Tennis

Zverev übergibt sich und siegt

Von SPOX
Montag, 29.06.2015 | 22:45 Uhr
Alexander Zverev lieferte einen Wahnsinns-Fight und zog in Runde zwei ein
© getty

Die Tore zum blütenweißen Wimbledon sind geöffnet, Philipp Kohlschreiber schreitet aber schon wieder nach Hause - gegen den Besten der Welt allerdings erhobenen Hauptes. Anna-Lena Friedsam kämpft sich sensationell zurück, Tommy Haas ist auch weiter. Petkovic und der junge Zverev lassen deutsche Herzen höher schlagen. Auch Masha und die Williams-Schwestern haben keine Probleme - im Gegenteil: Venus pulverisiert ihre Landsfrau.

Damen - 1. Runde (alle Matches):

Kirsten Flipkens (BEL) - Annika Beck (GER) 0:6, 6:3, 6:4

Das Wimbledon-Turnier ist für Annika Beck bereits in der ersten Runde beendet - dabei hatte es so gut angefangen. Die 21-Jährige kam bärenstark aus den Startlöchern und sicherte sich den ersten Satz nach drei von sechs verwandelten Breakbällen ohne Spielverlust.

Anschließend kam jedoch die Belgierin besser ins Spiel und zeigte sich beim eigenen Aufschlag deutlich stabiler. Zudem holte sie 16 Punkte am Netz, worauf sich Beck nie so richtig einstellen konnte. Der entscheidende Satz verlief dann ähnlich wie der zweite.

Auch, wenn sich Flipkens deutlich mehr Unforced Errors leistete als ihre Kontrahentin, war sie in den wichtigen Phasen immer zur Stelle. So war das Spiel nach 105 Minuten gelaufen, die Weltranglisten-71. trifft in der nächsten Runde auf Victoria Azarenka aus Weißrussland.

Serena Williams (USA/1) - Margarita Gasparyan (RUS) 6:4, 6:1

Blickt man auf die nackten Zahlen, deutet alles auf den erwartet ungefährdeten Auftaktsieg der Weltranglistenersten und haushohen Favoritin Serena Williams hin. Die Amerikanerin, die ohne Rasen-Vorbereitungsturnier nach Wimbledon gekommen ist, bezwang Wimbledon-Debütantin Margarita Gasparyan glatt in zwei Sätzen - dürfte die Partie aber zweifellos als Arbeitssieg verbuchen.

Wimbledon: Der Wahnsinn des ersten Tages im RE-LIVE

Gasparyan spielte von Beginn an mutig auf und ließ anfangs keinerlei Nervosität erkennen. Die Russin nahm Williams gleich das erste Aufschlagspiel ab, Williams wirkte phasenweise wie eine Statue an der Grundlinie und die Beinarbeit passte überhaupt nicht. Auch als die Amerikanerin mehr Druck machte, hielt Gasparyan dagegen und verhinderte so über die erste halbe Stunde, dass Williams ihren Rhythmus fand.

Doch Williams biss sich über ihre starken Aufschläge in die Partie und ging schließlich mit 4:3 in Führung, ehe sie gleich den ersten Satzball verwandelte. Den zweiten Satz dominierte die French-Open-Siegerin dann weitestgehend ohne Probleme und zeigte Gasparyan, die sich trotzdem erhobenen Hauptes verabschiedet, die Grenzen auf. Williams verhinderte so die zweite Grand-Slam-Erstrunden-Pleite ihrer Karriere. In der zweiten Runde trifft die Turnier-Favoritin auf die Ungarin Timea Babos.

Ana Ivanovic (SRB/7) - Yi-Fan Xu (CHN) 6:1, 6:1

Unspektakulär, ruhig, souverän: So könnte man Ivanovics Auftaktmatch kurz und knapp zusammenfassen. Die Serbin ließ gegen Xu überhaupt nichts anbrennen und konnte sich bei ihrem komplett ungefährdeten Erstrundensieg sogar 18 Unforced Errors leisten. Immerhin gelangen ihr bei ihrem konzentrierten, seriösen Vortrag auch 29 Winner und starke sechs Asse.

Die French-Open-Halbfinalisten hatte den ersten Satz bereits nach 25 Minuten in der Tasche, Xu sah überhaupt kein Land und erspielte sich über das komplette Duell nur eine Break-Chance - Ivanovic auf der anderen Seite erarbeitete sich derer derer zwölf. Folgerichtig beendete sie schließlich auch den zweiten Satz komplett ungefährdet per Break. Ivanovic trifft in der zweiten Runde auf die US-Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands.

Jelena Ostapenko (LAT) - Carla Suarez Navarro (ESP/9) 6:2, 6:0

Einen schlechteren Start in das Turnier hätte Carla Suarez Navarro nicht erwischen können. Dementsprechend war für die an neun gesetzte Spanierin nach nicht mal einer Stunde Spielzeit schon wieder Schluss.

Bereits im ersten Satz war die Favoritin gegen die ungesetzte Jelena Ostapenko hoffnungslos unterlegen, im zweiten Abschnitt kam Suarez Navarro dann komplett unter die Räder: 0:6, kein geschlagener Winner, 20 Prozent der Aufschläge gewonnen - die 26-Jährige fand nie zum ihrem Spiel.

So war es letztendlich tatsächlich die gerade mal 18-jährige Außenseiterin, die sich über einen nie gefährdeten Überraschungserfolg freuen konnte.

Hawk-Eye: Kaltstart zum Serena Slam

Anna-Lena Friedsam (GER) - Vitalia Diatchenko (RUS) 3:6, 6:3, 7:5

Mit viel Herz und viel Selbstvertrauen hat Anna-Lena Friedsam das schnelle Aus in Wimbledon knapp verhindert. Friedsam, die bei den French Open in der zweiten Runde nur knapp an Serena Williams gescheitert war, war anfangs überhaupt nicht im Spiel und gab den ersten Satz zu einfach ab. Doch im zweiten Satz meldete sich Friedsam dann eindrucksvoll zurück, schlug fünf Asse sowie zwölf Winner und schien die Partie im Griff zu haben.

Der entscheidende dritte Satz entglitt ihr dann aber zunächst schnell. Diatchenko zog auf 4:1 davon und kontrollierte das Spiel - bis sich Friedsam in einem packenden Match zurückkämpfte. Vor allem am Netz agierte sie jetzt deutlich besser und die Russin auf der anderen Seite leistete sich 20 Unforced Errors im Schlusssatz alleine. Bei eigenem Aufschlag machte Friedsam dann alles klar und ist so die erste Deutsche in der zweiten Runde. Dort wartet die Schweizerin Belinda Bencic.

Maria Sharapova (RUS/4) - Johanna Konta (GBR) 6:2, 6:2

Klar und deutlich liest sich das Ergebnis der viertgesetzten Russin, ganz so deutlich war es zu Beginn aber gar nicht: Masha gewährte Konta gleich im ersten Aufschlagspiel die Breakchance, konterte aber gerade rechtzeitig und schnappte sich nach zwei Mal Einstand die wichtige Führung. Doch die Britin ließ sich nicht unterkriegen: Konta spielte stark mit und bereitete Sharapova ernsthafte Probleme - erst mit dem Break zum 3:1 hatte die Favoritin ihre Ruhe. Dann aber richtig: Mit starken 79 Prozent gewonnenen ersten Aufschlägen brachte sie Satz eins souverän nach Hause.

Angefeuert von den lautstarken britischen Fans bäumte sich Konta dann noch einmal auf - und wie: Nach 40:15 holte sich die Britin direkt im zweiten Satz das Break zum 1:0. Doch Sharapova machte anschließend kurzen Prozess. Nach dem direkten Re-Break und weiteren Breaks zum 3:1 und 6:2 machte die Russin den Sack zu. Besonders stark war Sharapova am Netz: Dort gewann sie überragende 10 von 13 Bällen. In der zweiten Runde trifft Sharapova auf Richel Hogenkamp aus den Niederlanden.

Andrea Petkovic (GER/14) - Shelby Rogers (USA) 6:0, 6:0

Bäm! Petko zeigt gleich zu Beginn, wo der Hammer hängt und schickt die ambitionierte Shelby Rogers mit großen Augen nach Hause - nach 39 Minuten! Unfassbar: Die Amerikanerin brachte gerade einmal 17 Punkte gegen Petkovic zustande - im gesamten Match.

Entsprechend einseitig gestaltete sich Petkos lockerer Aufgalopp, der einem Walkover gleichzusetzen war. Nur in den ersten beiden Spielen hakte es noch etwas bei der Deutschen, die bei eigenem Aufschlag zu Beginn des ersten Satzes zweimal über Einstand musste und auch im zweiten Spiel erst mit dem zweiten Breakball das 2:0 produzierte.

Danach war die Spannung verflogen. Petkovic nutzte ihre Gegnerin, um in den Wimbledon-Rhythmus zu kommen und durfte sich am Schluss sogar dreimal am Matchball versuchen, ehe dieser saß. Rogers hatte nicht eine Breakchance, Petko holte alle (!) Punkte, wenn ihr erster Aufschlag saß. Perfektes Auftaktmatch!

Venus Williams (USA) - Madison Brengle (USA) 6:0, 6:0

Was war da denn los?! In einem epischen ersten Spiel lieferten sich Williams und Landsfrau Brengle einen Wahnsinns-Kampf und spielten sensationelle 19 (!) Punkte aus. Erst mit ihrem sechsten Breakball machte Venus den Sack zu und brach damit jeglichen Widerstand ihrer Kontrahentin - wirklich jeglichen.

Nach 41 Minuten ohne Breakchance war Brengle nämlich froh, als das Spiel beendet war. Im zweiten Satz gelangen ihr gerade einmal acht (8!) Punkte, über den zweiten Aufschlag war sie nur in 13 Prozent der Fälle erfolgreich - unterirdisch. Ganz anders Venus, die problemlos Asse schlug (6) und Brengle über das Feld jagte.

Lucie Safarova (CZE/6) - Alison Riske (USA) 3:6, 7:5, 6:3

Hartes Stück Arbeit für die Favoritin: Riske begann stark, schnappte sich direkt Safarovas erstes Aufschlagspiel und zog auf 3:0 davon. Spätestens mit dem nächsten Break zum 5:1 war der erste Satz überraschenderweise schon entschieden. Auch im zweiten Durchgang schnappte sich die Amerikanerin zwei Breaks, gab ihren ersten Aufschlag sowie die letzten beiden zum 5:5 und 5:7 aber unnötig ab.

Damit war für den Finalsatz wieder Spannung geboten: Riske schnappte sich direkt Safarovas erstes Aufschlagspiel, jedoch breakte die Favoritin zum 2:2 zurück. Mit dem umkämpften 5:3 holte sich Safarova wieder die Führung und letztlich auch den Sieg.

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