Nadal zerstört Federers Traum

Von SPOX
Freitag, 24.01.2014 | 13:45 Uhr
Geschafft: Rafael Nadal steht im Finale von Melbourne
© getty

Der Schweizer ist Rafael Nadal deutlich unterlegen und verpasst den Einzug ins Finale. Dort trifft Nadal auf Federers Landsmann Stanislas Wawrinka, der Tomas Berdych besiegte. Ein deutscher Youngster ist ebenfalls im Finale.

Herren - Halbfinale (alle Matches):

Rafael Nadal (SPA/1) - Roger Federer (SUI/6) 7:6 (7:4), 6:3, 6:3

Richtig emotional wurde es erst nach dem Match. "Er ist der Spieler, der bei mir die meisten Emotionen auslöst. Wir hatten so viele großartige Matches zusammen", sagt Nadal nach seinem Sieg, der deutlicher ausfiel als erwartet. Mit dem nächsten glatten Erfolg steht er zum dritten Mal im Finale von Melbourne.

Nur zu Beginn hatte Federer Antworten auf das starke Grundlinienspiel Nadals. Der Spanier agierte aggressiv, suchte immer wieder das Risiko und wurde dafür belohnt. Schon im ersten Satz mehrten sich Federers einfache Fehler (24), sein guter Service rettete ihn zumindest in den Tiebreak. Dort hatte Nadal allerdings schnell die Fürhung inne und gab sie trotz einer kleinen Federer-Serie (von 1:5 auf 4:5) nicht mehr ab.

Als Nadal dann auch noch im zweiten Durchgang das vorentscheidende Break in der Satzmitte gelang, ließ Federer deutlich nach. Bei eigenem Service kam er mehrmals eher zögerlich ans Netz. Genau dann hatte Nadal mit präzisen Crossschlägen meist das bessere Ende für sich.

Federer fehlerhaft

Seine anhaltenden Probleme an der linken Schlaghand zwangen Nadal auch im Halbfinale zu einer Behandlungspause. Aus einer Blase wurde mittlerweile eine größere Fleischwunde auf der Handfläche. "Normalerweise wäre so etwas schnell verheilt, aber ich muss jeden Tag spielen und den Schläger halten", so Nadal nach dem Spiel.

Im dritten Satz legte er dann nochmal zu. Präzise und konstant kamen seine Schläge ins Ziel, mit nur vier Unforced Errors (Federer 15) zeigte er seine Klasse. Federer schaffte zwar noch einmal das Re-Break zum 2:2, aber auch das brachte nicht mehr die Wende. Der Schweizer haderte mit laufender Spielzeit immer mehr mit sich selbst, verlor danach komplett den Faden und hatte dem starken Gegner nichts mehr entgegenzusetzen.

"Rafa war stark, wie so oft gegen mich. Er hat kaum Fehler gemacht. Frustrierend war, dass ich mir so wenig Chancen bei seinem Aufschlag erarbeitet habe", sagte Federer: "Wenn man in Führung geht, kann man freier aufspielen. Ich habe einige Sachen probiert, aber Rafa hat gut dagegen gehalten."

Die Winner-Unforced-Errors-Statistik sprach am Ende eine eindeutige Sprache (Nadal: 28/25 - Federer: 34/50). Damit hat Nadal das Traum-Finale für die Schweiz verhindert. Er trifft am Sonntag auf Federers Landsmann Stanislas Wawrinka, gegen der noch nie ein Match (12-0), sogar noch nie einen Satz verloren hat.

Als erster Spieler der Open Era (seit 1968) könnte Nadal außerdem am Sonntag alle Grand-Slam-Turniere zwei Mal gewonnen haben und mit seinem 14. Titel mit Pete Sampras gleichziehen.

Tag 11 - Stan stürmt ins Finale

Junioreneinzel - Halbfinale

Alexander Zverev (GER/1) - Bradley Mousley (AUS) 6:4, 1:6, 6:1

Deutschlands Tennis-Hoffnung Alex Zverev greift nach seinem ersten Grand-Slam-Titel im Juniorenbereich. Der an Nummer 1 gesetzte Youngster hatte gegen Lokalmatador Mousley allerdings mehr Probleme als erwartet. Weil Mousley zwei Breakchancen ungenutzt ließ, Zverev aber im Gegenzug eine nutzte, ging der erste Satz an den Deutschen, der wieder einmal ein starkes Aufschlagspiel (11 Asse) bot.

Im zweiten Satz lief dann überhaupt nichts zusammen. Gleich zweimal gab er den Service ab, der zwar kam (68 Prozent), allerdings zu schwach war, um die Kontrolle zu behalten. Der Entscheidungssatz musste her. Und da zeigte der Hamburger wieder seine ganze Klasse. Drei von vier Punkte nach eignem Aufschlag holte sich der 16-Jährige und agierte jetzt auch bei gegnerischem Service deutlich entschlossener.

Mit zwei schnellen Breaks war die Entscheidung zugunsten Zverevs gefallen. Damit steht er zum zweiten Mal im Finale eines Grand-Slam-Turniers. Dort trifft er am Samstag in der Rod-Laver-Arena auf Stefan Kozlov (USA/Nr. 2)."Darauf freue ich mich besonders. Es ist das einzige Grand Slam, wo wir auf dem Center Court spielen dürfen", sagte Zverev. Im vergangenen Jahr hatte er den Turniersieg bei den French Open knapp verpasst. Ein Preisgeld erhalten die Junioren übrigens nicht.

Die Weltranglisten

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