Rafael Nadal gibt Rätsel auf

SID
Donnerstag, 16.08.2012 | 13:14 Uhr
Rafael Nadal musste nach Olympia auch seine Teilnahme an den US-Open absagen
© Getty

Die Nachricht kam überraschend und brachte auch Insider wie Roger Federer ins Grübeln. "Ich kann nicht glauben, dass er so lange ausfällt", sagte der Weltranglisten-Erste nach der US-Open-Absage seines Dauerrivalen Rafael Nadal.

Nach Olympia in London muss der am Knie verletzte Spanier nun auch das letzte Grand-Slam-Tennisturnier des Jahres sausen lassen. "Ich bin sehr traurig", sagte Nadal. "Aber für ein solches Turnier bin ich noch nicht fit genug."

Seit fast einem Jahrzehnt liefern sich der Schweizer und Nadal packende Duelle auf dem Center Court. Die Aufmerksamkeit, die diese Duelle hervorrufen, toppt sogar die Vergleiche gegen den Serben Novak Djokovic. Nie gab es zwischen dem Eidgenossen und dem auf Platz drei gesunkenen Nadal ein böses Wort - zumindest ist keines überliefert. Immer war der Kampf um die Vorherrschaft im Welttennis geprägt von einem hohen Maß an Fairness und gegenseitigem Respekt.

Daran hat sich nichts geändert. Zweimal konnten sich die Fans in dieser Saison davon überzeugen: Anfang der Saison bei den Australian Open, als Nadal im Halbfinale siegte, und Wochen später beim Sieg Federers beim Masters in Indian Wells. Doch während sich Federer anschickte, mit nun fast 31 Jahren Platz eins der Weltrangliste von Djokovic zurückzuerobern und weiter Tennis-Geschichte zu schreiben, ist der gerade 26 Jahre alt gewordene Nadal dabei, eine pralle Krankengeschichte zu schreiben.

Probleme schienen überwunden

Dabei sah es vor Tagen noch danach aus, dass die Knieprobleme des Spaniers überwunden sind. Nadal zeigte sich im Interview mit einem heimischen TV-Sender sogar recht optimistisch, rechtzeitig zu den am 27. August startenden US Open wieder fit zu sein. Nun also die Absage, die natürlich Spekulationen fördert. Ist das der Anfang vom Ende einer großen Karriere?

Dass Nadal schon mehrfach nahe dran war, die Brocken als Tennisprofi hinzuwerfen, hat er in seiner im April erschienenen Autobiografie "Rafa - Mein Weg an die Spitze" preisgegeben. Vor allem die Trennung seiner Eltern hat den Mallorquiner schwer aus der Bahn geworfen. Ohne seinen Onkel und Trainer Toni Nadal hätte er längt schon aufgehört.

Jetzt freilich sind es nur die malträtierten Knie. Doch das allein ist Grund genug, denn schon öfters zwangen ihn solche Verletzungen zu Pausen. In Flushing Meadows allerdings ist es die erste Absage des Champions von 2010 und Vorjahresfinalisten seit seinem Debüt 2003.

"Ich dachte nach seiner Olympia-Absage, dass wir ihn sicher in Toronto sehen werden", sagte Federer am Rande des Masters-Turniers in Kanada, das als Generalprobe für die US Open gilt. "Rafa hat uns mitgeteilt, dass er nicht in der Verfassung ist, die US Open zu spielen", sagte Turnierdirektor David Brewer. "Wir freuen uns aber schon jetzt auf seine Rückkehr im nächsten Jahr."

Die ATP-Weltrangliste

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