Dienstag, 04.03.2014

Neue Tennis-Liga

Nadal als Millionen-König von Mumbai

Eine neue millionenschwere Tennis-Profiliga mit Teilnehmern wie Rafael Nadal sorgt für Aufsehen. Für einzelne Auftritte sollen Antrittsgelder von einer Million Dollar gezahlt werden. Maria Sharapova hat bis jetzt eine Teilnahme ausgeschlossen.

Rafael Nadal führt derzeit die Weltrangliste der Herren an
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Rafael Nadal führt derzeit die Weltrangliste der Herren an

Maria Scharapowa ist dem Ruf des Geldes nicht erlegen. Die bestverdienende Sportlerin der Welt sagt derzeit noch "njet", wenn es um ihre Teilnahme an der neuen millionenschweren Tennis-Profiliga (IPTL) geht.

Wie der russische Megastar mit eigener Gummibärchen-Linie will auch Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer erst einmal abwarten, "ob dieses Ding überhaupt abhebt", wie der Schweizer es ausdrückt.

Diesem "Ding" liegt eine Idee zugrunde, die Novak Djokovic als "revolutionär" bezeichnet. Kein Wunder, dass es der ehemalige Weltranglistenerste aus Serbien kaum erwarten kann, zwischen dem 28. November und 13. Dezember 2014 als Kopf des "Team Dubai" aufzuschlagen.

"One, two, three - Djoker sold!"

Das ergab die Auktion am vergangenen Wochenende im Wüstenemirat, bei der ein großer Teil des 17,4 Millionen-Euro-Budgets der International Premier Tennis League in die Vorzeigeprofis investiert wurde. Vertreter aus Dubai, Mumbai, Singapur und Bangkok ersteigerten sich die Stars für ihre insgesamt vier Städteteams: "One, two, three - Djoker sold!"

Branchenprimus Rafael Nadal zum Beispiel spielt in der eigentlich turnierfreien Zeit für das indische Mumbai und soll, so wird gemunkelt, pro Auftritt (!) eine Million Dollar kassieren - ausgerechnet der latent kniekranke Spanier, der immer dafür plädierte, den Turnierkalender zwecks längerer Erholungspausen zusammenzustreichen.

Mehr als die Handvoll Dollars wird sich auch Nadals weibliches Pendant Serena Williams (USA) ihren Einsatz für die Auswahl des Stadtstaats Singapur kosten lassen.

Format lockt große Spieler

Die Moneten-Liga ins Leben gerufen hat Ex-Profi Mahesh Bhupathi. Der 39-jährige Inder war einst der beste Doppelspieler der Welt (52 Titel). Und er will sich jetzt den Traum erfüllen, den Tennissport im potenten asiatischen Raum mit viel Innovation zu einem TV-Krösus zu machen. "Wir haben jetzt wahre Blockbuster-Teams", sagt Bhupathi:

"Dieses frische Format lockt die großen Spieler an." Als Vorbild dient ihm die indische Cricket-Liga, in der ebenfalls Städteteams mit zusammengekauften Mannschaften gegeneinander spielen.

Rafael Nadal: Der Sandplatz-König
Rafael Nadal Parera - einer der besten und vielseitigsten Tennisspieler der Geschichte. Seine Profikarriere begann der Linkshänder 2001
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Rafael Nadal Parera - einer der besten und vielseitigsten Tennisspieler der Geschichte. Seine Profikarriere begann der Linkshänder 2001
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2005 gewann Nadal zum ersten Mal einen Grand-Slam-Titel. Bei seiner ersten French-Open-Teilnahme siegte der erst 19-Jährige über Mariano Puerta aus Argentinien
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2005 gewann Nadal zum ersten Mal einen Grand-Slam-Titel. Bei seiner ersten French-Open-Teilnahme siegte der erst 19-Jährige über Mariano Puerta aus Argentinien
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Nadal ist Mallorquiner und in der Kleinstadt Manacor aufgewachsen. Mit 16 Jahren brach er die Schule ab, um sich auf seine Tenniskarriere zu konzentrieren
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Nadal ist Mallorquiner und in der Kleinstadt Manacor aufgewachsen. Mit 16 Jahren brach er die Schule ab, um sich auf seine Tenniskarriere zu konzentrieren
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Auch heute trainiert Rafael Nadal noch in Manacor. Sein Trainer Toni Nadal ist gleichzeitig sein Onkel und fördert die Karriere seit dessen vierten Lebensjahr
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Auch heute trainiert Rafael Nadal noch in Manacor. Sein Trainer Toni Nadal ist gleichzeitig sein Onkel und fördert die Karriere seit dessen vierten Lebensjahr
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2008: Nadal gewann nicht nur Wimbledon und zum vierten Mal in Folge die French Open, sondern trumphierte auch in Peking
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2008: Nadal gewann nicht nur Wimbledon und zum vierten Mal in Folge die French Open, sondern trumphierte auch in Peking
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Gold nach einem Sieg in drei Sätzen über den Chilenen Fernando Gonzalez
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Gold nach einem Sieg in drei Sätzen über den Chilenen Fernando Gonzalez
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Die Karriere lief aber nicht immer so glatt. Viele Verletzungen, vor allem das rechte Knie, warfen den Mallorquiner immer wieder zurück
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Die Karriere lief aber nicht immer so glatt. Viele Verletzungen, vor allem das rechte Knie, warfen den Mallorquiner immer wieder zurück
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Nadals Freundin Maria Perello half dem erfolgshungrigen Tennisprofi durch die langwierigen Verletzungspausen
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Nadals Freundin Maria Perello half dem erfolgshungrigen Tennisprofi durch die langwierigen Verletzungspausen
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Vor allem die Duelle Federer vs. Nadal prägen eine Ära: Seit 2004 standen sich die beiden Rivalen in vielen legendären Schlachten gegenüber
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Vor allem die Duelle Federer vs. Nadal prägen eine Ära: Seit 2004 standen sich die beiden Rivalen in vielen legendären Schlachten gegenüber
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Ein Bild, welches diese Duelle prägte. Die Siegespose Nadals nach einem Sieg über Federer: Völlig erschöpft, aber überglücklich
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Ein Bild, welches diese Duelle prägte. Die Siegespose Nadals nach einem Sieg über Federer: Völlig erschöpft, aber überglücklich
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Bis zur Erschöpfung: Nicht selten gingen die Finalspiele der beiden Kontrahenten über die volle Distanz. Das längste Spiel, Wimbledon 2008, dauerte 288 Minuten - fast 5 Stunden
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Bis zur Erschöpfung: Nicht selten gingen die Finalspiele der beiden Kontrahenten über die volle Distanz. Das längste Spiel, Wimbledon 2008, dauerte 288 Minuten - fast 5 Stunden
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2009 unterlag Federer dem Mallorquiner in einem engen Australian-Open-Finale nach 259 Minuten und fünf Sätzen. Die Enttäuschung saß dementsprechend tief
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2009 unterlag Federer dem Mallorquiner in einem engen Australian-Open-Finale nach 259 Minuten und fünf Sätzen. Die Enttäuschung saß dementsprechend tief
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Der Respekt, den sich beiden Sportler entgegenbringen, ist extrem groß. Nadal tröstete Federer nach der Niederlage
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Der Respekt, den sich beiden Sportler entgegenbringen, ist extrem groß. Nadal tröstete Federer nach der Niederlage
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Auch abseits des Platzes trafen sich Nadal und Federer: Hier gemeinsam bei einem Benefizturnier in Queensland
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Auch abseits des Platzes trafen sich Nadal und Federer: Hier gemeinsam bei einem Benefizturnier in Queensland
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Auch neben dem Platz gibt Nadal Vollgas: Er gründete seine Rafa-Nadal-Foundation zur Unterstützung sozial benachteiligter junger Menschen
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Auch neben dem Platz gibt Nadal Vollgas: Er gründete seine Rafa-Nadal-Foundation zur Unterstützung sozial benachteiligter junger Menschen
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Und bei Benefiz-Spielen ist Nadal regelmäßig Gast- bzw. Gastgeber. Hier mit dem Fußballer Raul (r.) beim Showevent Iker Casillas vs. Rafael Nadal
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Und bei Benefiz-Spielen ist Nadal regelmäßig Gast- bzw. Gastgeber. Hier mit dem Fußballer Raul (r.) beim Showevent Iker Casillas vs. Rafael Nadal
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Rafael Nadal ist großer Real-Madrid-Fan. Kurios, weil: Sein Onkel Miguel Nadal war ein gefürchteter und sehr erfolgreicher Abwehrspieler beim Erzrivalen FC Barcelona
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Rafael Nadal ist großer Real-Madrid-Fan. Kurios, weil: Sein Onkel Miguel Nadal war ein gefürchteter und sehr erfolgreicher Abwehrspieler beim Erzrivalen FC Barcelona
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2010 spielte Nadal in einem Musikvideo der kolumbianischen Sängerin Shakira mit. 2011 wurde Nadal von der Laureus-Stiftung als Weltsportler des Jahres ausgezeichnet
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2010 spielte Nadal in einem Musikvideo der kolumbianischen Sängerin Shakira mit. 2011 wurde Nadal von der Laureus-Stiftung als Weltsportler des Jahres ausgezeichnet
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Nadal ist katalanisch und bedeutet übersetzt Weihnachten. 2008 wurde sogar ein entdeckter Asteroid auf den Namen "128036 Rafaelnadal" getauft
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Nadal ist katalanisch und bedeutet übersetzt Weihnachten. 2008 wurde sogar ein entdeckter Asteroid auf den Namen "128036 Rafaelnadal" getauft
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2012 verlor Nadal bei den Australian Open das längste Grand-Slam-Finale der Geschichte. In fünf Stunden und 53 Minuten unterlag er Djokovic
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2012 verlor Nadal bei den Australian Open das längste Grand-Slam-Finale der Geschichte. In fünf Stunden und 53 Minuten unterlag er Djokovic
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In "Nadals-Wohnzimmer", dem Philippe Chatrier in Paris, folgte im Frühsommer die Revanche gegen den "Djoker"
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In "Nadals-Wohnzimmer", dem Philippe Chatrier in Paris, folgte im Frühsommer die Revanche gegen den "Djoker"
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Vor den Augen der Mutter Ana Maria Parera (l.) und Freundin Maria Perello musste das Match regenbedingt an zwei Tagen ausgetragen werden
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Vor den Augen der Mutter Ana Maria Parera (l.) und Freundin Maria Perello musste das Match regenbedingt an zwei Tagen ausgetragen werden
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Nadal siegte und krönte sich mit seinem siebten French-Open-Sieg zum alleinigen "König des Sandplatzes"
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Nadal siegte und krönte sich mit seinem siebten French-Open-Sieg zum alleinigen "König des Sandplatzes"
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Nach sieben Monaten Verletzungspause griff Nadal 2013 wieder an und gewann unter anderem das ATP-Turnier im mexikanischen Acapulco
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Nach sieben Monaten Verletzungspause griff Nadal 2013 wieder an und gewann unter anderem das ATP-Turnier im mexikanischen Acapulco
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Auch bei den French Open 2013 konnte niemand Rafael Nadal stoppen. Im Finale bezwang der Mallorquiner seinen Landsmann David Ferrer 6:3, 6:2, 6:3. In typischer Pose bejubelte er nach dem Matchball den achten Titel
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Auch bei den French Open 2013 konnte niemand Rafael Nadal stoppen. Im Finale bezwang der Mallorquiner seinen Landsmann David Ferrer 6:3, 6:2, 6:3. In typischer Pose bejubelte er nach dem Matchball den achten Titel
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Als Konkurrenz zur ATP- und WTA-Tour oder gar zu den Majors sieht Bhupathi die IPTL aber nicht. Die Grand Slams seien "unantastbar, die wird man nie herausfordern können", sagt der Ideengeber aus Mumbai.

Doch das Konzept scheint zu überzeugen. Der britische Wimbledonsieger Andy Murray aus dem "Team Bangkok" ist sogar als Teilhaber eingestiegen.

Becker pro IPTL

Der Modus allerdings erinnert eher an ein Schleifchen-Turnier im heimischen Tennis-Club als an eine ernsthafte Serie. Die Teams treten in Heim- und Auswärtsspielen gegeneinander an. Dabei werden ein Männer-, ein Frauen-, ein Legenden-Einzel sowie ein Männer-Doppel und ein Mixed gespielt - jeweils nur über einen einzigen Satz.

"Das hat der Tennissport gebraucht", sagte Boris Becker jüngst der englischen Tageszeitung The Telegraph - und meinte es offenbar ernst.

Deutsche Profis sind im ersten Draft noch nicht verpflichtet worden. Allerdings sollen Tommy Haas, Angelique Kerber und Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki auf der Wunschliste einzelner Investoren stehen.

Rittner skeptisch

Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner steht der neuen Serie eher skeptisch gegenüber. "Eigentlich bin ich dafür, dass in der Off-Season keine Turniere gespielt werden", sagte Rittner dem "SID".

Einige Rückschläge mussten Bhupathi und Partner auch schon verkraften. Neben Scharapowa und Federer wollen auch die beiden Australian-Open-Champions Stanislas Wawrinka (Schweiz) und Li Na nicht mitspielen.

Vor allen Dingen der Verzicht der Chinesin, die in Asien ein Superstar ist und weitere Sponsoren akquirieren könnte, wiegt schwer. Li Nas umtriebiger Manager Max Eisenbud gibt die Meinung etlicher Experten wieder: "Ich weiß nicht, wie das Konzept der IPTL funktionieren soll. Aber ich hoffe, ich irre mich."

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