japan.

Der Erfolg seiner Herren-Mannschaft überdeckte im Lager des DTTB die Enttäuschung über das Viertelfinal-Aus der Damen. Die Europameisterinnen von Bundestrainerin Jie Schöpp standen beim 0:3 gegen den favorisierten WM-Dritten Hongkong im Gegensatz zur unglücklichen 1:3-Vorrundenniederlage gegen denselben Gegner weitgehend auf verlorenem Posten.

Herren-Coach Jörg Roßkopf richtete nach dem Erfolg gegen Singapur durch Punkte seiner Top-10-Stars Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) und Timo Boll (Düsseldorf) sowie von Team-Europameister Patrick Franziska (Fulda) den Blick schon auf das Semifinale: "Wir sind unserer Favoritenrolle gerecht geworden. Alle drei haben eine gute Leistung gezeigt. Gegen Japan allerdings spielen wir nicht nur gegen eine Spitzenmannschaft, sondern auch gegen die vielen Fans. Das wird ein schwieriges Match, aber wenn wir ins Finale wollen, müssen wir uns auch in solch einer Situation beweisen."

Den zweiten Teilnehmer für das Endspiel am Montag ermitteln Titelverteidiger und Rekordsieger China sowie Taiwan (3:2 gegen Südkorea).

Damen fehlen die Mittel

Beim Halbfinal-Einzug von Ovtcharov und Co. konnten auch die DTTB-Spielerinnen auf der Tribüne der Yoyigo-Arena schonn wieder lächeln, hatte Schöpps Teams doch mit dem Einzug in die Runde der besten Acht das gesteckte Ziel erreicht. "Man muss anerkennen, dass Hongkong mehr technische Möglichkeiten hatte als wir. Insgesamt haben wir spielerisch und kämpferisch bei dieser WM eine gute Mannschaftsleistung gezeigt und unsere Setzung als Nummer sechs bestätigt. Die Entwicklung meiner jungen Spielerinnen freut mich besonders", bilanzierte Schöpp zufrieden.

Für die dritte WM-Podestplatzierung der Nachkriegsgeschichte fehlten dem WM-Dritten von 1997 und 2010 gegen das asiatische Weltklasse-Team aus Chinas "Filiale" die Mittel. Die Doppel-Europameisterinnen Sabine Winter (Kolbermoor) und Petrissa Solja (Linz) sowie die ehemalige EM-Zweite Irene Ivancan (Berlin) kamen nicht ernsthaft in die Nähe einer Überraschung.

"Ich war unflexibel"

Entscheidend war das zweite Match zwischen Ivancan und Top-20-Spielerin Jiang Huajun (2:3). Defensivstrategin Ivancan geriet bei einer 2:1-Führung durch die Anwendung der Zeitspielregel und Diskussionen über deren Umsetzung fast bis zum Schluss völlig aus dem Rhythmus. "Ich ärgere mich, dass ich so unflexibel war und mich nicht auf das Zeitspiel einstellen mochte. Ich wollte aber wenigstens kämpfend untergehen", sagte Ivancan.

Hongkong wartete im Halbfinale auf den Sieger des Duells zwischen Japan und den Niederlanden. Weltmeister China trifft in der Vorschlussrunde in einer Neuauflage des WM-Finales von 2012 in Dortmund auf Singapur.

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