Freitag, 01.04.2016

WTA-Turnier in Miami

Kerber verpasst Finaleinzug

Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber hat beim hochkarätig besetzten WTA-Turnier in Miami/Florida den Einzug ins Endspiel verpasst. Die an Nummer zwei gesetzte Kielerin unterlag im Halbfinale der Weißrussin Viktoria Azarenka mit 2:6, 5:7.

Links die strahlende Siegerin, rechts muss Kerber anerkennen: Azarenka war zu stark
© getty
Links die strahlende Siegerin, rechts muss Kerber anerkennen: Azarenka war zu stark

Die Weltranglistendritte verpasste damit zwar ihr erstes Finale seit dem Triumph bei den Australian Open Ende Januar. Doch die zuletzt physisch und mental schwächelnde Kerber konnte Florida mit der Gewissheit verlassen, dass sie ihr mehrwöchiges Tief überwunden hat. "Ich denke, ich bin auf einem guten Weg", sagte die Fed-Cup-Spielerin: "Die Matches in dieser Woche haben mir Auftrieb gegeben."

Die ehemalige französische Wimbledonsiegerin und TV-Kommentatorin Marion Bartoli urteilte nach dem 93-minütigen Match mit etlichen spektakulären Ballwechseln: "Angie is back" (Angie ist zurück). Dass es für Kerber bei dem mit 6,844 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turnier nicht zu mehr reichte, lag an Asarenka, dem derzeitigen Fixstern im Frauentennis.

Die zweimalige Grand-Slam-Gewinnerin mit Wohnsitz Monaco nahm gegen Kerber Revanche für ihre Viertelfinal-Niederlage in Melbourne - und feierte ihren 21. Sieg im 22. Match der Saison. Mit einem spitzen Schrei quittierte "Vika" ihren Erfolg, der ihr so wichtig war. "Es sind immer besonders intensive Partien gegen Angie. Man muss sein bestes Tennis zeigen, um gewinnen zu können", sagte die ehemalige Nummer eins.

In den vergangenen beiden Jahren war die stets in kurzen Hosen antretende Asarenka von Verletzungen und der schmerzhaften Trennung von US-HipHopper Redfoo zurückgeworfen worden. "Er hat mir das Herz gebrochen", hatte Asarenka jüngst verraten.

Standing Ovations für die Dauerrivalinnen

Die Zuschauer im Crandon Park belohnten einige Ballwechsel der Dauerrivalinnen unter dem gleißenden Flutlicht mit Standing Ovations. Der Gassenhauer "Atemlos durch die Nacht" von Kerbers Lieblingssängerin Helene Fischer hätte als Einspielmusik in den Wechselpausen hervorragend gepasst. "Wenn wir gegeneinander spielen", meinte die Kielerin, "dann versuchen wir bei jedem Punkt, alles rauszuholen. Egal, wie es gerade steht. Vika pusht mich, und ich pushe sie, deshalb sind die Matches wohl so intensiv." Aus ihrer Verletzung am dick bandagierten linken Oberschenkel wollte die 28-Jährige kein Drama machen, gestand aber: "Es war schon ein bisschen mehr zu spüren als noch im vorherigen Match."

Nach dem Ende ihrer Mini-Krise, die nach dem Medien-Rummel in Folge ihres ersten Major-Triumphs irgendwie logisch war, warten auf Kerber nun erneut anstrengende Wochen. Beim Turnier in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina geht die Linkshänderin ab Montag ebenso als Titelverteidigerin an den Start wie beim Heim-Event in Stuttgart (19. bis 25. April). Dazwischen soll sie noch als Teamleaderin den Abstieg ihrer Fed-Cup-Mannschaft im Play-off-Spiel am 16./17. April gegen Gastgeber Rumänien in Cluj verhindern.

Asarenka trifft im Finale von Miami auf die Russin Swetlana Kusnezowa, die Timea Bacsinzky (Schweiz) 7:5, 6:3 bezwang. Die 26-jährige Asarenka könnte als erste Spielerin seit Kim Clijsters (Belgien) 2005 und als erst dritte Spielerin überhaupt das sogenannte "Sunshine Double" schaffen - die Turniersiege bei den aufeinanderfolgenden Millionen-Events von Indian Wells/Kalifornien und Miami.

Angelique Kerber im Steckbrief


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