Russische Tennisspielerin feiert Comeback

Kleybanowa: Der Krebs ist besiegt

SID
Mittwoch, 21.03.2012 | 14:02 Uhr
Alisa Kleybanowa hat bereits über zwei Millionen US-Dollar Preisgeld erspielt
© Getty
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Der Weg zurück ins alte Leben dauerte 2:10 Stunden. "Game, Set, Match: Kleybanowa", sagte die Stuhlschiedsrichterin. Die russische Tennisspielerin Alisa Kleybanowa hatte Johanna Larsson in der ersten Runde des WTA/ATP-Turniers in Miami geschlagen.

Aber natürlich war das für die 22-Jährige viel mehr als ein Matcherfolg. "Es ging nur darum, dass ich wieder auf dem Platz stehen konnte", sagte sie, "wenn ich verloren hätte, hätte mich das auch nicht verrückt gemacht."

Die Gratulationen der Mitspielerinnen im Umkleideraum fielen dennoch herzlicher aus als normalerweise. Spielerinnen und Trainer twitterten Grüße. Alisa ist wieder da. Rückblende: Vor zehn Monaten hatte die Moskauerin exakt an ihrem 22. Geburtstag mitgeteilt: "Zurzeit ist es nicht einfach für mich. Ich habe gesundheitliche Probleme. Ich leide am Hodgkin-Lymphom, einer Form von Krebs." Rumms.

Intensive Therapie in Italien

Turnierabsagen, Behandlungen, Reha. Hoffen und Bangen, Aufbau und Rückschläge. Je länger das Jahr sich hinzog, desto mehr geriet die ehemalige Top-20-Spielerin in Vergessenheit. Das Frauentennis hat sich geändert in der Zeit. Viktoria Asarenka hat inzwischen Caroline Wozniacki als Nummer eins abgelöst, die deutschen Frauen sind vormarschiert, die Williams-Schwestern rutschten ab.

Währenddessen wurde Kleybanowa vorwiegend in Italien intensiv an dem bösartigen Tumor des Lymphsystems behandelt. Das Hodgkin-Lymphom bietet allerdings gute Heilungschancen, wenn es rechtzeitig erkannt wird. Seit Dezember gilt der Krebs als besiegt. "Das habe ich auch dem Tennis und dem Leistungssport zu verdanken", ist sich Kleybanowa sicher.

"Das erste Spiel meines Comebacks"

Natürlich hat sie nun eine Wildcard für das Turnier in Miami erhalten. Der Weg zurück ist geebnet. "Ich bin überglücklich, dass ich wieder um Punkte spielen kann, dass ich all die Emotionen wieder spüren darf", freute sich die Russin, "ich habe das sehr vermisst und heute war das alles wieder da."

Der erste Satz verlief noch ein wenig holprig. Training ist nicht Spielpraxis. "Ich hatte einfach keine Ahnung, was mich auf dem Platz erwartet", erzählte Kleybanowa, "nach dem ersten Satz habe ich mir gesagt, hab einfach Spaß. Das ist mir gelungen und so habe ich auch das Match drehen können."

Die Premiere ist also gelungen, in der zweiten wartet Landsfrau Maria Kirilenko. Kleybanowa ist gegen die Nummer 22 der Weltrangliste natürlich Außenseiterin. Aber egal wie das Spiel in der zweiten Runde ausgeht, Alisa Kleybanowa ist auf jeden Fall eine Gewinnerin: "Ich werde mein Match gegen Larsson in meinem Leben nicht mehr vergessen", sagte sie, "es war das erste Spiel meines Comebacks."

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