Nishikori feiert Rekord-Sieg

Von SPOX
Dienstag, 02.09.2014 | 09:26 Uhr
Kei Nishikori und Milos Raonic schrieben Geschichte
© getty

Philipp Kohlschreiber stellt Novak Djokovic erst im zweiten Satz vor Probleme, kann aber auch beste Chancen nicht nutzen und scheidet aus. Andy Murray fertigt derweil Jo-Wilfried Tsonga ab und Kei Nishikori schreibt mit Milos Raonic Geschichte. Serena Williams legt gegen Kaia Kanepi vor. Eugenie Bouchard scheidet aus.

Herren - Achtelfinale (alle Matches):

Novak Djokovic (SRB/1) - Philipp Kohlschreiber 6:1, 7:5, 6:4

Der erste Satz ist schnell erzählt. Die Quintessenz: Kohli war absolut chancenlos. Erst mit Beginn des zweiten Durchgangs schien der Deutsche seine Nervosität abgelegt zu haben. Plötzlich hielt er mit der Nummer eins mit. Plötzlich musste der Djoker härter für seine Punkte kämpfen. Auch bei eigenem Aufschlag.

Bei 5:4 und Aufschlag Djokovic hatte Kohlschreiber dann sogar Satzball, doch wie so oft löste Nole die Aufgabe auf seine ganz eigene Art und Weise. Gerade so erlief der Serbe den Ball, sorgte mit einer Vorhand logline allerdings spektakulär für den Einstand - und zeigte erstmals Emotionen. Ausgiebig ließ sich Djokovic vom Publikum feiern, brachte seinen Aufschlag durch und nahm Kohlschreiber dessen Service zu allem Überfluss dann auch noch direkt ab. Zwar hatte der Deutsche kurz darauf erneut Breakball, nutzen konnte er die Chance allerdings erneut nicht. Damit war der Wiederstand nahezu gebrochen.

Direkt zu Beginn des dritten Satzes musste Kohli seinen Aufschlag erneut abgeben. Zu viel. Kohlschreiber brach nicht in sich zusammen, ernsthaft in Gefahr brachte er Djokovic allerdings auch nicht mehr. Damit ist auch der letzte deutsche Teilnehmer bei den US Open 2014 ausgeschieden.

Andy Murray (GBR/9) - Jo-Wilfried Tsonga (FRA/8) 7:5, 7:5, 6:4

Deutlich schneller als erwartet steht Andy Murray im Viertelfinale der US Open. Der Grund: Murray war immer genau dann zur Stelle, wenn es wichtig war. Genauer, wenn er Tsonga richtig wehtun konnte. So hatten sich beide Kontrahenten im ersten Satz kaum etwas geschenkt - bis sich Tsonga bei eigenem Aufschlag in den Tiebreak retten wollte. Vergebens. Murray, der zuvor vier Breakchancen hatte liegen lassen, nahm dem Franzosen das Service ab und sicherte sich Durchgang Nummer eins.

Nun hätte Tsonga durchaus zurückschlagen können, immerhin gelang ihm das satzübergreifende Re-Break. Murray blieb jedoch dran, kämpfte allerdings lange vergebens, ehe beim Stand von 4:4 wieder gleiche Verhältnisse hergestellt waren. Am Ende traf man sich erneut bei 6:5 und Aufschlag Tsonga - und erneut zeigte Murray seine gnadenlose Seite. Break.

Im dritten Satz dann ein leicht verändertes Drehbuch. Leicht verändert. Diesmal schlug Tsonga nämlich bei 4:5 gegen den Matchverlust auf. Das Ergebnis blieb dasselbe: Break, Set and Match, Murray.

Stan Wawrinka (SUI/3) - Tommy Robredo (ESP/16) 7:5, 4:6, 7:6 (9:7), 6:2

Eigentlich ist Stan Wawrinka ein Kontrahent, der Tommy Robredo sehr gut zu liegen scheint. Sechs der acht Aufeinandertreffen im Vorfeld der US Open konnte der Spanier für sich entscheiden und ging dementsprechend mit ordentlich Rückenwind in die Partie.

Der aggressivere Akteur war jedoch von Beginn an der Schweizer, der sich nach 47 Minuten den umkämpften ersten Satz sichern konnte. Seinen unbedingten Willen unterstrich er zudem im dritten Durchgang beim Versuch an einen schier aussichtslosen Ball zu kommen. Bei diesem riskanten Unterfangen krachte er in die erste Reihe, blieb jedoch glücklicherweise unverletzt.

Auch bei den direkten Gewinnschlägen (75:19) wurde die unterschiedliche Spielweise mehr als deutlich. Allerdings schlich sich im Gegenzug auch eine erhebliche Anzahl an Fehlern in das Spiel des 29-Jährigen ein, die letztlich dem Spanier die Tür zum Match öffneten. Allein in Durchgang eins waren es ganze 19, am Ende sogar 58. Die hohe Fehlerquote sorgte im Anschluss für drei spannende Sätze. Erst im finalen Abschnitt, gegen einen zu diesem Zeitpunkt mental gebrochenen Robredo, gelang es dem Schweizer seine Fehleranfälligkeit abzustellen.

Kei Nishikori (JPN/10) - Milos Raonic (CAN/5) 4:6, 7:6 (7:4), 6:7 (6:8), 7:5, 6:4

Im Arthur Ashe Stadium lieferten sich Kei Nishikori und Milos Raonic einen packenden Krimi über fünf Akte, der von nun an zusammen mit dem Aufeinandertreffen von Mats Wilander und Mikael Pernfors (1993) sowie der Partie von Philipp Kohlschreiber und John Isner (2012) den Rekord für das späteste Finish bei den US Open hält - wieder blieb die Anzeige bei 2:26 Uhr stehen.

Das bessere Ende hatte nach vier Stunden und 19 Minuten der Japaner, der nun in der nächsten Runde auf Wawrinka treffen wird. Vor allem die deutlich geringere Fehleranfälligkeit des 24-Jährigen sorgte in der stets hart umkämpften Partie für den Unterschied. Während Raonic über die gesamte Partie 72 unnötige Fehler produzierte, waren es bei Nishikori nur deren 41.

Der Kanadier profitierte im Gegenzug zwar von seinem starken Aufschlag, insgesamt verbuchte er 35 (!) Asse und seinen über weite Strecken sehr gut funktionieren Gewinnschlägen (86), allerdings war es gerade in den letzten beiden Sätzen das nahezu fehlerfreie Spiel seines Kontrahenten, das sich am Ende als gewinnbringend erwies.

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