Tennis

Sabine Lisicki exklusiv: "Ich habe das Gefühl, dass noch viel in mir steckt”

Sabine Lisicki stand 2013 im Wimbledon-Finale.

Während die Weltelite in den vergangenen Wochen in Indian Wells und Miami um große Titel kämpfte, kämpft Sabine Lisicki nach vielen Verletzungsproblemen um den Anschluss. Wie geht es Bum-Bum-Bine auf ihrem schwierigen Weg zurück an die Spitze? SPOX hat vor dem WTA-Turnier in Charleston (Lisickis Auftaktmatch heute ab 16 Uhr live auf DAZN) nachgefragt.

Es ist der 19. April 2009 in der Hafenstadt Charleston im US-Bundesstaat South Carolina, als eine junge 19-jährige Deutsche mit einem gewaltigen Aufschlag ihren ersten Titel auf der WTA-Tour feiert. Ihr Name: Sabine Lisicki.

Mit 6:2 und 6:4 setzt sich Lisicki im Finale gegen die Dänin Caroline Wozniacki durch, nach dem insgesamt sechsten Matchball ist der Triumph endlich perfekt. Bis heute zählt das Match zu Lisickis besten ihrer Karriere.

"Ich könnte mich nicht für ein einziges Match entscheiden, wenn es um das beste meiner Karriere geht. Ich denke an die Matches gegen Serena und Radwanska in Wimbledon 2013. Serena in Wimbledon zu schlagen, ist etwas Besonderes und gegen Radwanska war es speziell, weil es um den Finaleinzug in einem Grand Slam ging. Aber auch das Wozniacki-Match in Charleston zum ersten Titelgewinn auf der Tour war wirklich etwas ganz Besonderes", erzählt Lisicki im Gespräch mit SPOX.

Lisicki in der Weltrangliste auf Rang 299

Heute, zehn Jahre später, schlägt Lisicki wieder in Charleston auf. Allerdings ist sie diesmal vom Titelgewinn weit entfernt. Nur dank einer Wildcard steht Lisicki im Hauptfeld und trifft in Runde eins auf die aufstrebende US-Amerikanerin Sofia Kenin. In der Weltrangliste muss der deutsche Tennisfan momentan weit nach unten scrollen, um Lisicki zu finden. Genau gesagt auf Rang 299.

Knie, Bein, Fuß, Schulter - viele Verletzungen haben die inzwischen 29-Jährige in den vergangenen Jahren weit zurückgeworfen. Von ihrer ansteckenden Fröhlichkeit hat Lisicki aber nichts verloren.

"Manche Rückschläge sind härter als andere und ich bin einfach eine Kämpferin, die nicht aufgibt. Egal in welchem Beruf man tätig ist, es gibt sie immer wieder. Ich habe das Gefühl, dass noch viel in mir steckt, was ich noch zeigen möchte. Dafür braucht man das richtige Umfeld und das habe ich", sagt Lisicki entschlossen.

Der Wimbledon-Traum 2013

Nach ihrem Erfolg in Charleston folgen 2011 zwei weitere Titel in Birmingham und Dallas. 2012 steht Lisicki auf Rang zwölf der Welt so hoch wie nie und kratzt an den Top 10.

2013 wird Bum-Bum-Bine endgültig zum Superstar in Deutschland, als sie auf ihrem geliebten Rasen von Wimbledon zu einem magischen Siegeszug ansetzt, sowohl gegen Serena Williams als auch gegen Agnieszka Radwanska ihr Kämpferherz beweist, 0:3-Rückstände im dritten Satz umdreht und als erste Deutsche seit Steffi Graf 1999 sensationell im Finale steht.

Dort ist sie von der Situation überwältigt und wird von der Französin Marion Bartoli gestoppt. 1:6, 4:6. Von jener Marion Bartoli, gegen die sie bereits 2008 ihr erstes Match überhaupt auf dem heiligen Rasen bestritt und zum ersten Mal in Wimbledon Gänsehaut spürte.

"Auf jeden Fall", antwortet Lisicki auf die Frage, ob sie nach dem verlorenen Grand-Slam-Finale überzeugt war, dass die ganz großen Titel nur eine Frage der Zeit sind. Doch es sollte anders kommen.

Lisicki: "Ich liebe den Sport immer noch sehr"

Heute muss Lisicki, die immer noch den Weltrekord für den schnellsten Aufschlag im Damentennis hält (211 km/h), meist den harten Weg über Qualifikationen und kleinere Events gehen, um sich wieder nach oben zu arbeiten.

Dass noch mit ihr zu rechnen ist, deutete sie Ende 2018 mit dem Finaleinzug in Taipeh an. Auch Siege bei einem kleinen Turnier sind elementar, um wieder an Selbstvertrauen zu gewinnen. "Dieses Turnier war sehr wichtig für mich, weil ich über die letzten zwölf Monate extrem viel Kraft und Zeit investiert habe. Sowohl in der Reha als auch auf dem Platz", erklärt Lisicki.

Sie habe sich Ziele gesteckt, was sie bis Ende des Jahres 2019 erreichen will, öffentlich möchte sie aber nicht darüber sprechen. So viel will sie aber doch sagen: "Ich habe es immer genossen und liebe den Sport immer noch sehr. Ich möchte einfach lange, gesund und erfolgreich Tennis spielen können."

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