DTB-Team erledigt Teil eins der Aufstiegsmission

SID
Sonntag, 10.02.2013 | 15:08 Uhr
Erleichterung beim DTB-Team: Deutschland siegte im Fed-Cup gegen Frankreich
© Getty

Das gebeutelte deutsche Fed-Cup-Team hat die erhoffte Trotzreaktion gezeigt und die erste Hürde auf dem Weg zurück in die Erstklassigkeit genommen. Die Mannschaft von Kapitän Barbara Rittner führte gegen Gastgeber Frankreich nach dem dritten Einzel bereits uneinholbar mit 3:0.

Sie tanzten Ringelreihen, schwenkten die deutsche Fahne und machten den Palais des Sports von Limoges zu ihrer Partybühne: Das gebeutelte deutsche Fed-Cup-Team hat die erhoffte Trotzreaktion gezeigt und die erste Hürde auf dem Weg zurück in die Erstklassigkeit genommen.

Die Mannschaft von Kapitän Barbara Rittner führte gegen Gastgeber Frankreich nach dem dritten Einzel bereits uneinholbar mit 3:0. "Wir haben uns diesen Erfolg unter schwierigen Umständen verdient", sagte Rittner ob der Absagenflut und einer Krankheitswelle: "Ich bin total erleichtert und unheimlich froh."

Görges gewann beide Einzel

Vor allen Dingen die nach einem Magen-Darm-Virus unter der Woche noch geschwächte deutsche Nummer eins Julia Görges zeigte große Nehmerqualitäten und gewann ihre beiden Einzel.

Durch das 6:4, 6:2 gegen Pauline Parmentier sorgte die Weltranglisten-19. am Sonntag für die vorzeitige Entscheidung im Erstrundenspiel der Weltgruppe II. "Ein Riesenkompliment an Jule. Das war ein Kraftakt, sie hat den Widrigkeiten großartig getrotzt", lobte Rittner.

Am Tag zuvor hatte Sabine Lisicki im Hexenkessel von Limoges mit einem 7:5, 7:5 gegen Parmentier für einen Auftakt nach Maß gesorgt, ehe Görges mit einem 6:3, 7:6 (7:5) und nach Abwehr eines Satzballs gegen Kristina Mladenovic nachlegte.

Dies sorgte vor allen Dingen bei Rittner für große Erleichterung. Die 39-Jährige hatte wegen des grassierenden Magen-Darm-Virus im deutschen Team fast nicht auf ihrer Bank Platz nehmen können.

Auch Lisicki, die eine Anreiseodyssee von Pattaya über Bangkok, London, Berlin und Paris zu überstehen hatte, sowie Ersatzspielerin Annika Beck waren angeschlagen.

Erster Auswärtssieg seit zwei Jahren

Umso größer die Freude nach dem schon früh besiegelten Triumph im ersten Auswärtsspiel seit zwei Jahren. Der zweimalige Fed-Cup-Gewinner Deutschland muss nun eine weitere Begegnung im April gewinnen, um in die Weltgruppe I der besten acht Teams zurückzukehren und den fünften Aufstieg seit 2005 zu besiegeln. Die Auslosung findet am Mittwoch in London statt.

Die Rittner-Equipe musste in Limoges auf die Weltranglistensechste Angelique Kerber (Rückenprobleme), Andrea Petkovic (Knie-OP) sowie Mona Barthel (andere Saisonplanung) verzichten, die die Mannschaft aber per SMS unterstützten. Bei Frankreich fehlt Marion Bartoli, Nummer zehn des Rankings, wegen einer Grippe.

Auch der Einsatz von Görges war stark gefährdet, nachdem die Australian-Open-Achtelfinalistin unter den Folgen der Viruserkrankung litt. "Ich habe mich entleert und bin mir nicht sicher, ob ich bei einem Turnier angetreten wäre", sagte Görges.

Görges nach erstem Satz schon am Ende

"Jule" war dann aber stolz, sich trotz aller Widrigkeiten durchgebissen zu haben. "Im ersten Match war ich nach dem ersten Satz körperlich am Ende. Aber ich habe die Herausforderung angenommen. So eine Erfahrung macht mich als Spielerin stärker", meinte die 24-jährige Görges, die von den zwölf deutschen Fans an beiden Tagen frenetisch gefeiert wurde.

Auch Lisicki, die bei einer Zusage von Barthel gar nicht nominiert worden wäre, präsentierte sich als deutsche Nummer zwei nervenstark.

Dabei hatte die wegen ihres Finaleinzugs in Pattaya erst am Dienstagabend angereiste Berlinerin vor dem Auftakt plötzlich Halsschmerzen und reihte sich damit in die Lazarett der Gäste ein.

Unter den Augen ihres neunen Trainers Ricardo Sanchez aber war Lisicki auf dem schnellen Sandplatz nichts von einer Schwächung anzumerken.

Aufstiegsspiel im April

Auch von den seltsamen Entscheidungen von Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos (Portugal) in zwei engen Aufschlagsituationen ließ sich die Wimbledon-Halbfinalistin von 2011 nicht beeinflussen.

"Diese Entscheidungen waren ein bisschen blöd. Ich wollte es dann auf meine Weise allen zeigen", sagte die 23-jährige Lisicki, deren starker Aufschlag mit Geschwindigkeiten von bis zu 190 km/h und die harten Grundlinienschläge ab und an für ein Raunen unter den französischen Anhängern sorgten. Es war der erste Sieg des Fed-Cup-Teams gegen Frankreich seit 1988.

Im Aufstiegsspiel im April kann Rittner voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen. Allerdings ist noch ungeklärt, ob Barthel nach ihrer Absage noch einmal nominiert wird.

Die Paris-Gewinnerin hatte auf einen Einsatz im Fed-Cup-Team verzichtet, weil sie sich auf ihre Karriere konzentrieren will und ihr der Termin nicht in die Planung passte.

WTA: Der Turnierkalender

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