Langsam wird's Zeit, Maria...

Von Sebastian Hahn
Freitag, 23.05.2014 | 15:36 Uhr
Dieses Shooting würde sie gerne wiederholen: Maria Sharapova in Paris
© getty

Rot statt blau heißt es beim zweiten Grand Slam des Jahres! Bei den French Open will Serena Williams zeigen, dass ihr erster Titel seit elf Jahren in Paris keine Eintagsfliege war. Doch eine Oberschenkelerletzung ließ die Weltranglistenerste in der Vorbereitung straucheln. Die Chance für Maria Sharapova, ihre Nemesis endlich mal wieder zu schlagen?

1. Maria Sharapova

Seit zwei Jahren spielt Maria Sharapova auf Sand wie ausgewechselt. War bis 2011 in Paris noch spätestens im Halbfinale Schluss, zeigte die Russin in den letzten beiden Jahren exzellente Leistungen auf der Asche von Paris. Seit Jahresbeginn 2012 hat Sharapova auf Sand eine Bilanz von 47:4. Drei Pleiten kassierte sie allerdings gegen Serena Williams, die letzte im Finale von 2013.

Noch schlimmer sieht die Statistik aus Sicht der 27-Jährigen aus, wenn man auf alle Matches gegen Serena Williams schaut. Seit dem Wimbledon-Finale von 2004 gelang Sharapova kein Sieg mehr gegen die aktuelle Weltranglisten-Erste. Daher wird sie alles daran setzen, das zehnjährige Jubiläum zu verhindern.

Die Sand-Saison verlief für Sharapova bisher sehr erfolgreich. Mit Siegen in Stuttgart über Ana Ivanovic und in Madrid über Simona Halep räumte sie zwei Titel ab. Zum direkten Duell mit Serena kam es in diesem Jahr bisher noch nicht, in Paris könnten die beiden indes schon im Viertelfinale aufeinander treffen. Kann sie den Fluch dann endlich brechen?

2. Serena Williams

Die Sand-Saison begann für die Weltranglistenerste alles andere als optimal. Zwar stürmte Serena Williams in Madrid ohne Probleme ins Viertelfinale, dort konnte sie dann aber aufgrund einer kniffligen Oberschenkelverletzung nicht mehr antreten.

Die Zweifel an ihrer Fitness für die French Open dürfte Williams dann aber in Rom souverän zerstreut haben. Ohne Satzverlust marschierte die US-Amerikanerin ins Finale gegen Sara Errani und verpasste der Lokalmatadorin eine 6:3-6:0-Abreibung. Fakt ist: Williams hat sich in diesem Jahr nicht ein einziges Mal geschlagen geben müssen, wenn sie angetreten ist. Ist sie in Paris komplett fit, führt der Weg zum Titel auch dort über sie.

3. Sara Errani

Sobald sich der Belag auf dem Tennisplatz rot färbt, ist Sara Errani in ihrem Element. Bleibt die Italienerin auf den anderen Belägen eher blass, geht es in Paris meistens bis weit in die zweite Woche hinein. 2012 stand sie im Finale, 2013 im Halbfinale, im Doppel gewann sie sogar schon einmal den Titel. Zudem gelangen sechs ihrer sieben Einzel-Erfolge auf Sand.

In Madrid musste sie zwar schon im Achtelfinale die Segel streichen, dafür zog sie vor heimischer Kulisse in Rom ins Finale ein. Die Weltranglistenelfte ist auf Sand immer für eine Überraschung gut. Ob es auch im Einzel zum ganz großen Wurf reicht, muss sie allerdings erst noch beweisen. Gleich in der ersten Runde bekommt sie mit Madison Keys eine recht schwierige Aufgabe.

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4. Simona Halep

Die Rumänin ist der Shooting Star der bisherigen Saison. Wie aus dem Nichts spielte sich Simona Halep mit beherztem Tennis bei den Australian Open ins Viertelfinale und gewann anschließend in Doha. Dass die 22-Jährige aber auch auf Sand gut klar kommt, steht spätestens seit dem Turnier in Madrid fest.

Sowohl Ana Ivanovic als auch Petra Kvitova mühten sich gegen Halep vergeblich, erst im Finale war dann gegen Maria Sharapova Endstation. Die Art, wie die Weltranglistenvierte Sharapova aber im ersten Satz mit 6:1 dominierte, machte Laune auf Paris. Mit Halep ist definitiv zu rechnen, zumal sie den beiden Topfavoritinnen im Draw entgehen konnte.

5. Li Na

Die Chinesin spielt wie immer eine unauffällige, aber äußerst konstante Saison auf Sand. In Madrid und Rom erreichte sie jeweils das Viertelfinale, dort war dann gegen die jeweiligen Finalisten Sharapova und Errani in drei Sätzen Endstation. Li hatte ebenfalls mit keinen Verletzungen zu kämpfen, fährt nun aber topfit nach Paris und könnte ebenfalls vom "schwächeren" Draw profitieren.

Die Anlage von Roland Garros war in den vergangenen zwei Jahren allerdings kein gutes Pflaster für die Chinesin. Nach ihrem Sieg 2011 reichte es nur im Folgejahr für das Achtelfinale, im letzten Jahr war das Turnier für die 32-Jährige schon in der zweiten Runde beendet. Abschreiben sollte sie deswegen aber niemand.

Kann alle ärgern: Ana Ivanovic

Es ist lange her, aber nach ihrem French-Open-Triumph von 2008 kletterte Ana Ivanovic an die Spitze der Weltrangliste und galt als kommender Star der Tennis-Welt. Seitdem wartet die Serbin aber auf ein Grand-Slam-Halbfinale, in Paris war sogar spätestens im Achtelfinale Schluss.

Mit einer starken Sand-Saison hat sich die 26-Jährige aber zurück in den erweiterten Favoritenkreis gespielt und kann in Paris für Furore sorgen. Das Finale in Stuttgart gegen Sharapova, ein Viertelfinale in Madrid und ein Halbfinale in Rom stehen für Ivanovic zu Buche. Zudem ist die neben Serena die einzige, die Sharapova seit 2012 auf Sand bezwingen konnte...

Chancen der DTB-Mädels

Neben dem Einzug ins Fed-Cup-Finale gab es für die deutschen Spielerinnen seit den Australian Open eher wenig zu lachen. Angelique Kerber gelang in dieser Saison erst beim zweitrangigen Turnier in Nürnberg der erste Sieg auf Sand, in Stuttgart, Madrid und Rom war für die Weltranglistenneunte überhaupt nichts zu holen. Ein Coup wie das Erreichen des Viertelfinals im Jahr 2012 scheint derzeit ziemlich unwahrscheinlich.

Andrea Petkovic sorgte bei ihrem Comeback in Charleston für Furore, seitdem ergeht es ihr auf Sand aber ziemlich dürftig. Nur ein Erstrundensieg in Rom steht für Petkovic zu Buche, wenngleich sie bei den anderen Turnieren mit Serena beziehungsweise Errani auch ziemlich harte Brocken gegen sich hatte. Nachdem sie Paris in den letzten beiden Jahren allerdings verpasst hat, dürfte sich die bloße Teilnahme schon extrem gut anfühlen. Wenn der eine oder andere Sieg herausspringt - umso besser!

Bei Julia Görges sieht es derweil weiterhin nicht nach Besserung aus. Mittlerweile stürzte die 25-Jährige sogar aus den Top 100, auch auf Sand zeigte sich Görges zuletzt formschwach. Auch für Mona Barthel, die direkt gegenKarin Knapp ran muss,und Annika Beck wäre das Erreichen der zweiten Woche schon eine große Überraschung.

Bleibt noch Sabine Lisicki. Die hofft wohl, dass die French Open ganz schnell vorbei sind. Dann wartet nämlich wieder der Rasen von Wimbledon. Der bessere Belag für Lisicki, deren bestes Ergebnis das Achtelfinale von Madrid war. Dinah Pfizenmaier und Anna-Lena Friedsam dürften sich derweil einfach über die Erfahrung freuen.

Die French Open im Überblick

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