Titelverteidigerin Görges raus - Barthel weiter

SID
Donnerstag, 26.04.2012 | 22:09 Uhr
Andre Petkovic musste gegen Vikotria Azarenka unter Tränen aufgeben
© Getty

Während Andrea Petkovic mit Tränen in den Augen vom Platz humpelte, feierte Mona Barthel ihren größten Sieg ihrer Karriere. Mit 6:3, 6:1 besiegte die 21 Jahre alte Weltranglisten-35. beim WTA-Turnier in Stuttgart die Siebte der Weltrangliste, Marion Bartoli aus Frankreich, und steht nun wie Angelique Kerber nach deren 6:1, 6:2-Sieg gegen Caroline Wozniacki überraschend im Viertelfinale. Ihre nächste Gegnerin ist die Weltranglistenerste Viktoria Azarenka, die von der Aufgabe von Andrea Petkovic profitierte.

Die Darmstädterin war beim Stand von 2:6, 4:4 und 40:40 in der Vorhandecke mit dem rechten Knöchel umgeknickt, nachdem sie mit einem langen Schritt versucht hatte, den Ball im Rutschen zu erreichen. "Ich weiß im Moment noch nicht, wie schlimm die Verletzung ist. Das ist einfach Pech, aber ich werde zurückkommen", sagte Petkovic.

Für die 24-Jährige ist das besonders bitter, da sie erst nach dreieinhalbmonatiger Verletzungspause wegen eines Ermüdungsbruchs im Rücken in Stuttgart mit einem Sieg gegen Kristina Barrois auf die WTA-Tour zurückgekehrt ist und nun mit Verdacht auf Bänderriss abermals pausieren muss. Aufschluss über die Schwere der Beschädigung sollen am Freitag nun eine Computertomografie und eine Kernspintomografie bringen. Das teilte eine Sprecherin der WTA mit.

Barthel: "Froh, dass ich Top-Ten-Spielerin geschlagen habe"

Überglücklich war dagegen Barthel: "Ich bin froh, dass ich zum ersten Mal eine Top-Ten-Spielerin geschlagen habe", sagte sie und fügte hinzu: "Das war eines der besten Spiele meiner Karriere".

Die Rechtshänderin begegnet den Weltklassespielerinnen bei der mit 740.000 US-Dollar dotierten Sandplatzveranstaltung weiter so unaufgeregt, als würde sie nur bei den Klubmeisterschaften in ihrem Heimatverein Neumünster aufschlagen.

"Ich spiele momentan richtig gutes Tennis und mache mir nicht so viele Gedanken, wer auf der anderen Seite des Platzes steht", sagte Barthel. Auch vor Azarenka, die sie in Indian Wells am Rande einer Niederlage hatte, habe sie keine Angst.

Warum auch? Am Tag zuvor hatte sie bereits die ehemalige Nummer eins der Welt, Ana Ivanovic, bezwungen. Die Serbin war ihr Vorbild als Jugendliche. Barthel ging noch zur Schule, als Ivanovic 2008 die French Open gewann.

Görges unterliegt Samantha Stosur

Ausgeschieden im Achtelfinale ist dagegen die Weltranglisten-21. Julia Görges. Die 23 Jahre alte Titelverteidigerin aus Bad Oldesloe unterlag der US-Open-Siegerin Samantha Stosur aus Australien 2:6, 6:2, 3:6. Im dritten Satz hatte Görges beim Stand von 1:1 einen Breakball, doch statt diesen zu nutzen, musste sie im Anschluss selbst den Aufschlag abgeben. Nach 1:40 Stunden verwandelte Stosur schließlich ihren ersten Matchball.

Ähnlich wie im Vorjahr Görges sorgt diesmal Barthel in Stuttgart für Aufsehen. Sie spielt nicht nur unerschrocken Tennis, sie redet auch so, wie sie auf dem Platz agiert: erfrischend offensiv.

Die 21-Jährige berichtete nach ihrem Sieg gegen Ivanovic davon, dass sie früher während den Ferien gerne im Zelt schlief. Sogar fünf Wochen am Stück, wenn sie in Skandinavien bei Turnieren unterwegs war. Mittlerweile ziehe sie aber die Hotels vor. Das sei auch besser für die Gesundheit, "wenngleich meine Mama noch immer lieber campen wollte".

Wenn die Rechtshänderin weiter so gut spielt, wird es nicht mehr lange dauern, bis sie zu den besten 20 Spielerinnen der Welt gehört. Sie schlägt sehr gut auf und kann nicht nur schnell von der Grundlinie, sondern auch intelligent spielen. Mit einem kurzen und gefühlvollen Rückhandcrossball beendete sie das Match gegen Bartoli.

Auch Kerber hatte keine Probleme, um den zweiten Sieg in Folge gegen die frühere Nummer eins, Wozniacki, zu feiern. Zuletzt hatte die Kielerin die Dänen im Finale von Kopenhagen geschlagen. Die Weltranglisten-14. trifft nun am Freitag auf die Wimbledonsiegerin Petra Kvitova. "Das ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Kerber, "ich weiß gar nicht, was ich sagen soll".

Die WTA-Weltrangliste

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