Revolution bei den US Open

Weltverband: "Super Saturday" wird abgeschafft

SID
Sonntag, 09.09.2012 | 19:43 Uhr
Auch 2012 hatte das Wetter den "Super Saturday" ins Wasser fallen lassen
© Getty
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Der "Super Saturday" ist vom Spektakel zum größten Flop der US Open geworden und wird im nächsten Jahr abgeschafft. Auch in diesem Jahr fiel der erdachte Super-Spieltag wetterbedingt flach.

Der Präsident des Weltverbandes ITF, Francesco Ricci-Bitti, und der Chef des amerikanischen Verbandes USTA, Jon Vegosen, haben sich nun darauf verständigt, mit dem Irrsinn aufzuhören, dass am letzten Samstag des Turniers die beiden Halbfinals der Männer und auch das Frauen-Finale gespielt werden.

Schon in den vergangenen vier Jahren hatte das schlechte Wetter in New York für ein Nachspiel gesorgt. An diesem stürmischen Samstag konnte nur Olympiasieger Andy Murray sein Halbfinale gegen Tomas Berdych beenden und mit 5:7, 6:2, 6:1, 7:6 (9:7) in sein zweites Endspiel nach 2008 in Flushing Meadows einziehen.

Titelverteidiger Novak Djokovic und David Ferrer mussten beim Stand von 5:2 für den Spanier wegen des nahenden Tornados aufhören. Am Sonntag drehte der Serbe das Match, gewann mit 2:6, 6:1, 6:4, 6:2 und trifft nun am Montag in seinem vierten US-Open-Finale auf Murray.

Murray mit "schwierigsten Bedingungen"

"Das waren die schwierigsten Bedingungen, unter denen ich je gespielt habe. Und ich bin Schotte", sagte Murray nach dem Match im Sturm bei seiner Pressekonferenz, die überraschend auch ManUnited-Trainer Sir Alex Ferguson und Ex-James-Bond-Darsteller Sir Sean Connery besuchten. Das Finale zwischen Serena Williams und der Nummer eins der Tennis-Welt, Viktoria Asarenka war schon mittags abgesagt und auf Sonntagabend verschoben worden.

Ausschlaggebend für das Ende des "Super-Saturday" ist vor allem auch der sportliche Wahnsinn, dass die beiden besten Spieler der US Open am Samstag ihre Halbfinals spielen und nicht einmal 24 Stunden später um den Titel kämpfen müssen. Dass der Spielplan durcheinandergewirbelt wird, kann auch in Zukunft nicht verhindert werden.

Dach über dem Center Court kann es nicht geben

Denn ein Dach über dem Center Court, wie es in Wimbledon und Melbourne existiert und in Paris geplant ist, kann es in Flushing Meadows nicht geben. Für das riesige Arthur-Ashe-Stadion ist keine Konstruktion denkbar - und für ein ganz neues Stadion fehlt das Geld.

John McEnroe riet den Spielern im Regen-Chaos des vergangenen Jahres sogar zur Revolte. "Wenn nicht jetzt, wann dann wollt ihr diesem Wahnsinn ein Ende bereiten", fragte der frühere Spitzenspieler. Doch die Spieler hielten sich brav zurück. Auch Branchenführer Roger Federer, der vorsichtig anmerkte: "Ich denke, es ist klar, dass wir eine Veränderung brauchen. Speziell am Ende des Turniers."

Auch das Fernsehen zeigt Einsicht

Inzwischen ist auch das Fernsehen einsichtig. Die nur noch normalen Quoten machen es möglich. Als Andre Agassi und Pete Sampras ihre scheinbare Rivalität telegen auslebten - und auch noch, als sich zwischen 1999 und 2002 Venus und Serena Williams den Frauen-Titel in steter Regelmäßigkeit gegenseitig streitig machten, war der vorletzte Turniertag ein Renner. Diese Zeiten sind vorbei, was es einfacher macht, den "Super Saturday" tatsächlich abzuschaffen.

"Wir erkennen an, dass das Spiel anstrengender geworden ist", sagte USTA-Sprecher Chris Widmaier der "New York Times". Deshalb hat der US-Verband entschieden, dass es zwischen Halbfinale und Finale jeweils einen Tag Ruhepause geben wird. Auch CBS spielt mit, wie Sport-Chairman Sean McManus bestätigte: "Die Spieler werden einen Tag haben zwischen Halbfinale und Endspiel."

Endspiel immer montags?

"Wir arbeiten an einige Szenarien", sagte Widmaier. Wahrscheinlich werden wie in Paris und Wimbledon das Halbfinale der Männer künftig am Freitag und das Finale am Sonntag angesetzt.

Alternativ wird laut USTA auch diskutiert, die Halbfinals wie bisher am Samstag und das Endspiel erst am Montag zu spielen. Das aber ist mit der ITF nicht zu machen. "Am Wochenende nach den US Open finden Davis-Cup-Spiele statt", sagte Ricci-Bitti. Zumindest dieses Jahr muss er es wieder einmal ertragen.

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