Tennis

Bittere Night Session in Miami: Zverev raus! Kerber raus!

SID
Alexander Zverev unterlag in Miami Oldie David Ferrer.

Die Weltranglistenvierte Angelique Kerber ist erneut an Bianca Andreescu gescheitert. Kerber, die vor einer Woche bereits das Finale von Indian Wells gegen die 18-jährige Kanadierin verloren hatte, unterlag Andreescu in Miami (die WTA-Konkurrenz live auf DAZN) in ihrem Drittrundenmatch mit 4:6, 6:4, 1:6.

Angelique Kerber war stinksauer. Sie versuchte erst gar nicht, ihre schlechte Laune zu verbergen - erst recht nicht vor ihrer Bezwingerin. Dem Matchball folgten ein böser Blick und ein eisiger Handschlag, garniert mit wenig schmeichelhaften Worten.

"Biggest Dramaqueen ever", zischte Kerber der Kanadierin Bianca Andreescu ins Gesicht. Die Wimbledonsiegerin hatte in Miami nicht nur die Revanche gegen das Supertalent, sondern auch ihre Fassung verloren.

Dagegen nahm Alexander Zverev sein Zweitrunden-Aus beim Hartplatzturnier in Florida sportlich. Der Weltranglistendritte unterlag im Generationenduell dem 36 Jahre alten Spanier David Ferrer 6:2, 5:7, 3:6. Am Netz gratulierte Zverev seinem Kontrahenten herzlich, Ferrer wird nach der Sandplatzsaison seine Karriere beenden - mit ihm geht ein großer Kämpfer, das wusste Zverev zu würdigen.

Für den gebürtigen Hamburger endete das erste Saisondrittel dennoch enttäuschend. Vor allem das "Sunshine-Double" mit den Masters-Turnieren in Indian Wells und Miami verlief alles andere als nach Plan. Von einem Infekt beeinträchtigt gelang Zverev nur ein Sieg. Zudem trug der 21-Jährige, der in Miami im vergangenen Jahr noch das Finale erreicht hatte, den Rechtsstreit mit seinem Manager in die Öffentlichkeit. Die Auseinandersetzung wird ihn noch eine Weile beschäftigen.

Für Kerber (31) hätte die Bilanz der Dienstreise besser ausfallen können, wäre da nicht die 18-jährige Andreescu gewesen. Nach der Finalniederlage in Indian Wells vor Wochenfrist hatte Kerber ihrer Gegnerin immerhin noch mit zwei flüchtigen Wangenküsschen gratuliert. Miami verließ die Kielerin genervt von Problemen am Oberschenkel und vor allem von Andreescu, die sich einfach nicht ergeben wollte.

Andreescu: "Ich werde mein Tennis sprechen lassen"

Während der Partie ließ sich Andreescu an der Schulter behandeln, auch in Indian Wells hatte sie angeschlagen gewirkt - und doch noch gewonnen. Für Kerber, die sich nach einem 1:4 im zweiten Satz zurückgekämpft hatte, anscheinend etwas zu viel Drama. Andreescu wollte den Vorfall am Netz nicht groß kommentieren, sie sei sich gar nicht sicher, was Kerber genau gesagt hat, meinte sie und versicherte: "Ich werde mein Tennis sprechen lassen."

Das sollte sich bei allem Ärger auch Kerber für die kommenden Turniere auf dem weniger geliebten Sand vornehmen. Den Titel bei den French Open, der einzige in ihrer Grand-Slam-Sammlung, der ihr noch fehlt, hatte sie nach der Verpflichtung von Trainer Rainer Schüttler als Traumziel ausgegeben. Auf den europäischen Sandplätzen ist allerdings ein kühler Kopf gefragt, die Wut auf die "Dramaqueen" Andreescu sollte bis dahin verraucht sein.

Federer muss zittern

Ebenfalls ausgeschieden ist Alexander Zverev. Der an Nummer zwei gesetzte Hamburger verlor gegen den Spanier David Ferrer in der zweiten Runde mit 6:2, 5:7, 3:6.

Für den 36-jährigen Ferrer, der sich gerade auf seiner Abschiedstournee befindet, war es der erste Sieg gegen einen Top-5-Spieler seit 2015. Zverev leistete sich gegen die 155. der Welt zwölf Doppelfehler.

Roger Federer musste ums Weiterkommen zittern, gewann aber letztlich gegen Radu Albot (Moldawien) mit 4:6, 7:5, 6:3.

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