Nach dem Abstieg aus der Weltgruppe

Ein Dämpfer für die Aufbruchstimmung

SID
Montag, 23.04.2012 | 17:05 Uhr
Andrea Petkovic (l.) und Julia Görges konnten gegen Australien nur im Doppel etwas reißen
© Getty
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Die deutschen Tennisfrauen haben sich nach dem Abstieg im Fed Cup schnell wieder neuen Aufgaben gewidmet. Während Andrea Petkovic über Twitter nach neuen Musiktiteln fahndete, ließ sich Julia Görges mit Deutschlands bestem Golfer, Martin Kaymer, in der Stuttgarter Arena ablichten. Vielleicht tut ihnen die Abwechslung nach der 2:3-Niederlage gegen Australien gut und bringt ihnen die nötige Lockerheit zurück, die sie in den Spielen am Wochenende gegen Australiens Nummer eins, Samantha Stosur, verlassen hatte.

So weit ist es dann doch nicht gekommen. Die Enttäuschung sei riesig, bekannten sie alle, aber sie wollten sich mit der Leere und der Traurigkeit im Hier und Jetzt nicht lange aufhalten. Ihr Motto lautete vielmehr: aufsteigen und dann im Jahr darauf den Titel holen.

Günthardt: Dämpfer für das deutsche Frauentennis

Die ständige Rede vom Sieg im Fed Cup könnte sich am Ende für die unerfahrenen Spielerinnen doch als folgenschwer erwiesen haben. "Sie sind an dem Druck vielleicht zerbrochen", sagte der Stuttgarter Turnierdirektor Markus Günthardt. Der Schweizer war nach dapd-Infomationen gemeinsam mit Rittner auch der Initiator dafür, dass die Porsche AG als Sponsor im Fed-Cup-Team eingestiegen ist und sich das dreijährige Engagement 500.000 Euro kosten lässt. "Der Abstieg ist schon ein Dämpfer für die Aufbruchstimmung im deutschen Tennis", erklärte Günthardt.

Rittner hat sich in den vergangenen Tagen das Hirn zermartert, woran es gelegen haben könnte, dass ihre Spielerinnen in der Nationalmannschaft in diesem Jahr sowohl gegen Titelverteidiger Tschechien als auch jetzt gegen Australien zu weit von ihrer Bestform entfernt waren, die ihnen auf der Profitour einige Achtungserfolge beschert hatte.

"Da fehlt uns als Team noch die Reife", sagt die 38-Jährige. Erst die Matches auf der großen Bühne würden die notwendigen Erfahrung und Abgeklärtheit mit sich bringen, um mit den besonderen Situationen in Länderspielen umgehen zu können. "Aber die Mannschaft ist ja noch jung genug, um dies zu lernen", sagt Rittner.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der Faktor Zeit wurde auch oft und gerne von Tommy Haas, Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler herangezogen. Auch sie sprachen Jahr für Jahr davon, dass sie jung und stark genug seien, eines Tages den Davis Cup gewinnen zu können. Passiert ist nichts.

Ob nun den Frauen das gleiche Schicksal droht? Die nächsten Jahre werden es zeigen. Die Mannschaft hat in Petkovic, Görges, Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Mona Barthel fünf Spielerinnen von hoher Qualität. Doch keine von ihnen hat bisher bei den Grand-Slam-Turnieren ein Finale erreicht.

Es sind diese Spiele auf der großen Bühne, die eine Weltklassespielerin von einer sehr guten Spielerin abhebt. Lisicki und Kerber kennen zumindest das Gefühl einer Halbfinalteilnahme. Die bisher letzte deutsche Spielerin, die im Endspiel eines Grand-Slam-Turnieres stand, war Steffi Graf im Jahr 1999 in Wimbledon.

Abstieg wirkt sich nicht finanziell aus

Deshalb würden sich auch manche im deutschen Tennis mehr Bescheidenheit wünschen, bevor großspurig vom Titelgewinn getönt wird. Hehre Ziele sind gut und wichtig, doch sie müssen auch zur Wirklichkeit passen. "Sie haben sich in diesem Jahr mit der Titelaussage zu viel Druck gemacht", glaubt Günthardt.

Finanzielle Auswirkungen hat der Abstieg aus der Weltgruppe allerdings keine. Die Verträge mit Porsche sind nicht leistungsbezogen und enthalten auch keine Bonuszahlungen. Dennoch muss der Wiederaufstieg schnell gelingen, um den Aufschwung im deutschen Frauentennis auf längere Sicht zu festigen. Einfach wird das Unterfangen angesichts von möglichen Gegnern wie Frankreich oder Spanien allerdings nicht.

Rittner verschwendet daran aber keine Gedanken und sagt, "dass uns der Reifeprozess noch stärker machen wird." Vielleicht können ihre Spielerinnen in dieser Woche in Stuttgart schon damit beginnen. Die ersten acht der Weltrangliste, darunter in Viktoria Azarenka und Maria Scharapowa die Nummer eins und zwei der Welt, spielen mit.

Die WTA-Weltrangliste

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