Freitag, 11.11.2016

ATP-Finals in London: Das SPOX-Power-Ranking

Zeit für Rock'n'Roll

Der Wechsel an der Ranglistenspitze birgt vor den ATP-Finals in London (ab Sonntag live auf DAZN und im LIVETICKER) eine besondere Brisanz. Novak Djokovic muss sein mentales Tief besiegen, wenn er den formstarken Andy Murray wieder vom Thron stoßen möchte. Gelingen wird das nicht. Beim ersten Saisonfinale seit 14 Jahren ohne Roger Federer oder Rafael Nadal wird es auf den Plätzen dahinter einige Verschiebungen geben.

8. Dominic Thiem (Gruppe Ivan Lendl)

Die österreichische Nummer eins ist von der ATP für den Award des "Most Improved Player 2016" nominiert worden - eine Ehre, die unter anderem auch Alexander Zverev zuteil wird. Und Thiem hat sich die Anerkennung für einen der Spieler, die sich dieses Jahr am stärksten entwickelt haben, redlich verdient.

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Der 23-Jährige hat sich vor allem durch ein überragendes erstes Halbjahr an und in die Top Ten der Weltrangliste hineingespielt. Während der Sandplatz-Saison sicherte er sich erst die Titel in Buenos Aires und Acapulco, erreichte in München das Finale und glänzte mit tollen Resultaten bei den Masters-Events. Als Krönung erreichte er bei den French Open das Halbfinale und unterlag erst dort dem späteren Sieger Novak Djokovic.

Nach einer durchschnittlichen Rasensaison und dem Achtelfinal-Aus bei den US Open überzeugte der Hardhitter nur noch beim Finaleinzug in Metz im September. Thiem hat extrem viel gespielt (27 Turniere). Dieses Engagement hat ihn - trotz Verletzungspechs einiger Topstars - zurecht nach London gebracht.

Um bei der ersten Finals-Teilnahme aber Akzente zu setzen, scheint der körperliche Akku nicht mehr ausreichend gefüllt - auch wenn sein Trainer Günter Bresnik dieser These zuletzt widersprach und betonte, die Tenniswelt werde in London einen konkurrenzfähigen Dominic Thiem erleben. Dennoch dürfte es maximal für einen Sieg gegen Milos Raonic reichen. Doch beim einzigen Duell dieses Jahr in Cincinnati hatte der Shootingstar noch (zu) große Probleme, die Varianten des kanadischen Aufschlagriesen zu lesen. Thiems Zeit wird kommen.

7. Kei Nishikori (Gruppe John McEnroe)

Der japanische Volksheld überzeugt mit einer brutalen Konstanz. Neben dem Sieg bei seinem Lieblingsturnier in Memphis stehen vier Finalteilnahmen zu Buche. Bronze bei den Olympischen Spielen sowie Topresultate bei den Masters Turnieren sprechen für die Nummer fünf der Welt.

Doch bei den Grand Slams steht dieses Jahr lediglich ein Halbfinale (US Open) in der Vita - auch, weil immer mal der Körper streikte. Doch der Hauptgrund ist bei aller Raffinesse und Grundschlägen wie ein Schweizer Uhrwerk, die er unter Michael Chang entwickelt hat, der zu oft fehlende K.o.-Schlag.

Ein Stan Wawrinka etwa ist nicht halb so konstant wie der 26-Jährige. Aber bei den großen Turnieren hat er mehrmals die Waffen ausgepackt, um Djokovic, Murray und Co. nicht nur zu ärgern, sondern auch zu besiegen.

Diesen Beweis wird der Wahlamerikaner aller Voraussicht nach auch in London schuldig bleiben. Zumal er mit Murray und Wawrinka die stärkere Gruppe erwischt hat. Gegen den formstarken Marin Cilic hat er zuletzt im Finale von Basel denkbar knapp verloren. Unwahrscheinlich, dass es für einen Einzelsieg reichen wird.

ATP-Weltrangliste: Die meisten Wochen auf Platz 1
Andy Murray ist durch seinen Einzug ins Finale von Paris ab Montag erstmals die Nummer 1 der Welt. Doch wer war die meisten Wochen am Stück ganz oben? SPOX gibt einen Überblick
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Andy Murray ist durch seinen Einzug ins Finale von Paris ab Montag erstmals die Nummer 1 der Welt. Doch wer war die meisten Wochen am Stück ganz oben? SPOX gibt einen Überblick
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Zur Einordnung vorneweg: Boris Becker war 1991 zwei Mal die Nummer eins - einmal für neun Wochen, einmal für drei Wochen
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Zur Einordnung vorneweg: Boris Becker war 1991 zwei Mal die Nummer eins - einmal für neun Wochen, einmal für drei Wochen
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Platz 14 - Andre Agassi (USA): 52 Wochen vom 13. September 1999 bis zum 10. September 2000
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Platz 14 - Andre Agassi (USA): 52 Wochen vom 13. September 1999 bis zum 10. September 2000
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Platz 12 - Novak Djokovic (SRB): 53 Wochen vom 4. Juli 2011 bis zum 8. Juli 2012
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Platz 12 - Novak Djokovic (SRB): 53 Wochen vom 4. Juli 2011 bis zum 8. Juli 2012
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Platz 12 - John McEnroe (USA): 53 Wochen vom 13. August 1984 bis zum 18. August 1985
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Platz 12 - John McEnroe (USA): 53 Wochen vom 13. August 1984 bis zum 18. August 1985
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Platz 11 - Rafael Nadal (ESP): 56 Wochen vom 7. Juni 2010 bis zum 3. Juli 2011
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Platz 11 - Rafael Nadal (ESP): 56 Wochen vom 7. Juni 2010 bis zum 3. Juli 2011
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Platz 10 - John McEnroe (USA): 58 Wochen vom 3. August 1981 bis zum 12. September 1982
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Platz 10 - John McEnroe (USA): 58 Wochen vom 3. August 1981 bis zum 12. September 1982
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Platz 9 - Lleyton Hewitt (AUS): 75 Wochen vom 19. November 2001 bis zum 27. April 2003
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Platz 9 - Lleyton Hewitt (AUS): 75 Wochen vom 19. November 2001 bis zum 27. April 2003
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Platz 8 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 80 Wochen vom 30. Januar 1989 bis zum 12. August 1990
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Platz 8 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 80 Wochen vom 30. Januar 1989 bis zum 12. August 1990
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Platz 7 - Pete Sampras (USA): 82 Wochen vom 13. September 1993 bis zum 9. April 1995
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Platz 7 - Pete Sampras (USA): 82 Wochen vom 13. September 1993 bis zum 9. April 1995
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Platz 6 - Jimmy Connors (USA): 84 Wochen vom 30. August 1977 bis zum 8. April 1979
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Platz 6 - Jimmy Connors (USA): 84 Wochen vom 30. August 1977 bis zum 8. April 1979
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Platz 5 - Pete Sampras (USA): 102 Wochen vom 14. April 1996 bis zum 29. März 1998
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Platz 5 - Pete Sampras (USA): 102 Wochen vom 14. April 1996 bis zum 29. März 1998
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Platz 4 - Novak Djokovic (SRB): 122 Wochen vom 7. Juli 2014 bis zum 7. November 2016
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Platz 4 - Novak Djokovic (SRB): 122 Wochen vom 7. Juli 2014 bis zum 7. November 2016
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Platz 3 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 157 Wochen vom 9. September 1985 bis zum 11. September 1988
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Platz 3 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 157 Wochen vom 9. September 1985 bis zum 11. September 1988
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Platz 2 - Jimmy Connors (USA): 160 Wochen vom 29. Juli 1974 bis zum 22. August 1977
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Platz 2 - Jimmy Connors (USA): 160 Wochen vom 29. Juli 1974 bis zum 22. August 1977
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Platz 1 - Roger Federer (SUI): 237 Wochen vom 2. Februar 2004 bis zum 17. August 2008
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Platz 1 - Roger Federer (SUI): 237 Wochen vom 2. Februar 2004 bis zum 17. August 2008
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6. Milos Raonic (Gruppe Ivan Lendl)

Den Kanadier auf seine brutalen Aufschläge zu reduzieren, wird ihm schon lange nicht mehr gerecht. Raonic spult zwar oftmals seine Spielzüge ab. Mit der Eintönigkeit der Jahre 2013 oder 2014 hat das aber nicht mehr viel gemein. Zudem ist es mehr als respektabel, wie der Rechtshänder sein Volleyspiel nochmals präzisiert hat.

Der 25-Jährige arbeitet ungemein professionell, in den Augen einiger Experten übertreibt er die Detailversessenheit zuweilen sogar. Die bitteren Niederlagen im Halbfinale der Australian Open gegen Andy Murray und wenig später die Klatsche gegen Djokovic im Finale von Indian Wells dürfte seine Kritiker bestätigt haben.

Saisonhöhepunkt der momentanen Nummer vier der Welt war die Rasensaison. Hier wurde er sowohl beim Vorbereitungsturnier im Queen's Club als auch in Wimbledon in den Finals unsanft von Murray ausgebremst.

Raonics Traum - das hat er unlängst unterstrichen - ist es weiterhin, die Nummer eins zu werden. Stand November 2016 ist er jedoch weiterhin nicht variabel genug, um das zu realisieren und damit auch nicht bereit, ein ATP-Finale zu gewinnen.

Das Schlüsselspiel wird die Partie gegen Gael Monfils sein. Der Franzose führt im direkten Vergleich mit 3:2 und fügte dem Kanadier im Herbst vor heimischer Kulisse eine bittere Viertelfinalniederlage zu. Tendenz: Monfils' momentaner Mix hat die besseren Chancen auf das Erreichen der Vorschlussrunde.

5. Marin Cilic (Gruppe John McEnroe)

Der US-Open-Champion von 2014 hat seit dem Turniersieg von Cincinnati im August einen Selbstvertrauensschub erhalten und dem frühen Aus bei seinem Lieblingsturnier gegen Jack Sock getrotzt. Cilic legte einen goldenen Herbst hin, der zuletzt in einem Turniersieg in Basel mündete.

Der Kroate ist damit neben Murray der vielleicht formstärkste Akteur in London. Aber anders als bei den Frauen, wo die zuletzt überragenden Svetlana Kuznetsova und Dominika Cibulkova aus ihrer Form brutal Kapital schlugen, reicht das bei den ATP-Finals allein nicht fürs Halbfinale.

Der Grund: Stan Wawrinka, der zwar wesentlich schlechtere Ergebnisse vorzuweisen hatte zuletzt, aber in London glänzen wird. Erfolge bei Slams geben einfach noch mehr Vertrauen in die eigenen Waffen. Zumal der Schweizer im direkten Vergleich (10-2) klar führt. Damit wird es knapp nicht fürs Weiterkommen reichen. Das würde in der anderen Gruppe momentan anders aussehen.

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Jannik Schneider

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