Dienstag, 04.10.2016

CAS-Urteil: Maria-Sharapova-Sperre auf 15 Monate reduziert

Sharapova bei French Open 2017 dabei

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die zweijährige Sperre gegen Maria Sharapova wegen Meldonium-Missbrauchs auf 15 Monate reduziert. Dies gab die oberste Sportgerichtsbarkeit am Dienstag in Lausanne bekannt.

In seiner Begründung schrieb der CAS, "dass Frau Scharapowa gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen hat. Obwohl es kein schwerwiegender Fehler war, trägt sie eine Teilschuld, wofür eine Sperre von 15 Monaten angemessen ist." Der CAS erklärte, dass der Weltverband ITF den veränderten Status der Substanz nicht klar genug kommuniziert habe. Zudem legte der CAS positiv aus, dass Scharapowa direkt die Verantwortung übernommen hatte.

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Scharapowa ist somit am 26. April 2017, viereinhalb Wochen vor Beginn der French Open, wieder spielberechtigt. "Nach einem der härtesten Tage meiner Karriere im März, als ich von meiner Sperre erfuhr, habe ich nun einen meiner glücklichsten Tage", sagte Scharapowa: "Ich zähle die Tage, bis ich auf den Platz zurückkehren kann."

Im Januar positiv getestet

Doping und Drogen im Tennis
Maria Sharapova ist des Dopings überführt: Doch im Tennis haben schon viele Akteure zu unerlaubten Substanzen gegriffen oder wurden wegen Verweigerung gesperrt. Eine Auswahl...
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2007 wird Martina Hingis positiv auf Kokain getestet. Zunächst erzählt sie, man habe die Substanz in ihren Orangensaft getan. Dann beendet sie ihre Karriere und kehrt später zurück
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Mats Wilander wird bei den French Open 1995 positiv auf Kokain getestet und später deshalb für drei Monate gesperrt
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Petr Korda erwischt es 1998. Als amtierender Australian-Open-Champion wird der Tscheche in Wimbledon positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet und für ein Jahr gesperrt
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Erfolgreich, aber auch für Skandale gut: Jennifer Capriati. Die US-Amerikanerin wird 1993 bei einem Ladendiebstahl erwischt, ein Jahr später dann gar wegen Marihuana-Besitzes verhaftet
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Andre Agassi wird nie erwischt. Steffi Grafs Ehemann räumt aber später ein, während seiner Laufbahn Aufputschmittel und Crystal Meth zu sich genommen zu haben
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Pat Cash wird auch nie etwas nachgewiesen. Doch der Wimbledon-Sieger von 1987 ist oft verletzt und erzählt später: "Partys, Haschisch und Kokain ließen mich meine Schmerzen zumindest für eine Nacht vergessen"
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Ursprünglich wäre ihre Sperre erst im Januar 2018 abgegolten. Aufgrund der Sperre hatte die 29-Jährige in dieser Saison das Turnier in Roland Garros, Wimbledon, die US Open sowie die Olympischen Spiele in Rio verpasst.

Sharapova war am 26. Januar dieses Jahres während der Australian Open in Melbourne positiv auf die seit Jahresbeginn verbotene Substanz getestet worden. Dies hatte sie auf einer Pressekonferenz am 7. März öffentlich gemacht.

Rund drei Monate später war die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin und frühere Weltranglistenerste vom Tennis-Weltverband ITF rückwirkend für zwei Jahre gesperrt worden, woraufhin sie fristgerecht Einspruch beim CAS einlegte. Sie hatte argumentiert, nicht vom Verbot gewusst zu haben.

Auf das Herz-Kreislauf-Mittel Meldonium, das Durchblutung und Ausdauer fördern soll, waren seit Jahresbeginn weit mehr als 100 Sportler zumeist aus Russland positiv getestet worden.

Entscheidung auf der Tennis-Tour nicht beliebt

Während sich Martina Navratilova im Vorfeld bei Twitter für eine Reduzierung der Sperre stark machte, hatten einige ihrer Kollegen wie Roger Federer und Andy Murray das rigorose Vorgehen der ITF gegen die auf der Tennis-Tour nicht sonderlich beliebte Russin begrüßt.

Erfreut zeigte sich hingegen WTA-Chef Steve Simon: "Wir sind froh, dass der Prozess nun abgeschlossen ist und freuen uns, Maria 2017 wieder auf der Tour begrüßen zu dürfen."

Ganz ohne kritische Worte nahm Scharapova das Urteil aber nicht hin und teilte gegen die ITF aus. "Ich habe gelernt, wie viel besser andere Verbände bei der Benachrichtigung ihrer Athleten bei Regeländerungen waren - vor allem in Osteuropa, wo Meldonium häufig von Millionen von Menschen genommen wird", sagte Scharapowa.

"Ich hoffe, dass die ITF und andere Anti-Doping-Behörden im Tennis sich diesen Fall genau ansehen, dass kein Tennisspieler noch einmal das durchmachen muss, was ich musste."

Maria Sharapova im Steckbrief


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