Australian Open - Tag 9

Stan unfassbar! Djokovic ist draußen

Von SPOX
Dienstag, 21.01.2014 | 13:29 Uhr
Stanislas Wawrinka
© getty
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Tag 9: Im Spiel des bisherigen Turniers gelingt Stan Wawrinka die Sensation und die Revanche über Novak Djokovic. Tomas Berdych schlägt David Ferrer. Bei den Damen hat Na Li mit Pennetta kurzen Prozess gemacht, Bouchard hat Ivanovic rausgeworfen und steht damit erstmals im Halbfinale.

Damen - Viertelfinale (alle Matches):

Eugenie Bouchard (CAN/30) - Ana Ivanovic (SRB/14) 5:7, 7:5, 6:2

Nach 2:24 Stunden warf Eugenie Bouchard den Schläger zu Boden und reckte die Arme Richtung Himmel. Was für ein Triumph für die 19-Jährige! Bei ihren ersten Australian Open überhaupt steht sie gleich mal im Halbfinale. Dort stand vor ihr noch nie eine Kanadierin, die "Newcomerin des Jahres" 2013 spielt außerdem erst ihr viertes Grand Slam.

Dabei spielte sie gegen eine Gegnerin, die zuletzt eigentlich bestens in Form war. Ana Ivanovic hatte zum Saisonstart das Turnier in Auckland gewonnen und natürlich vorgestern die Topfavoritin Serena Williams eliminiert. Gegen Bouchard war jedoch - wie übrigens schon in Wimbledon letztes Jahr - Endstation für die ehemalige Nummer eins, die im dritten Satz zwischenzeitlich behandelt werden musste und der danach die Puste auszugehen schien.

Bouchard spielte mit viel Risiko, ging 24 Mal ans Netz und konnte dabei 19 Mal den Punkt machen. Insgesamt produzierte sie 47 Winner und konnte vor allem mit der Rückhand wesentlich mehr Schaden anrichten als ihre Gegnerin. Sieben Mal konnte sie Ivanovic den Aufschlag abnehmen. Über drei Sätze gesehen war sie zudem die konstantere Spielerin an diesem Tag.

Und wer sagt schon, dass gegen ihre nächste Gegnerin Na Li Schluss sein muss? Das einzige Match zwischen den beiden hat die Chinesin 2012 zwar glatt gewonnen, Bouchard sagte aber auch: "Das war ein Kampf, ich hatte damals aber auch noch kaum Erfahrung. Dieses Mal werde ich bereit sein."

Na Li (CHN/4) - Flavia Pennetta (ITA/28) 6:2, 6:2

Na Li spielt weiter in bestechender Form. Die zweimalige Finalistin von Melbourne hatte auch mit Flavia Pennetta überhaupt keine Schwierigkeiten und machte schon nach etwas mehr als einer Stunde ihren vierten Halbfinal-Einzug in den letzten fünf Jahren perfekt.

Die Italienerin, die unter anderem Mona Barthel und Angie Kerber aus dem Turnier geworfen hatte, blieb das gesamte Spiel über chancenlos und musste gleich fünf Mal ihren Aufschlag abgeben. Li, die sich in Australien seit Jahren überaus wohlfühlt, ließ nur ein Break zu - als sie im ersten Satz schon mit 5:0 führte - und agierte sehr konzentriert.

In der dritten Runde gegen Lucie Safarova stand die Chinesin noch vor dem Abgrund - womöglich ein Segen? "Als ich den Matchball von Safarova abgewehrt habe, hat mir das sehr viel Selbstvertrauen gegeben, glaube ich", sagte Li, "ich glaube jetzt noch mehr an mich." In jedem Fall darf man auf das Generationenduell zwischen der 31-jährigen Li und der Teenagerin Bouchard gespannt sein.

Tag 8: Siege für Federer, Nadal und Murray

Herren - Viertelfinale (alle Matches):

Tomas Berdych (CZE/7) - David Ferrer (ESP/3) 6:1, 6:4, 2:6, 6:4

Drei Jahre hintereinander war für Tomas Berdych im Viertelfinale Endstation. Dass es in diesem Jahr anders laufen sollte, machte der "Big Berd" gegen David Ferrer von Anfang an deutlich. Schon nach einer halben Stunde war der erste Satz durch - der Tscheche schlug gewohnt stark auf und schaffte es sogar, mehr als die Hälfte seiner Returns zu gewinnen.

Wie man Ferrer kennt, kämpfte er sich natürlich ein Stück weit rein in die Partie. Im zweiten Satz machte er es Berdych schon wesentlich schwerer, den Dritten entschied die Kämpfernatur dann sogar deutlich für sich, zumal er seinen Aufschlag erheblich stabilisierte.

Im Vierten nahm die Geschichte ihren Lauf: Berdych holte ein frühes Break, beim Stand von 5:4 wehrte Ferrer jedoch den ersten Matchball ab und konnte sogar noch einen Breakball holen. In dieser Situation bewies Berdych jedoch Nerven aus Stahl, servierte extrem gut und konnte seinen zweiten Matchball nutzen.

"Es war physisch sehr hart, und nach dem dritten Satz habe ich wirklich nicht mein bestes Tennis gespielt", kommentierte Berdych. "Ich habe einfach versucht, fokussiert zu bleiben. Es ist mir gelungen, meinen Aufschlag durchzubringen und ein Break zu holen. Das ist mein erster Sieg in der Rod Laver Arena. Jetzt muss ich mich ausruhen, weil ich als nächstes gegen Stan oder Nole ranmuss und alle Kraft brauchen werde. Das wird ein super Match zwischen den beiden."

Stanislas Wawrinka (SUI/8) - Novak Djokovic (SRB/2) 2:6, 6:4, 6:2, 3:6, 9:7

Tomas Berdych hat Recht behalten - aber wie! Das sehnlichst erwartete Rematch des letztjährigen Achtelfinals hielt alles ein, was es versprochen hatte, und dann noch viel mehr. Über vier Stunden lieferten sich Stan und Nole einen Schlagabtausch, den man in diesem Turnier so noch nicht gesehen hatte. Beide hatten ihre Hochphasen, agierten insgesamt aber absolut auf Augenhöhe - was auch dadurch verdeutlicht wird, dass der Weltranglistenzweite sogar acht Punkte mehr machte als Wawrinka.

Der Schweizer erwischte im ersten Satz keinen guten Start und musste gleich zwei Mal den Aufschlag abgeben. Danach spielte (und servierte) er allerdings wie entfesselt und brachte den Djoker erstmals an den Rand der Niederlage. Im Stile des Champions, der er nunmal ist, meldete sich Djokovic zurück und leitete die beste Phase des Spiels ein.

In Satz vier und Satz fünf waren die beiden spielerisch so nah beieinander, dass ein einziger Ballwechsel die Entscheidung hätte bringen können. Wawrinka blieb am Ende einen winzigen Tick souveräner mit dem Aufschlag und schaffte es zum ersten Mal nach 14 Niederlagen in Folge wieder, gegen den Serben zu gewinnen. Dessen Spiel am Netz wurde ihm gleich mehrfach zum Verhängnis, unter anderem beim letzten Ballwechsel des Spiels, als er einen keinesfalls unmöglichen Volley ins Aus beförderte.

"Ich habe versucht zu kämpfen, nachdem mein Start schlecht war. Ich wollte aggressiv bleiben, nicht aufgeben. Ich war ein bisschen verkrampft, weil ich wusste, dass es schwer werden würde und nervös war. Jetzt werde ich eine lange, lange Zeit im Eisbad verbringen", sagte der völlig ausgelaugte Schweizer nach dem Spiel zu Jim Courier.

Djokovic' Herrschaft in Melbourne, die zu 25 Siegen sowie drei Titeln in Folge geführt hatte, ist damit vorerst durchbrochen. Er zeigte sich in der Niederlage jedoch fair: "Ich habe mein Herz auf dem Platz gelassen. Mehr konnte ich nicht tun. Er hat seine Chancen genutzt, er verdient den Sieg", erklärte der Serbe und fügte später an: "Ich bin zufrieden mit den Dingen, die wir besprochen haben und an denen wir arbeiten. Natürlich ist es unglücklich, dass wir bereits im Viertelfinale rausgeflogen sind, aber wir stehen ja erst am Anfang der Saison."

Auch Boris Becker zeigte sich anschließend versöhnlich: "Novak hat 7:9 im fünften Satz verloren - das kann passieren. Das ist keine Schande", sagte der 46-Jährige, nachdem er fluchtartig die Anlage verlassen hatte. Auf dem Weg ins Hotel analysierte Becker: "Novak hat eineinhalb Sätze stark gespielt. Dann hat Wawrinka ein unglaubliches Niveau erreicht. Im fünften Satz sah es wieder gut aus, Novak war Break vor, doch dann hat er vier Vorhände ohne Not verschlagen."

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