Angelique Kerber im Interview

"Ich muss mich nicht verstecken"

Freitag, 07.11.2014 | 14:07 Uhr
Angelique Kerber und das deutsche Team haben erstmals seit 1992 das Fed-Cup-Finale erreicht
© getty
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Zum ersten Mal seit 22 Jahren steht das deutsche Team wieder im Finale des Fed Cups. Angelique Kerber ist mittendrin - und spricht mit SPOX über Gegner Tschechien, Glückwünsche von Steffi Graf und Parallelen zum Ryder Cup. Außerdem: Ein gemischtes Saisonfazit und ein optimistischer Blick in die Zukunft.

SPOX: Frau Kerber, am Wochenende steht das Fed-Cup-Finale gegen Tschechien an. Wie groß ist die Anspannung?

Angelique Kerber: Ach, wir sind vor allem erst mal sehr stolz, als erste deutsche Mannschaft seit 22 Jahren wieder dabei zu sein. Wir freuen uns alle unglaublich auf das Finale und genießen es, so gut es geht. Und natürlich wollen wir den Pott auch nach Hause bringen. (lacht)

SPOX: Das Finale findet in Tschechien, genauer gesagt in Prag, statt. Ein Nachteil?

Kerber: Natürlich ist es schade, dass wir nicht zuhause spielen können. Aber Prag ist ja nicht Australien, es werden sich bestimmt auch ein paar deutsche Fans auf den Weg machen und uns unterstützen.

SPOX: Ihre Teamchefin Barbara Rittner gewann 1992 den Titel. Nutzt sie ihre Erfahrungen von damals als Motivation?

Kerber: Sie hat schon mit uns darüber gesprochen, wie es damals als Spielerin war. Für sie ist es aber gar nicht so einfach, glaube ich...

SPOX: Warum?

Kerber: Nun ja, sie hat jetzt eben eine komplett andere Rolle. Sie trägt die Verantwortung, kann aber nicht richtig selbst eingreifen. Ich glaube, es juckt sie selbst ein bisschen in den Fingern. (lacht)

SPOX: Neben Rittner waren 1992 Anke Huber und Steffi Graf beim Triumph gegen Spanien dabei. Haben sich die beiden auch gemeldet?

Kerber: Ja, Anke und Steffi haben uns zwischendurch immer mal wieder unterstützt und uns gratuliert. Steffi hat zum Beispiel direkt nach dem Sieg gegen Australien angerufen. Sie freuen sich und drücken uns die Daumen.

SPOX: Was könnten der Einzug ins Endspiel und ein möglicher Titel im deutschen Tennis auslösen?

Kerber: Es ist auf jeden Fall ein sehr positives Zeichen. Vielleicht wird dadurch auch wieder ein kleiner Hype ausgelöst. Es wäre schön, wenn gerade das Damentennis wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen würde. Wir haben so viele gute Spielerinnen, die alles geben und sich aufopfern, das sollte man auch mal würdigen.

SPOX: Was macht den Fed Cup aus Ihrer Sicht besonders?

Kerber: Es ist ganz anders als ein "normales" Turnier. Man spielt in einer Mannschaft, verbringt quasi die komplette Zeit mit den drei anderen Mädels. Man frühstückt und trainiert zusammen, erlebt einfach viele besondere Dinge. Außerdem spielt man für Deutschland, nicht für sich selbst. Alle verfolgen ein gemeinsames Ziel.

SPOX: Kann man das Ganze ein bisschen mit dem Ryder Cup im Golf vergleichen?

Kerber: Auf jeden Fall! Sowohl Golf als auch Tennis sind Einzelsportarten, aber bei beiden Wettbewerben geht es um die Mannschaft. Ich persönlich freue mich immer total auf den Fed Cup, weil wir mittlerweile ein gut eingespieltes Team sind. Das macht uns stark, wir kennen uns alle schon sehr lange und jede weiß, wie die andere tickt. Das ist bei Frauen ja nicht immer so einfach. (lacht)

SPOX: Stehen Sie auch während einer Saison regelmäßig im Kontakt?

Kerber: Wir sehen uns bei den Turnieren ohnehin sehr viel, aber das beschränkt sich nicht darauf. Vor allem mit Andrea (Petkovic, Anm. d. Red.) bin ich sehr eng befreundet, wir gehen häufig mal zusammen essen.

SPOX: Wie lief die Vorbereitung auf den Fed Cup im Detail ab?

Kerber: Das ist alles durchstrukturiert. Frühstück, Training, Mittagessen, Training, Physio, Abendessen, dann vielleicht noch ein Film - und am nächsten Tag wieder das Gleiche. Und dabei sind wir eben die ganze Zeit zusammen.

SPOX: Nun warten erst mal die Tschechinnen, die den Fed Cup 2011 und 2012 gewonnen haben. Was macht sie so gefährlich?

Kerber: Durch ihre beiden Titel haben sie uns das natürlich voraus. Sie wissen, wie es sich anfühlt, das Ding zu holen. Das Finale ist für sie also nichts Neues. Allerdings haben sie durch den Heimvorteil einen besonderen Druck.

Seite 1: Kerber über das Finale und Vergleiche mit Golf

Seite 2: Kerber über das Tennis-Jahr und die neue Generation um Bouchard

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