French Open

Pfizenmaiers Reise durch die Gefühlswelten

SID
Montag, 28.05.2012 | 14:01 Uhr
Dinah Pfizenmaier spielt bei den French Open zum ersten Mal bei einem Grand Slam-Turnier
© spox
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Dinah Pfizenmaier feierte bei den French Open gegen Caroline Garcia ein perfektes Debüt und kommt sich vor wie im Traum. Nun wartet auf großer Bühne mit Viktoria Azarenka sogar die Nummer eins der Welt.

28.000 Euro sind eine stattliche Summe. So viel hat Dinah Pfizenmaier durch ihren Sieg in der ersten Runde der French Open bereits eingespielt. Es ist mehr als sie bisher in ihrer noch jungen Karriere insgesamt an Preisgeld verdient hat. Was sie damit macht? Das ist eine schwierige Frage für eine junge Dame von gerade mal 20 Jahren. Deshalb antwortete sie so, wie es ihr die Eltern wohl mit auf den Weg gegeben haben: "Ich werde es anlegen und in die nächsten Turniere investieren."

Für Dinah Pfizenmaier sind die 82. offenen Tennis-Meisterschaften von Frankreich so etwas wie eine Abenteuerreise. Nur zwei Turniere hat sie bisher auf der großen WTA-Tour gespielt - und in diesem Jahr sowohl in Barcelona als auch in Stuttgart nach dem ersten Match gleich wieder ihre Taschen packen müssen. In Paris war es jetzt anders. In der Qualifikation für das Hauptfeld der 128 Spielerinnen gewann die Nummer 198 der Weltrangliste drei Spiele und schaffte es so erstmals auf die große Tennis-Bühne.

"Kommt mir wie ein Traum vor"

"Das kommt mir alles wie ein Traum vor", sagte Pfizenmaier nach dem Sieg in der ersten Runde gegen die Französin Caroline Garcia. "Ich werde ein paar Tage brauchen, um das alles zu realisieren." Die verwirrende Reise durch ihre Gefühlswelten wird ganz bestimmt noch länger andauern. Am Donnerstag wird die Spielerin aus Kamen im Ruhrgebiet gegen die Weltranglisten-Erste Viktoria Asarenka antreten - wahrscheinlich auf einem der großen Plätze. "Das ist unglaublich." Mitten im Satz bricht sie ab und lächelt.

Auf dem Platz wirkt sie ruhiger, abgeklärter als beim Auftritt vor der Presse. Gegen Garcia ließ sie sich auch nicht vom verlorenen ersten Satz irritieren. "Ich war im ersten Satz nervöser als im dritten", sagte Pfizenmaier. Mit ihrem wuchtigen Aufschlag und ihrer exzellenten Beinarbeit hatte sie ihre Gegnerin vollends in die Resignation getrieben. Auch in der Qualifikation hatte sie jedes ihrer drei Matches erst im dritten Satz entschieden.

Fitness ein zentraler Punkt

Sie habe erst in Paris gelernt, wie man bei Turnieren richtig regeneriert, sagte Pfizenmaier. Die verbesserte Fitness ist ein zentraler Punkt, warum es zurzeit so gut läuft. Seit kurzem gehört sie dem Nachwuchsteam von Porsche an. Und diese Partnerschaft erlaubt es, dass ihr Konditionstrainer sie auf die Turniere begleiten kann. Nach Paris ist er erstmals mitgekommen. "Und das hat sich gleich bezahlt gemacht", sagte Pfizenmaier.

Welche Bedeutung die Konditionsarbeit im heutigen Profitennis hat, zeigt das Beispiel von Angelique Kerber. Die 24 Jahre alte Kielerin hat sich durch hartes Fitnesstraining auf Position zehn gespielt und gehört in Paris nach ihrem Auftaktsieg gegen die Chinesin Shuai Zhang zu den Spielerinnen, der Fed-Cup-Trainerin Barbara Rittner das Halbfinale zutraut.

Rittner traut ihr die Top 100 zu

Davon ist Pfizenmaier noch weit entfernt. Erst im vergangenen Sommer hatte sie sich entschieden, es als professionelle Spielerin auf der WTA-Tour zu versuchen. Lange war sie unschlüssig, ob sie das Zeug dazu hat. Während einer sechsmonatigen Verletzungspause machte sie im vorigen Jahr ihr Abitur und begann, wieder Preisgeld-Turniere zu spielen.

Mit jedem Sieg wuchs auch die Zuversicht, es als Profi zu probieren. Als sie im Spätsommer in der 2. Liga des Profitennis, auf der ITF-Tour, vier Turniere nacheinander gewann, waren die letzten Zweifel besiegt.

Rittner traut ihr den nächsten Schritt auf der WTA-Tour zu. "Wenn sie weiter so spielt, gehört sie ganz klar unter die besten 100." Ihr gefalle an Pfizenmaier vor allem das sonnige Gemüt, sagte Rittner: "Sie ist erfrischend und genießt das alles." Und schließlich verriet die 20-Jährige auch noch, was sie mit dem Preisgeld machen wird: "Ich werde mir etwas Schönes gönnen."

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