Kanadierin nimmt Krise mit Humor

Bouchard: "Ende der Welt rückt näher"

SID
Mittwoch, 01.07.2015 | 14:06 Uhr
Eugenie Bouchard musste in Wimbledon bereits nach der ersten Runde die Koffer packen
© getty
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Ziemlich genau zwölf Monate ist es her, da stand Eugenie Bouchard die Welt offen. Nicht nur die Tenniswelt, die sie trotz der Niederlage im Wimbledonfinale im Sturm erobert hatte, auch die glitzernde Welt der Stars und Sternchen auf den Roten Teppichen. Bouchard gehörte überall dazu, Grenzen kannte die Kanadierin keine.

Ein Jahr später muss sich Bouchard in Galgenhumor flüchten, um den nächsten Tiefschlag zu erklären. Immerhin tat sie dies sehr charmant. "Vor ein paar Monaten, als ich in Indian Wells oder Miami ein Spiel verloren hatte, fühlte es sich für mich nicht an wie das Ende der Welt. Für einige Leute aber schon", scherzte Bouchard: "Heute rückt das Ende der Welt näher."

Wieder hatte sie ein Spiel verloren, diesmal gegen eine Gegnerin, deren Namen sie vor dem Match kaum einmal gehört hatte. Bouchard unterlag der chinesischen Qualifikantin Duan Ying-Ying 6:7 (3:7), 4:6. Nach Wimbledon wird sie nicht mehr unter den besten 20 Spielerinnen der Welt zu finden sein, dabei wollte sie doch die Nummer eins werden.

Bouchard reagiert gleichgültig

Nach dem Erstrunden-Aus in Paris hatte sie von einer Identitätskrise gesprochen, im All England Club nahm sie die achte Auftaktpleite in diesem Jahr beinahe gleichgültig hin. Vielleicht lag es an der Bauchmuskelverletzung, die sie behindert hatte, vielleicht hat sie sich an die Niederlagen gewöhnt. Von ihren letzten 13 Matches gewann sie gerade einmal zwei.

"Es ist ein großer Lernprozess: Erst hatte ich großartige Ergebnisse und viel Aufmerksamkeit, jetzt kommen die schlechten Resultate", analysierte Bouchard nüchtern: "Es geht darum, die Höhen und Tiefen im Leben und im Tennis zu erfahren. Die Dinge laufen nicht immer so perfekt, wie ich es erwartet hatte."

Halep: "War emotional nicht da"

Eine Erkenntnis, zu der auch Simona Halep in Wimbledon gelangte. Die 23 Jahre alte Rumänin, Halbfinalistin des vergangenen Jahres und Nummer drei im WTA-Ranking, scheiterte überraschend in Runde eins an der Slowakin Jana Cepelova (7:5, 4:6, 3:6). Derart früh war Halep seit zwei Jahren nicht mehr ausgeschieden. "Das Leben ist nicht immer gut zu dir. Emotional war ich heute nicht da", sagte sie.

Beide, sowohl Halep, als auch Bouchard, besitzen das Potenzial, ihre Krisen zu überwinden, wenn sie die richtigen Schlüsse aus den Niederlagen ziehen. Bouchard zeigte Einsicht und meinte, sie müsse körperlich stärker werden, um Verletzungen zu vermeiden. "Es müssen Verbesserungen her, zumindest Veränderungen, denn ich erwarte von mir, es ein wenig besser zu machen", sagte sie. Mit 21 Jahren ist sie jung genug, die Welt steht Bouchard noch immer offen.

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