Federer kegelt Stan raus

Von SPOX
Mittwoch, 02.07.2014 | 19:32 Uhr
Roger Federer setzte sich in vier Sätzen gegen Kumpel Stan Wawrinka durch
© getty

Tag 9: Für Angelique Kerber und Sabine Lisicki ist im Viertelfinale Endstation. Grigor Dimitrov wirft den Champion raus, Novak Djokovic gewinnt ein episches Duell gegen Marin Cilic. Roger Federer gewinnt im Schweizer Duell gegen den nicht ganz fitten Stan Wawrinka. Im letzten Spiel schlägt Milos Raonic den Nadal-Bezwinger.

Damen - Viertelfinale (alle Matches):

Eugenie Bouchard (CAN/13) - Angelique Kerber (GER/9) 6:3, 6:4

Angie Kerber startete trotz dem Marathon-Match gegen Sharapova am Vortag gut in die Partie, bot Shooting-Star Bouchard zunächst Paroli und erspielte sich beim Stand von 3:3 satte vier Breakchancen, von denen sie allerdings keine einzige nutzte. Besser machte es die Kanadierin im Spiel darauf, indem sie zumindest eine von fünf nutzen konnte. In der Folge war für Angie gegen die danach besser servierende Bouchard nichts mehr zu holen.

Im zweiten Satz lief die Deutsche dann fast von Anfang an einem Rückstand hinterher, da sie ihre Aufschlagspiele zwei und drei abgeben musste. Allerdings zeigte sie trotz des Kraftaufwands vom Vortag tolle Moral, kämpfte sich noch einmal auf 4:5 ran und erspielte sich sogar noch einmal Breakchancen, die sie aber nicht nutzte. Abermals zeigte sich die 20-Jährige auf der Gegenseite effektiver und nutzte direkt ihren ersten Matchball.

Kerber haderte danach ein wenig mit der kaum vorhandenen Pause: "Ich hatte kaum Zeit, mich zu erholen", sagte sie, schob allerdings eilig nach: "Das soll jetzt keine Entschuldigung sein." Und Positives zog sie trotzdem aus dem Turnier: "Ich fliege jetzt mit Selbstvertrauen nach Hause", sagte sie: "Ich weiß, dass ich da oben hingehöre."

Simona Halep (ROU/3) - Sabine Lisicki (GER/19) 6:4, 6:0

Ein Match, das sinnbildlich stand für die Form der Deutschen seit ihrem letzten Auftritt in Wimbledon. Der Start gelang ihr perfekt, nach nur 9 Minuten führte Lisicki bereits mit 3:0, da Halep ihrem druckvollen Tennis zunächst nichts entgegen zu setzen hatte. Allerdings zeigte sich dann schon beim zweiten Aufschlagspiel der Rumänin, dass es so nicht weitergehen würde.

Lisicki wollte ihre Punkte erzwingen, ging bei jedem Schlag auf den Winner - leistete sich dabei aber viel zu viele Fehler. Fortan verließen sie nacheinander der zunächst gute Aufschlag, das Spiel am Netz und die Sicherheit. Ein absolut unnötiger Volley ins Netz bedeutete das Rebreak für Halep, vier weitere sollten folgen. Sage und schreibe elf Spiele gewann die Nummer drei des Turniers in Folge und spazierte letztendlich in nur 58 Minuten zum Halbfinaleinzug.

Dennoch wollte Lisicki nicht nur das Negative sehen und hoffte, nun auch bei der Hartplatz-Saison ihr Spiel abrufen zu können. "Am Ende des Tages ist sie die Nummer drei der Weltrangliste, eine der besten Spielerinnen der vergangenen zwölf Monate und hat viel Selbstvertrauen", sagte sie über Halep. Die Rumänin, die nun auf Bouchard trifft, freute sich: "Ich hatte einen schlechten Start, dann habe ich aber mein bestes Tennis gespielt."

Tag 8: Nadal raus! Kerber schlägt Maria

Herren - Viertelfinale (alle Matches):

Novak Djokovic (SRB/1) - Marin Cilic (CRO/26) 6:1, 3:6, 6:7 (4:7), 6:2, 6:2

Er strauchelte, er taumelte, aber Novak Djokovic fiel nicht. Nach einem großen Fight konnte der Serbe die nächste Sensation abwenden und kämpfte Marin Cilic letzten Endes doch nieder. Dadurch setzte er seine imposante Serie von nun vier Halbfinal-Teilnahmen in Wimbledon in Folge fort. Zudem war es Noles zehnter Sieg im zehnten Spiel gegen den hünenhaften Kroaten.

Der Weg dahin war jedoch kein leichter. Im ersten Satz zeigte sich der Djoker extrem souverän, danach verlor er jedoch stellenweise die Konzentration und leistete sich zu viele Fehler. Cilic derweil stabilisierte seinen Aufschlag endlich und konnte sowohl den zweiten, als auch den dritten Satz, in dem Djokovic teilweise Gleichgewichtsprobleme zu haben schien, für sich entscheiden.

Wie so oft in Cilic' Fall implodierte dieser danach jedoch wieder. Bei seinem ersten Wimbledon-Finale unterliefen auf einmal dem Kroaten wieder die Fehler, zudem verließ ihn der erste Aufschlag. Von seinen zweiten Aufschlägen brachte er gerade einmal 17 Prozent durch. Auch im fünften Satz sicherte sich Djokovic sofort die Oberhand und sorgte mit einem frühen Break für die Vorentscheidung. Im Halbfinale wartet auf Djokovic nun sein guter Kumpel Grigor Dimitrov.

Grigor Dimitrov (BUL/11) - Andy Murray (GBR/3) 6:1, 7:6 (7:4), 6:2

Der Titelverteidiger ist raus! Nach Rafael Nadal verabschiedet sich mit Andy Murray das nächste Schwergewicht aus Wimbledon. Der Lokalmatador fand gegen den stark aufspielenden Grigor Dimitrov nie wirklich zu seinem Spiel und leistete sich zu viele Fehler - 37 Unforced Errors standen am Ende 18 des Bulgaren gegenüber. Zudem gewann Murray bei zweitem Aufschlag nur 31 Prozent der Punkte - Dimitrov dagegen 59 Prozent.

Dabei schien der Schotte zunächst gut ins Match zu finden. Der erste Satz gestaltete sich anfangs ausgeglichen, dann aber gab Murray sein zweites Aufschlagspiel relativ deutlich ab. In der Folge wirkte der 27-Jährige nervös und während sich der Bulgare konstant steigerte, zeigte Murray Nerven und wirkte schlicht unkonzentriert. Viele Fehler und ein relativ souveräner Satzgewinn für Dimitrov waren die Folge.

Im zweiten Abschnitt kam der Titelverteidiger dann besser rein. Die unnötigen Fehler zogen sich zwar weiter wie ein roter Faden durch Murrays Spiel, immerhin brachte er jetzt aber die eigenen Aufschläge durch. Doch Dimitrov ließ nicht locker, hetzte Murray konstant über den Platz und holte sich den Satz im Tie-Break.

Im letzten Satz schien Murray dann auch die Hoffnung schnell zu verlassen. Dimitrov spielte zu konsequent und zu konstant, während Murray weiter nicht ins Spiel fand. Bis zum 2:2 hielt der Schotte noch mit, nach dem Break zum 2:4 war das Match entschieden. "Ich hatte beim Aufwärmen schon gespürt, dass er nicht besonders gut drauf war", so Dimitrov anschließend: "Das kam mir etwas entgegen."

"Heute war einfach ein schlechter Tag", sagte Murray, "ich habe zu viele Fehler gemacht". Dimitrov, mit dem Murray gut befreundet ist, sei "von Anfang bis Ende der bessere Spieler" gewesen. "Ich muss mich stark verbessern. Ich habe in der letzten Zeit viele Matches bei Grand Slams verloren, darum muss ich härter arbeiten."

Roger Federer (SUI/4) - Stan Wawrinka (SUI/5) 3:6, 7:6 (7:5), 6:4, 6:4

Der Traum vom achten Wimbledon-Sieg geht weiter. Und das nicht nur wegen des Ergebnisses - auch die Leistung Roger Federers erinnerte phasenweise an die Dominanz vergangener Tage. Nachdem ihm Wawrinka den ersten Satz mit druckvollem Spiel noch den ersten Satz abnahm, stellte FedEx sein Spiel um und kaufte seinem Kumpel in der Folge den Schneid ab.

Federer agierte besonnener und überließ Stan öfter die Initiative - der dankte es mit 24 Unforced Errors, während Roger sich nur 14 davon leistete. Zudem packte der Altmeister immer mal wieder das Serve-and-Volley aus und verwertete insgesamt 71 Prozent seiner 45 Punkte am Netz.

Während beide in den ersten drei Sätzen noch fast auf dem gleichen Niveau agierten, schwächelte Wawrinka im vierten immer mehr und machte auch von der Körpersprache her nicht mehr unbedingt den Eindruck, als glaube er noch an ein Comeback, zumal ihm Fitnessdefizite anzusehen waren. Dann holte ihn Federer mit einigen unnötigen Fehlern jedoch wieder in die Partie und ließ beim Stand von 5:4 sogar noch Breakchancen zu.

Das letzte Spiel des Matches wurde so zum vielleicht besten der gesamten Partie. Stan war auf einmal wieder da, erlief teilweise unfassbare Bälle und verausgabte sich noch einmal komplett. Es sollte aber nicht reichen. Den fünften Matchball nutzte Federer unter tosendem Applaus des Publikums und machte damit seine insgesamt neunte Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon klar.

Milos Raonic (CAN/8) - Nick Kyrgios (AUS) 6:7, 6:2, 6:4, 7:6

Das Märchen von Nick Kyrgios ist ausgeträumt. Der 19-jährige Wimbledon-Debütant hatte am Vortag noch sensationell Rafael Nadal bezwungen, aber gegen Milos Raonic fehlten dann am Ende doch die Körner. Im ersten Satz hatte Kyrgios dank elf Assen und nur sechs Unforced Errors noch knapp triumphiert, aber danach war er platt, bewegte er sich immer schlechter und schlug in den nächsten drei Durchgängen nur noch vier Asse.

Raonic prügelte seinerseits auf den Ball ein, als gäbe es kein Morgen: Mit seinen 1,96 Metern Körpergröße servierte er insgesamt 38 Asse und ließ nur 19 Punkte gegen das eigene Service zu. Im vierten Satz, den er mit 26:5 Winnern beherrschte, musste er noch einmal in den Tiebreak, danach stand sein Einzug ins Halbfinale fest - sein bestes Ergebnis war dato die zweite Runde.

Die aktuelle WTA-Weltrangliste

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